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Atemerleichternde Haltungen
Es gibt einige Körperhaltungen, die die Atmung erleichtern. Das Prinzip dabei ist immer das gleiche, es geht darum, den Schultergürtel zu entlasten. Einige dieser Stellungen werden Ihnen bekannt vorkommen. Sie haben sie schon einmal gesehen oder selbst eingenommen, z.B. beim Sport. Sie sollten Ihre Bewohner/ Patienten mit den atemerleichternden Haltungen bekannt machen, bevor die Atemnot auftritt.
Kutschersitz
 Abb. 22: Atemerleichternde Haltung - Kutschersitz © Andreas Heimann-HeinevetterDer Kutschersitz ist der Klassiker aus jedem Krankenpflegelehrbuch. Durch das Aufstützen der Arme wird der Schultergürtel entlastet und dadurch ist die Atmung erleichtert. Wichtig hierbei: Der Rücken sollte gerade sein und der Bauch entspannt. Bettsitz

Abb. 23: Atemerleichternde Haltung - Bettsitz © Andreas Heimann-HeinevetterDiese Haltung haben Sie sicher schon einmal bei einem Patienten beobachtet, der sich wegen starker Atemnot auf die Bettkante gesetzt hat. Auch hier wird durch das Aufstützen der Hände mit gestreckten Armen der Schultergürtel entlastet und so die Atmung erleichtert. Diese Haltung nehmen Patienten natürlicherweise ein, ohne Schulung. Sehen Sie einen Bewohner oder Patienten so auf der Bettkante sitzen, ist das ein Hinweis auf eine mögliche Atemnot. Schülersitz (Stuhllehensitz)

Abb. 24: Atemerleichternde Haltung - Schülersitz © Andreas Heimann-HeinevetterHier brauche ich Ihnen das Wirkprinzip nicht mehr näher zu erläutern. Die Frage ist, warum wird diese Haltung Schülersitz genannt? Hat das etwas mit dem Unterricht zu tun? Es gäbe mir sehr zu denken, wenn Sie jetzt so sitzen und mir den Rücken zuwenden würden! Im Übrigen halte ich diese Haltung für effektiver als den Kutschersitz. Tischsitz

Abb. 25: Atemerleichternde Haltung - Tischsitz © Andreas Heimann-HeinevetterBei einem niedrigen Tisch und einem hoch sitzenden Patienten ist die Haltung ineffektiv, weil der Oberkörper zu sehr gekrümmt ist, eventuell müssen Sie ein Kissen auf den Tisch legen. Paschasitz

Abb. 26: Atemerleichternde Haltung - Paschasitz © Andreas Heimann-HeinevetterDiese Haltung ist im Grunde nur im häuslichen Bereich realisierbar, denn Sie benötigen einen Sessel. Durch die Kissen auf den Armlehnen kommt es zum Heben des Schultergürtels. Eine passende Situation ist für mich z.B. nach der morgendlichen Körperpflege mit begleitender Belastungsdyspnoe, eben wenn zu erwarten ist, dass die Luftnot nachlässt. Verschränkte Hände hinter dem Kopf

Abb. 27: Atemerleichternde Haltung - Hände hinter dem Kopf © Andreas Heimann-HeinevetterBei dieser Haltung wird nicht nur der Schultergürtel angehoben, zusätzlich wird auch der Brustkorb gedehnt.Nicht bei jeder atemerleichternden Haltung sitzt der Patient, je nach Situation steht er. Die nächste Haltung haben Sie sicher selbst schon einmal eingenommen. Torwartstellung

Abb. 28: Atemerleichternde Haltung - Torwartstellung © Andreas Heimann-HeinevetterEs ist die klassische Haltung des Sportlers nach dem 1000-Meter-Lauf oder des Fußballspielers bei der Spielunterbrechung. Bei Menschen mit krankheitsbedingter Atemnot hingegen ist mir diese Haltung noch nie aufgefallen. Wandstellung

Abb. 29: Atemerleichternde Haltung - Wandstellung © Andreas Heimann-HeinevetterAuch diese Stellung kenne ich eher als Reaktion nach körperlicher Anstrengung beim Gesunden. Das Wirkprinzip ist auch hier der entlastete Schultergürtel mit der dadurch erleichterten Atmung. Tisch-, Stuhl- oder Rollatorstütze

Abb. 30: Atemerleichternde Haltung - Tisch-, Stuhl- oder Rollatorstütze © Andreas Heimann-HeinevetterDiese Haltung wird von Patienten/ Bewohnern mit Atemnot relativ häufig bei leichter Atemnot eingenommen, z.B. vor dem Gang vom Tisch zum Bett. Das Abstützen auf den Handgriffen des Rollators ist auch eine typische Ruheposition bei mäßiger Luftnot während eines kurzen Weges. Treppengeländer-Stellung

Abb. 31: Atemerleichternde Haltung – Treppengeländer-Stellung © Andreas Heimann-HeinevetterAuch dies dürfte eher eine atemerleichternde Haltung sein, die Sie aus der privaten Anschauung kennen, z.B. bei einem älteren Nachbarn, der während des Treppensteigens innehalten muss, um wieder Luft zu bekommen.Viele der atemerleichternden Haltungen kennt Ihr Patient, da er sie schon des Öfteren unwillkürlich bei Atemnot eingenommen hat. Trotzdem sollten Sie ihm die unterschiedlichen Haltungen vorstellen und üben lassen, so ist er für den Fall der Luftnot besser gerüstet.
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