Ventrikuläre
Herzrhythmusstörungen
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Ventikuläre Herzrhytmusstörungen haben
ihren Ursprung in der Kammer. Sie sind potentiell gefährlicher
als solche die vom Vorhof ausgehen.
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Durch einen Klick auf die Bilder werden die Erläuterungen sichtbar! |
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Auf dem EKG Ausschnitt oben sehen Sie neben dem normalen Sinusrhythmus, zwei direkt aufeinander folgende ventrikuläre (also aus der Kammer entspringende) Extrasystolen, ein sogenanntes Couplet. Charakteristisch sind die breiten und deformierten Kammerkomplexe mit fehlenden P-Wellen vor der Extrasystole. Je nach Ausgangsort der Extrasystole können die Kammerkomplexe unterschiedliche Formen haben. Sie sind jedoch immer breiter als ein normaler QRS-Komplex. Nach der letzten Extrasystole folgt eine sogenante "kompensatorische Pause" bis der Sinusknoten die Eregung des Herzenz wieder übernimmt. Vereinzelte ventrikuläre Extrasystolen (Abkürzung VES) haben keinen Krankheitswert, sie treten auch beim Gesunden auf. Gefählich ist die Häufung ventrikulärer Extrasystolen, insbesondere dann, wenn mehere Extraschläge direkt aufeinander Folgen. Bei mehren direkt aufeinanderfolgenden Extraschlägen spricht man von einem Couplet (2 VES), Triplet (3 VES) und Salven (mehr als drei VES). Treten mehr als ca. 15 VES hintereinander auf, so bezeichnet man die als Ventrikuläre Tachykardie (VT). Die Ursachen ventrikulärer Extrasystolen sind vielfältig: vorbestehende Herzerkrankungen, akuter Herzinfarkt, Medikamentenüberdosierung z.B. Digitalispräprate (typische EKG Veränderung ist hierbei ein Bigeminus, der stetige Wechsel zwischen einer normalen Erregung und einer VES), Verschiebungen im Elektolythaushalt. Wichtig Bei ventrikulären Extrasystolen besteht immer die Gefahr, daß diese in eine ventrikuläre Tachykardie, ein Kammerflattern oder ein Kammerflimmern übergehen. Dies gilt insbesondere für Patienten mit frischem Herzinfarkt, hier gelten schon einzeln auftretente VES als Warnzeichen!
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Im EKG sieht man Kammerkomplexe in schneller Folge, hier mit einer Frequenz von ca. 220/min.Weder P-Wellen noch T-Wellen sind erkennbar. Die Kammerkomplexe sind breit und deformiert. Die Erregung geht von einem Zentrum in der Kammer aus. Bei einer ventrikulären Tachykardie reihen sich ventrikuläre Extrasystolen in schneller Folge aneinander. Die Auswurfleistung des Herzens ist stark vermindert. Blutdruckabfall, Angina Pectoris, akute Herzinsuffiziens mit Blutdruckabfall und Luftnot ist meist die Folge. Ursachen sind z.B. Myokardinfarkt, Elektrolytverschiebungen oder eine Überdosierung von Digitalis. Behandelt wird die Ventrikuläre Tachykardie entweder medikamentös z.B. mit Lidocain oder durch Kardioversion. Bei der Kardioversion wird ein Stromstoß durch das Herz geleitet. Der Stromstoß ist jedoch in der Stärke schwächer als bei der Defibrillation, außerdem wird er sychronisiert zu einem QRS-Komplex ausgelöst. Näheres zur Kardioversion erfahren Sie in der nächsten Lektion.
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Kammerflattern ist der direkte Vorläufer des Kammerflimmerns. Die Herzkammern kontraieren sich mit einer Frequenz von ca. 250/min. Die Auswurfleistung des Herzenz ist jedoch minimal. Ein Puls ist nicht tastbar, der Patient wird binnen Sekunden bewußtlos. Im EKG sieht man eine sehr schnelle Folge spitzer Kammerkomplexe.
Manchmal ist die Form der Auschläge wie sehr schnell aufeinanderfolgende
spitze Serpentinen (obere und untere Spitze der Ausschläge
sehen gleich aus). Auch das Kammerflattern bedarf der sofortigen Therapie, in der Regel die elektrische Defibrillation. Ventrikulare Tachykardien können binnen Sekunden in ein Kammerflattern übergehen, das Kammerflattern selbst geht meist binnen sehr kurzer Zeit in ein Kammerflimmern über.
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Die nachfolgenden Erläuterungen wurden sollten Ihnen bekannt vorkommen. Auf dem EKG-Monitor sehen Sie beim Kammerflimmern eine unruhige Linie mit unregelmässigen Flimmerwellen, die Frequenz liegt bei ca. 300 "Schlägen" pro Minute. Beim Kammerflimmern kontraieren sich nur einzelne Muskelareale des Herzmuskels. Es kommt zu keiner geregelten Kontraktion und damit zu keiner Auswurfleistung des Herzenz. Der Kreislauf steht still! Die Höhe der Zacken kann unterschiedlich sein. Am Anfang eines Kammerflimmerns sind die Zacken verhältnismässig hoch wie hier zu sehen. Im Verlauf werden die Zacken flacher (Bild), man spricht von groben und von feinem Kammmerflimmern. Ein sehr schnelles feines Kammerflimmern kann vom EKG-Bild wie eine Asystolie erscheinen. Kammerflimmern ist die häufigste Form des Herzstillstandes! Es tritt auf z.B. Herzinfarkt, Lungenembolie oder Stromunfällen. Therapie der Wahl ist die elektrische Defibrillation. In der nächsten Lektion wird hierauf noch ausführlich eingegangen.
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