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Durchführung der Mund-zu-Mund-Beatmung
Sicherheit: Bei bekannten schweren Infektionen, z.B. HIV, Tuberkulose, infektiöse Hepatitis, Befall mit einem multiresistenten Erreger, wenden Sie die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht an. Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist die in den Leitlinien zur Wiederbelebung favorisierte Methode zur Beatmung, sofern keine Hilfsmittel vorhanden sind. Auch Laien sind in der Lage, diese Art der Beatmung durchzuführen. Doch wie wird es gemacht?
Vorbereitend zur Mund-zu-Mund-Beatmung würde ich bei einem Patienten, von dem ich weiß, dass er eine Zahnprothese trägt, kurz in den Mund greifen und diese, sofern sie gelockert ist, entfernen. Am Oberkiefer sitzt die Prothese meist gut, am Unterkiefer ist sie häufig locker. Dieses Vorgehen finden Sie so nicht in den Leitlinien, es ist meine Empfehlung.
- Atmen Sie normal, weil Sie dem Patienten einen normalen Atemzug zukommen lassen wollen.
- Knien Sie sich seitlich neben den Kopf des Patienten.

Abb. 8: Mund-zu-Mund-Beatmung, Position © Andreas Heimann-Heinevetter Liegt der Patient im Bett, stehen Sie natürlich! Sind Sie zu zweit, steht oder kniet der Helfer, der die Herzmassage durchführt auf der Ihnen gegenüberliegenden Seite des Patienten.
- Legen Sie eine Hand auf die Stirn des Patienten, Mittel- und Zeigefinger der anderen Hand platzieren Sie unter die Kinnspitze des Patienten.

Abb. 9: Mund-zu-Mund-Beatmung, Hände © Andreas Heimann-Heinevetter
- Schieben Sie nun den Kopf des Patienten in seinen Nacken (das macht die Hand auf der Stirn), gleichzeitig ziehen Sie mit den zwei Fingern der anderen Hand den Unterkiefer des Patienten etwas nach oben und schieben auch mit dieser Hand den Kopf des Patienten nackenwärts.

Abb. 10: Mund-zu-Mund-Beatmung, Atemwege frei © Andreas Heimann-Heinevetter
- Falls der Mund des Patienten nicht geöffnet ist, öffnen Sie ihn etwas. Anschließend drehen Sie die Hand auf der Stirn so, dass Sie mit Zeigefinger und Daumen die Nasenflügel des Patienten erreichen. Mit Zeigefinger und Daumen halten Sie nun die Nase des Patienten zu. Achten Sie darauf, dass der Kopf in überstreckter Position bleibt, d.h., der Handballen bleibt auf der Stirn.

Abb. 11: Mund-zu-Mund-Beatmung, Nase zu © Andreas Heimann-Heinevetter Bis zu dieser Stelle können Sie das mit Kollegen oder Freunden üben. Die weitergehende Übung wäre eher etwas für „die Freundin, den Freund, den Mann, die Frau oder eben eine Übungspuppe".
- Atmen Sie normal ein, öffnen Sie Ihren Mund weit und umschließen Sie jetzt den gesamten Mund des Patienten mit Ihren Lippen (Sie müssen Ihren Mund richtig weit öffnen, um das zu können!). Die Nase des Patienten ist geschlossen und Sie halten seinen Kopf weiterhin in überstreckter Position.

Abb. 12: Mund-zu-Mund-Beatmung, Mund © Andreas Heimann-Heinevetter
- Nun atmen Sie aus und blasen dabei Ihre Ausatmung in den Mund (und damit in die Lungen) des Patienten. Schauen Sie dabei auf den Brustkorb des Patienten, dieser soll sich leicht heben.
Wichtig: Sie atmen normal aus, nur mit etwas Widerstand. Schließlich müssen Sie die Brust des Patienten mit Ihrer Atemspende anheben.

Abb. 13: Mund-zu-Mund-Beatmung, Atemspende © Andreas Heimann-Heinevetter Der Brustkorb des Patienten soll sich leicht heben, dann ist es genug. Das Lufteinblasen dauert etwa eine Sekunde.
Super! Das war die erste Atemspende!
- Lösen Sie nun Ihre Lippen vom Gesicht des Patienten, richten Sie sich auf und atmen Sie ein. Halten Sie den Kopf des Patienten in Position.

Abb. 14: Mund-zu-Mund-Beatmung, Ausatmung © Andreas Heimann-Heinevetter Der Brustkorb des Patienten senkt sich wieder, er atmet aus. Und jetzt spenden Sie den zweiten Atemzug, beginnen also mit Punkt 6!
- Das war's!
Wenn Sie zu zweit sind, halten Sie natürlich den Kopf des Patienten während der nachfolgenden Herzmassage für die nächsten Atemspenden in Position. Sind Sie allein, müssen Sie direkt nach der Atemspende wieder mit der Herzmassage beginnen, also 30 Thoraxkompressionen durchführen.
Es existiert eine Alternativmethode der Mund-zu-Mund-Beatmung. Hierbei ist die eine Hand nicht am Kinn platziert, sondern befindet sich im Nacken des Patienten. Ich persönlich halte die Alternativmethode für einfacher.

Abb. 15: Mund-zu-Mund-Beatmung, Alternativmethode. Eine Hand ist im Nacken des Patienten platziert © Andreas Heimann-Heinevetter
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