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Kurs: Krankenbeobachtung - Atmung (Teil 2): Störungen der Atmung, diagnostische Maßnahmen

Lektion: 1

Seitentitel: Fachbegriffe zur Beschreibung der Atmung

Fachbegriffe zur Beschreibung der Atmung


Zur Beschreibung der Atmung bzw. ihrer Einschränkungen werden einige Fachbegriffe verwendet. Diese Begriffe zu kennen ist nicht nur erforderlich, um bestimmte Prüfungen zu bestehen. Vielmehr lässt sich dadurch eine Störung der Atmung exakter bestimmen. Wir beginnen einfach mit der normalen, ruhigen Atmung.


Eupnoe


Als Eupnoe bezeichnet man die normale physiologische Atmung. Die Atmung ist nicht behindert, die Atemfrequenz und die Atemtiefe sind normal. Auffällige Atemgeräusche sind nicht zu hören.

Für die Eupnoe gibt es also keine krankhaften Ursachen, es ist alles „schick“. Anders ist es beim folgenden Begriff.


Dyspnoe


Atemnot bezeichnet man allgemein als Dyspnoe. Hierbei ist das subjektive Empfinden des Patienten maßgeblich, d. h, auch wenn er objektiv normal atmet, kann er Luftnot empfinden. Die Dyspnoe ist meist mit einer erhöhten Atemfrequenz und/oder einer flachen Atmung verbunden, manchmal atmet der Patient jedoch betont tief.

Auf den folgenden Seiten wird ausführlich auf die Dyspnoe eingegangen.


Hypopnoe


Dies ist eine Störung der Atmung, bei der das Atemzugvolumen auf mindestens die Hälfte des normalen Volumens verringert ist und dieser Zustand mehr als zehn Sekunden anhält. Bei der Cheyne-Stokes-Atmung können Sie dies vor und nach den Apnoephasen beobachten.


Hyperpnoe


Nun, wenn Sie wissen, worum es sich bei der Hypopnoe handelt, dann ahnen Sie, dass die Hyperpnoe das Gegenteil ist, eben eine Atmung mit sehr tiefen Atemzügen.

Hypopnoe und Hyperpnoe sagen nur etwas darüber aus, ob die Atmung flach oder vertieft ist. Ob sie dem Bedarf angemessen ist, wird mit diesen Begriffen nicht beschrieben, sondern nur, dass die Atmung auffällig verändert ist.


Hypoventilation


Hypoventilation ist eine krankhafte Verminderung der normalen Lungenbelüftung. In der Folge ist der Gasaustausch in der Lunge gestört, der Kohlendioxidwert im Blut steigt an, der Sauerstoffwert sinkt.

In der Praxis wird der Begriff der Hypoventilation jedoch breiter verwendet.

So wird allgemein eine verminderte und nicht dem Bedarf entsprechende Atmung als Hypoventilation bezeichnet. Ebenso wird eine Atemdepression als Hypoventilation bezeichnet.

Ursachen einer Hypoventilation sind z.B.:



Hyperventilation


Es ist das Gegenteil der Hypoventilation, also eine übermäßige Lungenbelüftung, die dem Bedarf nicht entspricht. Anders gesprochen, es wird zu viel geatmet im Verhältnis zum Bedarf an Sauerstoff und der Notwendigkeit, Kohlendioxid abzuatmen. Das Problem ist nicht ein Mehr an Sauerstoff, sondern das zu viel abgeatmete Kohlendioxid. Sinkt der Kohlendioxidgehalt des Blutes unter den Normwert, so verschiebt sich über chemische Reaktionen der pH-Wert in den basischen Bereich.

Und dann ist es nicht weit bis zum Hyperventilationssyndrom. Oft wird das Hyperventilationssyndrom schlicht als „Hyperventilation" bezeichnet.

Die Zeichen des Hyperventilationssyndroms sind:

Wie kommt es zu einem Hyperventilationssyndrom und wodurch kann es ausgelöst werden?


Therapie des Hyperventilationssyndroms


Eine Hyperventilation zu therapieren ist, sofern es sich um Stress- oder Angstgefühle oder Schmerzen handelt, grundsätzlich einfach.

Bei Schmerzen, egal ob eine Untersuchung oder grundsätzlicher Schmerz die Ursache sind, behandeln Sie den Schmerz. Bei Stress und Angst werden vom Arzt beruhigende und angstlösende Medikamente verabreicht, z.B. mit Benzodiazepinen.

Sind keine Medikamente zur Hand, so gibt es eine einfache Möglichkeit, den Mangel an Kohlendioxid im Blut zu beseitigen. Der Betroffene muss es wieder einatmen, also zurückatmen. Wie Sie das machen? Mit einer Tüte!



Abb. 2: Hyperventilation -Rückatmung, www.istockphoto.com, Hyperventilating, Dateinr.: 8438382 © Nina Shannon

Vorgehensweise bei der Rückatmung. Der Betroffene atmet in eine Tüte und atmet diese Luft erneut (und damit das Kohlendioxid) ein. Ich würde dreimal in die Tüte atmen und zurückatmen lassen, danach drei normale Atemzüge (ohne Tüte) und dann wieder dreimal Rückatmung anordnen. Die Symptome sollten sich recht schnell bessern. Außerdem sollten Sie den Patienten beruhigen, ihm die Angst und Aufregung nehmen.

Schwieriger ist die Situation, wenn beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma oder ein Schlaganfall die Ursachen der Hyperventilation sind. Auch hier kann akut die kontrollierte Rückatmung hilfreich sein, wahrscheinlich wird jedoch eine angepasste Sedierung erforderlich. Außerdem ist die Grunderkrankung zu berücksichtigen.

Geradezu knifflig ist die Lage, wenn eine Lungenerkrankung die Ursache oder die begleitende Ursache der Hyperventilation ist. In diesem Fall ist wahrscheinlich auch der Sauerstoffgehalt des Blutes verändert. Rückatmung oder Sedierung haben in diesem Fall nicht nur Auswirkungen auf den Kohlendioxidgehalt des Blutes, sondern auch auf den Sauerstoffgehalt. Infolgedessen sollte der Sauerstoffgehalt des Blutes auf jeden Fall mit beobachtet werden.


Falsche Hyperventilation


Der Begriff der Hyperventilation wird gelegentlich falsch verwendet. Ich möchte drei Beispiele nennen:



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