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Kurs: Krankenbeobachtung Puls (Teil 1), die Grundlagen - Arterien und Venen

Lektion: 1

Seitentitel: Körperkreislauf

Körperkreislauf


Der Körperkreislauf wird auch als „großer Kreislauf” oder als Hochdrucksystem bezeichnet. Er beginnt mit der Aorta, der Hauptschlagader. Das sauerstoffreiche Blut wird von der linken Herzkammer mit ordentlichem Druck (normalerweise 120 mmHg systolisch) in die Aorta gedrückt. Die Aorta verzweigt sich weiter in die Schlagadern, in Arterien wie z.B. die Arteria carotis communis (Halsschlagader) oder die Arteria femoralis (Oberschenkelschlagader). Die Arterien verzweigen sich weiter in kleine Arterien, dann zu Arteriolen bis hin zu den Kapillaren. Am arteriellen Eingang der Kapillaren beträgt der Blutdruck etwa 30 mmHg.


Jetzt wird es ein wenig ausführlich. Es geht darum, was im Kapillarnetz geschieht.


Die Wandung der Kapillaren ist dünn und durchlässig für Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffe, für Abfallprodukte des Stoffwechsels, auch für Wasser, aber normalerweise nicht für Eiweiße.


Innerhalb der Kapillaren befindet sich das Blut.



Abb. 3: Austausch von Stoffen in der Kapillare © Andreas Heimann-Heinevetter


Innerhalb der Kapillaren befindet sich das Blut. Dort ist z.B. die Konzentration von gelöstem Sauerstoff höher als im Interstitium (der Zwischenzellraum, dort befindet sich die Interstitialflüssigkeit) des umgebendem Gewebes. Nun findet ein Konzentrationsausgleich statt: Sauerstoff wandert durch die Kapillarwand ins umgebende Gewebe, innerhalb und außerhalb der Kapillaren wird die gleiche Konzentration an Sauerstoff angestrebt. Im Interstitium hingegen ist die Konzentration von Kohlendioxid höher als im Blut, entsprechend wandert es durch die Kapillarwand ins Blut, um abtransportiert zu werden. Gleiches geschieht zum Beispiel mit Nährstoffen (hohe Konzentration im Blut) und Stoffwechselendprodukten (hohe Konzentration im Interstitium) oder Medikamenten (hohe Konzentration im Blut). Physikalische Grundlage für diesen Konzentrationsausgleich ist die Diffusion (das Streben nach gleichmäßiger Durchmischung zweier Flüssigkeiten). Auf der Seite „Fachbegriffe einfach erklärt” finden Sie eine ausführlichere Erklärung und ein kleines Experiment.


Die Wände der Kapillare sind durchlässig für Wasser. Am arteriellen Schenkel der Kapillare herrscht ein Blutdruck von 30 mmHg, und sie hat sinngemäß „klitzekleine Löcher”. Der Druck auf der anderen Seite, also der Gegendruck oder Gewebedruck, geht gegen Null.

Was passiert? Wasser wird durch die „winzigen Löcher” ins Interstitium gepresst.

Am Ende der Kapillare, am venösen Schenkel, herrscht ein Druck von ca. 15 mmHg. Der Gewebsdruck ist immer noch gegen Null, das heißt, das abgepresste Wasser hat bis jetzt keinen vernünftigen Grund, wieder in die Adern zurückzufließen. Das würde bedeuten: mit jeder Kreislaufrunde des Blutes würde das Blut dicker und dicker werden. Das führte ziemlich schnell zu einem Zustand, der mit dem Leben nicht vereinbar ist. Außerdem würden sich dadurch richtig üble Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe) bilden.

Doch Glück gehabt - es gibt einen Gegenspieler, und zwar die Eiweiße im Blut. Eiweiß hat die Eigenschaft, Wasser anzuziehen. Im Blut befindet sich deutlich mehr Eiweiß als in der interstitiellen Flüssigkeit.

Was geschieht also? ...


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