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Kurs: Körpertemperatur, Fieber - eine heiße Angelegenheit (Teil 3) - Pflege bei Fieber. Alle Kursseiten sind im Demo verfügbar!

Lektion: 1

Seitentitel: Ursachensuche - Diagnostik

Ursachensuche - Diagnostik


Na ja, ob diese Seite eine „gute Idee" ist? Warum ich mich das frage? Nun, die Diagnostik kann sehr umfassend werden. So gesehen besteht für mich die Kunst darin, zu begrenzen und wegzulassen.


Trotzdem Diagnostik.


Nicht jeder Fiebernde hilft Ihnen so, wie in den anfangs beschriebenen Beispielen. Nicht jeder Fiebernde hat gelben eitrigen Auswurf und Luftnot (spricht für eine Lungenentzündung), Schmerzen beim Wasserlassen (spricht für einen Harnwegsinfekt) oder ist mit Pusteln übersät (irgendeine Infektionskrankheit; ist es ein Kind, sind es vielleicht Windpocken).


Bei der Diagnostik, gibt es grundsätzliche Unterschiede, das muss ich einfach so sagen, denn es ist persönliche Erfahrung. Der Unterschied liegt darin, wo der Patient mit 39,2° C Fieber angetroffen wird. Den formalen Weg der Diagnostik finden Sie weiter unten auf dieser Seite, Sie können das "schräg" geschriebene überspringen, sollten Sie in Eile sein.


Ist der Patient in einem Alten- und Pflegeheim, rufen Sie den guten Hausarzt an. Bei gut organisierten Praxen werden Sie dann zum „Doktor" durchgestellt. In der Regel fragt Sie der Arzt, ob Ihnen etwas aufgefallen ist. Ist das der Fall, ist es „gut". Haben Sie keine passenden Antworten, also schon eine gewisse Diagnose, fragt der Arzt nach dem allgemeinen Befinden des Bewohners und sagt (wenn es nicht  kritisch ist): „Ich komme am Abend nach der Sprechstunde vorbei!" Außerdem fragt er, ob Sie Paracetamol-Tabletten oder NovalginÒ-Tropfen  haben. Was Sie sicher bejahen können. Er verordnet eine gewisse Dosis, um das Fieber zu senken, ermahnt Sie aber, erneut anzurufen, wenn sich der Zustand des Patienten verschlechtert. Am Abend kommt der Arzt und untersucht den Bewohner eingehend. Wie es dann weitergeht, ist offen (Antibiotika bei konkretem Verdacht, abwarten ... aber wahrscheinlich erneuter Hausbesuch oder Einweisung ins Krankenhaus).

Mit dem anderen Hausarzt sprechen Sie gar nicht, sondern Sie sagen der Sprechstundenhilfe, was los ist. Zwei Stunden später erhalten Sie einen Rückruf: ein Rezept kann abgeholt werden: Ein breit wirkendes Antibiotikum  und NovalginÒ-Tropfen sind aufgeschrieben worden. Sollte der Zustand des Patienten sich nicht bessern, sollen Sie sich erneut melden.

Nun, diese Schilderung entspricht nicht meiner Phantasie, sondern ich habe Gesichter vor Augen. Und sollten Sie in einem Alten- und Pflegeheim arbeiten, wissen Sie genau, was ich meine. Es gibt sehr viele Abstufungen zwischen dem guten und dem anderen Hausarzt.


Anders verhält es sich, wenn Sie als Patient zum Hausarzt gehen. Der andere Hausarzt wird Sie befragen und untersuchen. Er wird in Ihren Rachen schauen, Ihren Hals abtasten, Ihre Lunge und Ihr Herz abhören. Und da beginnt schon der Unterschied, sofern da nichts auffällig ist. Der eine schickt Sie mit einem Antibiotikum und einem fiebersenkenden  Medikament nach Hause und sagt Ihnen, dass Sie nach drei Tagen bzw. wenn sich der Zustand verschlechtert wiederkommen sollen. Der gute Hausarzt  bittet Sie auf die Liege. Er hat zuvor aktuell Fieber gemessen, tastet Ihren Bauch ab und fragt Sie, ob Sie im Urlaub gewesen sind, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie mit Tieren zu tun haben, tastet Ihre Leiste ab (sucht nach geschwollenen Lymphknoten) und fragt unauffällig nach der Freundin oder dem Freund. Er wird Blut abnehmen, eine Urinprobe wünschen und Sie morgen wieder sehen wollen. Wahrscheinlich bietet er einen Hausbesuch an, sofern es Ihnen schlechter gehen sollte. Er wird Ihnen ein fiebersenkendes Medikament verschreiben und Ihnen sagen: „Wenn Sie über 39,0° C Fieber haben, dann nehmen Sie ... ein."


Die dritte Variante. Ein Patient schlägt mit 39,5° C Fieber im Krankenhaus auf. Seit über einer Woche hat er immer wieder Fieberschübe. Dr. „Guter Hausarzt“ hat ihn eingewiesen. Er kam nicht weiter, und die Sache wurde ihm im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß. Die Assistenzärztin in der Ambulanz des Krankenhauses leitet die Diagnostik ein. Was macht sie? Das ist die grundlegende Diagnostik bei Fieber!


Anamnese


Es ist eine Erhebung der Krankengeschichte des Patienten. Befragt wird der Patient selbst bzw. - sofern er nicht selbst in der Lage ist, Auskunft zu geben - die Angehörigen oder Begleitpersonen.


Die ausführliche Anamnese beinhaltet folgende Punkte:



Mehr oder weniger gleichzeitig erfolgt eine eingehende Untersuchung des Patienten.


Körperliche Untersuchung:



Untersuchung und Befragung des Patienten sind sehr wichtig, aber sie sind nicht alles. Verschiedene Labortests und andere Untersuchungen kommen hinzu.


Labortests und anderes:



Abb.4: Mikrobiologie, www.istockphoto.com, "Bacteria culture", Dateinr.: 8246476 © Andreas Reh



Selbstverständlich können die diagnostischen Maßnahmen bei Bedarf erweitert werden, ebenso ist es möglich, dass auf einzelne Untersuchungen verzichtet wird, weil sich z.B. schon im Verlauf der Anamnese oder körperlichen Untersuchung ein konkreter Verdacht ergibt.


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