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Einführung: Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 3) - Hypotonie: Ursachen, Diagnose, Therapie und Pflege
Ziele des Kurses
Symptom, Diagnostik, Krankheit – Diagnose: Hypotonie
Schellong-Test
Niedriger Blutdruck, Hypotonie - Ursachen
Niedriger Blutdruck, aber keine Hypotonie - Ursachen
Niedrige Blutdruckwerte - Einschätzung des Messergebnisses
Gefährlich niedriger Blutdruck - Schock - Schockformen und Ursachen
Symptome des Schocks
Erstmaßnahmen beim Schock
Schock im Altenheim
Hypotonie - Behandlung
Pflege bei Hypotonie
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
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Niedriger Blutdruck, Hypotonie - Ursachen


Hypotonie bzw. niedriger Blutdruck - welche Ursachen kann es haben? Ganz allgemein - wenn Sie mal an die Blutdruckregulation denken - kommen nur drei Grundursachen in Frage:


  • Eine zu geringe Blutmenge
  • Eine zu schwache Auswurfleistung des Herzens
  • Übermäßig weit gestellte Gefäße

Diese drei Gesichtspunkte sind leicht nachzuvollziehen.

Wird die Blutmenge verringert, so verringert sich zwangsläufig der Druck in den Arterien. Zu Beginn weniger, weil Gegenregulationen wie das Engstellen der Gefäße, eine Steigerung der Herzleistung sowie eine Verminderung der Urinausscheidung eingeleitet werden. Doch bei einer zunehmenden Verringerung der Blutmenge sinkt der Blutdruck zwangsläufig.

Pumpt das Herz zu schwach, aus welchen Gründen auch immer, ist es nachzuvollziehen, dass sich der Druck in den Arterien verringert.

Sind die Arterien zu weit gestellt - dies gilt insbesondere für die feinen Arteriolen -, so hat die vorhandene Blutmenge im Kreislauf „zu viel“ Platz, entsprechend sinkt der Blutdruck.

Doch nun im Einzelnen:


Primäre (essentielle) Hypotonie - Ursachen:


  • Keine Antwort ist auch eine Antwort, man weiß es nicht. Da jedoch junge, schlanke Frauen hiervon am häufigsten betroffen sind, wird vermutet, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Sekundäre Hypotonie - Ursachen:


Bei der sekundären Hypotonie gibt es eine Vielzahl von Ursachen, also Erkrankungen, in deren Folge es zu einer Hypotonie kommt.


  • Schilddrüsenunterfunktion. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen führt gewissermaßen dazu, dass der Körper auf Sparflamme läuft. Es kann zu einer Verlangsamung des Herzschlages kommen, und in der Folge ist der Blutdruck verringert.

  • Herzinsuffizienz. Das Herz arbeitet den Anforderungen des Kreislaufs nicht entsprechend, z.B. ist es durch die Folgen eines Herzinfarktes geschwächt (Muskelgewebe ist abgestorben), ist also nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut  (in der Menge und mit dem entsprechenden Druck) in den Körperkreislauf zu pumpen.

  • Aortenklappenstenose. Die Aortenklappe ist die Herzklappe. Sie ist das Ventil zwischen linker Herzkammer und Aorta. Das Blut kann normalerweise nur von der linken Herzkammer in die Aorta gedrückt werden.


    Abb. 8: Aortenklappe © Andreas Heimann-Heinevetter

    Bei einer Aortenklappenstenose ist die Aortenklappe selbst oder der Bereich direkt darunter oder dahinter eingeengt. Das heißt, die linke Herzkammer muss sich sehr anstrengen, um das Blut bei der Systole durch diese Engstelle zu pressen. Ist es eine leichte Stenose, so hat es kaum Auswirkungen auf den Blutdruck. Ist die Stenose ausgeprägt, so schafft es das Herz nicht, ausreichend Blut in den Körperkreislauf zu pressen. Der Blutdruck fällt ab.

  • Aortenklappeninsuffizienz. Landläufig spricht man hier von einer Aorteninsuffizienz. Es ist das Gegenteil der Stenose. Die Aortenklappe schließt nach der Systole nicht dicht ab. Was passiert? Natürlich strömt das Blut jetzt in beide Richtungen. In der Systole zieht sich der linke Herzmuskel zusammen, die Klappe öffnet sich, das Blut wird in die Aorta gedrückt, die Pulswelle rast durch den Körper, „Korotkow-Ton systolisch“. Der systolische Blutdruck ist weitgehend normal oder sogar hyperton, wenn es sich von Haus aus um einen Hypertoniker handelt. Aber jetzt kommt die Diastole. Die Klappe ist nicht dicht, und natürlich strömt ein Teil des Blutes aus der Aorta in die erschlaffte linke Herzkammer zurück. Der diastolische Blutdruck sinkt. Charakteristisch sind ein normaler oder sogar erhöhter systolischer Blutdruck (aus anderen Gründen, das hat nichts mit der Aortenklappeninsuffizienz zu tun, sondern mit den Ursachen einer Hypertonie) und ein erniedrigter diastolischer Blutdruck sowie die sich daraus ergebende große Blutdruckamplitude.

  • Herzrhythmusstörungen. Schlägt das Herz unregelmäßig, so sinkt der Blutdruck.

  • Nebennierenrindeninsuffizienz, das „Addison Syndrom“. Hierbei kommt es zu einem Mangel an Aldosteron. Aldosteron, Sie erinnern sich vielleicht, da war doch etwas? Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, das bei niedrigem Blutdruck in Gang gesetzt wurde.

    Abb. 9: Renin-Angiotensin-Aldosteron-System © Andreas Heimann-Heinevetter

    Kann  Aldosteron in der Nebennierenrinde nur unzureichend gebildet werden, so wird vermehrt Natrium und damit Wasser ausgeschieden (der Kaliumwert im Blut steigt übrigens an), und das Blutvolumen sinkt. Die Folge ist eine Hypotonie.

  • Länger anhaltende Bettlägerigkeit. Ich kann nur spekulieren, warum es da zu einer Hypotonie kommt. Allgemein vermute ich, ist es eine Anpassungsreaktion auf die fehlende körperliche Aktivität. Da der Patient  nur liegt, ist ein normaler Blutdruck nicht erforderlich. Entsprechend passt der Körper den Blutdruck auf niedrigere Werte an.

  • Medikamente. Viele Medikamente besitzen die unerwünschte Nebenwirkung, den Blutdruck zu senken. Beispiele sind z.B. Diuretika (harntreibende Medikamente), Analgetika (Schmerzmittel) oder Psychopharmaka (Medikamente mit Wirkung auf die Psyche).

  • Neuropathien, also Nervenschädigungen. Die gilt jedoch nur, wenn das vegetative Nervensystem mit betroffen ist.

Sicher gibt es noch andere Erkrankungen bzw. Gründe, die ursächlich für eine „sekundäre Hypotonie“ sind, doch mit den zuvor genannten kennen Sie die wesentlichen Gründe.


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