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Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Definition und Ursachen eines Notfalls
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Lebensbedrohliche Störungen der Herzfunktion
Lebensbedrohliche Störungen der Atmung
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Lebensbedrohliche Störungen der Atmung


Schwere Störungen der Atmung führen zu einem Sauerstoffmangel im Blut. In der Folge kann es zum hypoxisch bedingten Herzstillstand kommen. Bis es durch eine Störung der Atmung zum Herzstillstand kommt, vergeht in der Regel jedoch einige Zeit. Dies ermöglicht es Ihnen, frühzeitig zu handeln, bevor es zu einem Herzstillstand kommt.


Die nachfolgende Liste nennt häufig auftretende schwere Störungen der Atmung, in deren Folge es zu einem hypoxisch bedingten Herzstillstand kommen kann. Für Details zu den Erkrankungen klicken Sie bitte auf  „Mehr …".


  • Pneumonie

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  • Asthma bronchiale

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  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COLD)

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  • Narkoseüberhang, Medikamentenfehleinnahme, Vergiftungen

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Pneumonie


Als Pneumonie (Lungenentzündung) bezeichnet man akute oder chronische Entzündungen des Lungengewebes, also der Bronchien, Alveolen oder des Interstitiums.


Einteilung und Ursachen


Pneumonien lassen sich nach drei Grundkriterien einteilen:


1. Pathologisch-anatomisch


  • Nach Lokalisation: Alveoläre Pneumonie (meist bakterielle Ursache), interstitielle Pneumonie (häufig aufgrund einer Virusinfektion.
  • Nach ihrer Ausdehnung: Lappenpneumonie (lobäre Pneumonie) oder Herdpneumonie (lobuläre Pneumonie).

2. Äthiologische Einteilung

  • Infektiös bedingt, z.B. durch Viren, Bakterien, Pilzbefall oder Parasiten.
  • Physikalische Noxen, wie ein Fremdkörper oder Strahlung.
  • Chemische Noxen, wie Magensaft oder Gase.
  • Störungen des Kreislaufs, z.B. bei Lungenembolie oder Herzinfarkt.

3. Klinische Einteilung


  • Primär, also ohne bestehende Vorerkrankungen.
  • Sekundär, also auf der Basis einer anderen Grunderkrankung, z.B. Stauungspneumonie bei Kreislaufstörungen, Pneumonie bei Bronchusveränderungen durch Stenosen, Tumore und Ähnliches, aufgrund einer geschwächten Abwehrlage, wie bei HIV, oder aufgrund von mangelhafter Ventilation, z.B. bei Rippenfrakturen oder Bettlägerigkeit im Alter.

Symptome und Verlauf


Die Symptome und der Verlauf der einzelnen Pneumonieformen sind sehr unterschiedlich. Dabei gibt es einige Grundsymptome, die bei den meisten Patienten anzutreffen sind.


  • Häufig eine geschwächte Immunlage, aufgrund einer bestehenden Vorerkrankung, gerade bei Patienten, die sich schon in der Klinik befinden.
  • Häufig Fieber, eventuell mit Schüttelfrost.
  • Schwäche, schweres Krankheitsgefühl. Junge Menschen sind nicht selten in der Lage, die Symptome einer Lungenentzündung lange zu kompensieren. Werden sie jedoch symptomatisch (z.B. Luftnot), ist die Erkrankung häufig schon weit (und damit lebensbedrohlich) fortgeschritten.
  • Häufig Auswurf. Die Menge (wenig bis massig), Farbe (z.B. klar, gelblich, eitrig, grünlich, bräunlich, blutig) und Konsistenz (z.B. zäh, wässrig, schaumig) des Auswurfes unterscheiden sich je nach Ursache einer Pneumonie.
  • Fast immer Atemnot. Je fortgeschrittener eine Lungenentzündung ist, desto stärker die Atemnot.

Eine Pneumonie entwickelt sich meist schleichend über mehrere Stunden oder Tage, erst im späteren Stadium wird sie akut lebensbedrohlich.


Therapie


  • Die Therapie der Pneumonie richtet sich zum einen nach der Grunderkrankung, zum anderen gelten einige häufig angewandte Grundsätze.
  • Eventuell Beatmung.
  • Bei bakteriellen Infektionen Einsatz von Antibiotika. Auch bei sicher nicht bakteriellen Infektionen werden Antibiotika nicht selten eingesetzt, um eine sekundäre bakterielle Pneumonie zu verhindern.
  • Medikamentöse Verflüssigung des Bronchialschleims wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Gabe schleimlösender Medikamente.
  • Inhalationstherapie.
  • Physikalische Atemtherapie (Vibrationsmassage, Lagerung, Atemtraining).
  • Mobilisation.

Prognose


  • Die Prognose einer Lungenentzündung ist abhängig vom Alter, Zustand, Form und Grunderkrankung des Patienten. Bei jungen, sonst gesunden Menschen, sind Pneumonien in der Regel gut zu therapieren. Bei älteren, vorerkrankten Menschen, zählen sie hingegen zu einer der häufigsten Todesursachen.

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Asthma bronchiale


Asthma bronchiale ist definiert als das anfallsweise Auftreten von Atemnot mit einer rückbildbaren Verengung der Bronchien infolge von Entzündung und einer hyperreaktiven Bronchialschleimhaut. Hyperreaktiv bedeutet hier, die Bronchialschleimhaut reagiert überschießend auf potenziell die Bronchien verengende Reize wie z.B. Kälte oder Tabakrauch.


Etwa 5% der erwachsenen Gesamtbevölkerung leiden an Asthma bronchiale, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind wie Männer.


Formen und Ursachen


Grundsätzlich werden zwei Formen von Asthma bronchiale unterschieden:


  1. Das allergische Asthma oder (extrinsic asthma). Hierbei sind die Atemwege sensibilisiert auf Umweltallergene.
  2. Das nichtallergische Asthma (intrinsic asthma). Auslösend sind hier Infektionen, chemische oder physikalische Irritationen wie Staub oder kalte Luft, körperliche Anstrengung oder scheinbar allergische Reaktionen auf Schmerzmittel (Analgetika-Asthma)

Die reinen Formen des extrinsic oder intrinsic Asthma machen nur etwa 10% der Fälle bei Erwachsenen aus. Am häufigsten anzutreffen sind Mischformen. Bei Patienten über 45 Jahre überwiegt dabei das infektbedingte Asthma. Schwere, langanhaltende Asthmaanfälle werden als „status asthmaticus" bezeichnet.


Symptome


Ein Asthmaanfall ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:


  • Anfallsartig auftretende Atemnot
  • Ein pfeifendes Atemgeräusch bei der Ausatmung (exspiratorischer Stridor)
  • Zäher, häufig klarer Schleim

Diese drei Leitsymptome beruhen auf einer pathophysiologischen Trias (sinngemäß: drei Symptome einer Krankheit) von einem Bronchospasmus, einem Ödem der Bronchialschleimhaut und der Hypersekretion zähen Schleims, der „Dyskrinie".


Weitere Symptome sind:


  • Starker Hustenreiz
  • Tachykardie
  • Evtl. Schwitzen
  • Evtl. Zyanose
  • Anzeichen eines Sauerstoffmangels

Ein schwerer bzw. langandauernder Asthmaanfall kann zum Tode des Patienten führen.


Akuttherapie


Die Akuttherapie des Asthmaanfalls zieht darauf ab, diesen zu beenden, zu mildern oder zumindest eine weitere Verschlimmerung zu verhindern. Die Akuttherapie ist eher symptomatisch.


  • Sauerstoffgabe
  • Hochlagerung des Oberkörpers
  • Gabe von Dosieraerosolen mit bronchodilatatorischer Wirkung, Berotec® oder Sultanol®
  • Gabe von Cortisonpräparaten als Aerosol, z.B. Pulmicort® und i.V. z.B. Solu-Decortin® H 250 mg.
  • Intravenöse Gabe von Theopyllinpräparaten, z.B. Solosin® oder Bronchoretard®
  • Vorsichtige Sedierung

Eventuell muss der Patient noch am Notfallort intubiert und beatmet werden. Eine Verlegung auf die Intensivstation ist bei einem schweren Asthmaanfall dringend erforderlich. Der Patient kann innerhalb kurzer Zeit beatmungs- bzw. reanimationspflichtig werden.


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COLD/COPD


COLD steht für „chronic obstructive lung disease"; COPD wird als Synonym verwandt und ist die Abkürzung für „chronic obstructive pulmonary disease". Beide Begriffe stehen für die „chronisch obstruktive Bronchitis".


Die chronisch obstruktive Bronchitis zählt zu den häufigsten Ursachen für eine respiratorische Insuffizienz.


Ursachen


  • 90% aller Patienten mit COLD sind oder waren Raucher. Jeder zweite Raucher über 40 Jahre leidet unter einer chronischen Bronchitis.
  • Luftverschmutzung, vor allem in Verbindung mit feucht-kaltem Klima. So ist zum Beispiel die Häufigkeit der chronischen Bronchitis in Wales, Schottland und Nordirland stark erhöht.
  • Sinusitis in Verbindung mit Infekten der Bronchien.

Symptome


Zu unterscheiden bei den Symptomen der COLD sind allgemeine, je nach Stadium der Erkrankung, ständig vorhandene Symptome, und solche, die in Verbindung mit einem Infekt (infektexazerbierte COLD), also einer akuten Verschlechterung auftreten. Eine infektexazerbierte COLD, geht häufig in eine respiratorische Insuffizienz mit Beatmungspflicht einher.


Allgemeine Symptome:


  • Chronischer Husten mit Auswurf
  • Belastungsdyspnoe und Leistungsabfall

Bei Infektexazerbation


  • Ruhedyspnoe
  • Vermehrter entzündlicher Auswurf
  • Zyanose
  • Anzeichen eines Sauerstoffmangels

Akuttherapie bei infektexazerbierter COLD


Die Akuttherapie der infektexazerbierten COLD richtet sich auf die Therapie der respiratorischen Insuffizienz.


  • Sauerstoffgabe. Patienten in einer COLD regulieren ihre Atmung häufig über einen relativen Sauerstoffmangel. Grund hierfür ist, dass die Regulation über den arteriellen PaCO2 versagt hat, da dauerhaft ein hoher Kohlendioxidanteil im Blut zu finden ist. Die Patienten sind an diesen hohen Wert gewöhnt, und deshalb versagt die Atemregulation über diesen Mechanismus (klicken Sie hier, um sich den Mechanismus erklären zu lassen). Steigt jetzt der Sauerstoffgehalt im Blut, sinkt der Atemantrieb. Trotzdem ist im Notfall eine Sauerstoffgabe erforderlich.
  • Hochlagerung des Oberkörpers
  • Bei Verengung der Bronchien Gabe von bronchodilatatorischen Medikamenten wie bei Asthma bronchiale.
  • Eventuell Intubation und Beatmung.
  • Antibiotikagabe

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Narkoseüberhang, Medikamentenfehleinnahme, Vergiftungen


Bei den oben genannten „Krankheiten" handelt es sich nicht um solche im eigentlichen Wortsinn, vielmehr sind es Ursachen, die zu einer lebensbedrohlichen Störung der Atmung führen können.


Narkoseüberhang


Hatten Patienten eine Operation in Vollnarkose, werden sie normalerweise die erste Zeit nach der Operation im „Aufwachraum" überwacht. Der Patient muss wach und ansprechbar sein, bevor er auf die Station verlegt werden kann. In seltenen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass ein schon wach gewesener Patient wieder in die Narkose zurückfällt, z.B. wenn:


  • Die Operation vorzeitig beendet wurde. Gegebenenfalls wird dann ein Gegenmittel zum verwendeten Narkosemittel verabreicht (man spricht von „antagonisieren"), der Patient erwacht. Dieses Gegenmittel wird jedoch manchmal schneller abgebaut als das Narkosemittel. Dies bedeutet, der Patient ist erst wach und ansprechbar, solange das Gegenmittel zum Narkotikum wirkt. Lässt die Wirkung des Gegenmittels nach und ist das Narkotikum noch nicht vollständig abgebaut, fällt der Patient in die Narkose zurück. Beeinträchtigt ist dann vor allem die Atmung mit einer Verlangsamung bis zum Atemstillstand.
  • Bestimmte Inhalationsnarkotika werden im Fettgewebe gespeichert. Hat eine Operation lange gedauert und handelt es sich um einen sehr adipösen Patienten, kann es hierdurch zu Problemen kommen. Zum Ende der Operation wurde kein Narkosemittel mehr zugeführt, das Narkotikum wird abgeatmet, der Blutspiegel sinkt, der Patient erwacht. Atmet der Patient nun vermindert, z.B. weil er ein Schmerzmittel erhalten hat, kann es passieren, dass weniger Narkosemittel abgeatmet wird als vom Fettgewebe ins Blut strömt. Der Blutspiegel steigt, der Patient fällt wieder in Narkose. Auch hier ist eine Beeinträchtigung der Atmung (Verminderung bis zum Atemstillstand) das Leitsymptom.

Medikamentenfehleinnahme


Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Patienten im Krankenhaus ist die Medikamentenfehleinnahme oder auch Fehlverabreichung. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Patienten nehmen eigene Medikamente zusätzlich zu denen, die vom Arzt verordnet sind.
  • Patienten werden bei der Medikamentenverteilung verwechselt.
  • Medikamente gleichen Namens, aber unterschiedlicher Konzentration werden verabreicht.

Sie können sich sicher noch andere Möglichkeiten für die Fehleinnahme bzw. Fehlverabreichung von Medikamenten vorstellen.


Die Folgen eines solchen Fehlers, also einer Falschdosierung, sind individuell und je nach Präparat und verabreichter Dosis unterschiedlich. Eine Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und der Atmung sind jedoch augenfällige Symptome, die auftreten können und Sie aktiv werden lassen.


Vergiftungen


Vergiftungen mit Wirkung auf die Atmung, insbesondere den Atemantrieb, treten eher „in freier Wildbahn" auf als bei Patienten, die in einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung stationiert sind. Trotzdem ist so etwas nicht unmöglich, man denke nur an Blumen oder Weihnachtsgestecke.


Auch bei Vergiftungen fällt eine Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und der Atmung häufig als Erstes auf.


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  • Gesundheitspflege und Prävention (3 Kurse)
  • Ethik (1 Kurs)
  • Krankenbeobachtung Körpertemperatur (3 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Puls (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Blutdruck (4 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Atmung (3 Kurse)
  • Pflege bei Störungen der Atmung (1 Kurs)
  • Notfall und Wiederbelebung (7 Kurse)
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Identnummer: 20091216

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