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Kurs: Notfall - Wiederbelebung (Teil 5), Mund-zu-Mund-Beatmung und Mund-zu-Nase- Beatmung

Lektion: 1

Seitentitel: Durchführung der Mund-zu-Nase-Beatmung

Durchführung der Mund-zu-Nase-Beatmung


Die Mund-zu-Nase-Beatmung ist nicht die erste Wahl zur Beatmung durch den Ersthelfer. Sie ist schwieriger in der Durchführung. Angewendet wird sie, wenn die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht möglich ist.


Sicherheit: Bei bekannten schweren Infektionen, z.B. HIV, Tuberkulose, infektiöse Hepatitis, Befall mit einem multiresistenten Erreger, wenden Sie die Mund-zu-Nase-Beatmung nicht an.


Vorbereitend zur Mund-zu-Nase-Beatmung, würde ich bei einem Patienten, von dem ich weiß, dass er eine Zahnprothese trägt, kurz in den Mund greifen und diese, sofern sie gelockert ist, entfernen. Am Oberkiefer sitzt die Prothese meist gut, am Unterkiefer ist sie häufig locker. Dieses Vorgehen finden Sie so nicht in den Leitlinien, es ist meine Empfehlung.


  1. Atmen Sie normal, weil Sie dem Patienten einen normalen Atemzug zukommen lassen wollen.

  2. Knien Sie sich seitlich neben den Kopf des Patienten.

    Mund-zu-Nase-Beatmung, Position des Helfers

    Abb. 19: Mund-zu-Nase-Beatmung, Position © Andreas Heimann-Heinevetter

    Liegt der Patient im Bett, stehen Sie natürlich! Sind Sie zu zweit, steht oder kniet der Helfer, der die Herzmassage durchführt, auf der Ihnen gegenüberliegenden Seite des Patienten.

  3. Legen Sie eine Hand auf die Stirn des Patienten, Mittel- und Zeigefinger der anderen Hand platzieren Sie unter die Kinnspitze des Patienten.

    Mund-zu-Nase-Beatmung,Haltung der Hände

    Abb. 20: Mund-zu-Nase-Beatmung, Hände © Andreas Heimann-Heinevetter


  4. Schieben Sie nun den Kopf des Patienten in seinen Nacken (das macht die Hand auf der Stirn). Gleichzeitig ziehen Sie mit den zwei Fingern der anderen Hand den Unterkiefer des Patienten etwas nach oben und schieben auch mit dieser Hand den Kopf nackenwärts.

    Mund-zu-Nase-Beatmung, überstrecken des Kopfes

    Abb. 21: Mund-zu-Nase-Beatmung, Atemwege frei © Andreas Heimann-Heinevetter


  5. Nun verändern Sie die Haltung der Hand am Kinn des Patienten. Die Innenfläche Ihrer Hand hält nun das Kinn in Position und drückt den Unterkiefer dabei gegen den Oberkiefer. Mit dem Daumen dieser Hand pressen Sie nun die Unterlippe des Patienten fest gegen seine Oberlippe. Dadurch verschließen Sie seinen Mund.

    Mund-zu-Nase-Beatmung, Verschluss des Mundes

    Abb. 21: Mund-zu-Nase-Beatmung, Lippen verschließen © Andreas Heimann-Heinevetter

    Dies ist der kritische Punkt, weil die Lippen weich sind. Wenn Sie durch die Nase beatmen, besteht die Gefahr, dass die Lippen nicht dicht halten. Üben Sie das bis hierhin mit Freunden oder Kollegen. Ein Gefühl für den richtigen Lippenschluss können Sie bekommen, wenn Ihr Übungspartner versucht, Luft durch die von Ihnen geschlossenen Lippen zu blasen. Es wird ihm sicher gelingen, doch sollte es nicht ganz einfach sein.


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