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Einführung – Miktion und Harninkontinenz
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Urin – Beobachtungskriterien


Was kann man in Bezug auf die Urinausscheidung überhaupt beobachten? Eine ganze Menge, sofern man den Urin aufgefangen hat bzw. der Patient es zulässt, dass man die Ausscheidung beobachtet bzw. auf Fragen diesbezüglich konkret antworten kann.


Voraussetzung


Wenn Sie die Urinausscheidung eines Patienten oder Bewohners beobachten wollen, dann müssen Sie zuvor eine positive Beziehung zu ihm aufbauen.


Zur Toilette zu gehen, zu „pinkeln”, ist etwas sehr Persönliches.


Abb. 3:  Urinausscheidung - “Manneken Piss“, www.istockphoto.com, Manneken Pis in Brussels, Dateinr.: 1787824 © sumnersgraphicsinc

Die Urinausscheidung zu beobachten, auch indirekt durch gezielte Fragen, ist eine sensible Sache – oder erzählen Sie einem Fremden, dass Ihr Urin ganz fürchterlich „stinkt”?


Wenn Sie es geschafft haben, eine vertraute Beziehung aufzubauen, was können Sie dann günstigstenfalls beobachten? Beobachten bedeutet hier ausdrücklich nicht zwangsläufig daneben zu stehen, sondern den Patienten zu befragen.


Die Miktion


Mit dem Begriff Miktion bezeichnet man die willkürliche schmerzlose Entleerung der Harnblase.


Wenn Sie sich jetzt bitte einmal kurz verabschieden und zur Toilette gehen, um Wasser zu lassen! Nun ja, Sie könnten auf diesem Wege die Miktion einmal praktisch beobachten. Ihre eigene Miktion können Sie ohne Schwierigkeiten beobachten, wahrscheinlich ist Ihre Hauptbeobachtung dabei: „Alles in Ordnung, mir fällt nichts auf.”


Aber wie machen Sie das bei einem Patienten? Stellen Sie sich neben Ihren Patienten und sagen: „Nun mal los, ich muss Ihre Miktion beobachten.” Sicher nicht. Es gibt recht viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Wasser zu lassen. Allein schon, wenn jemand „zuhört” oder „zuschaut”.


Die direkte Beobachtung ist quasi ausgeschlossen, deshalb fragen Sie den Patienten. Übrigens ist es von Vorteil, wenn Schwestern möglichst die weiblichen Patienten und Pfleger die Männer befragen.


Die Urinmenge


Pro Miktion wird eine gewisse Menge Urin ausgeschieden. Sofern der Patient eine Urinflasche oder ein Steckbecken benutzt, können Sie das abmessen und damit beobachten. Was Sie ebenfalls beobachten können ist die Urinmenge pro Tag (24 Stunden), in dem der Urin gesammelt wird.


Kann oder will der Patient keine Urinflasche oder kein Steckbecken benutzen, dann können Sie die Urinmenge nicht oder nur mit deutlich größerem Aufwand beobachten. In diesem Fall müssen Sie die Inkontinenzversorgung vorher einmal wiegen und beim Wechsel entsprechend die Differenz ermitteln. Problematisch wird es, wenn gleichzeitig Stuhlgang in der Inkontinenzversorgung gelandet ist.



Abb. 4: Urinausscheidung - Inkontinenzversorgung, www.tena.de, Tena-Flex-pb © Bildquelle: SCA HYGIENE PRODUCTS

Noch schwieriger ist die Urinmenge festzustellen, wenn keine Inkontinenzversorgung getragen wird.


Wird der Urin über einen Blasenkatheter abgeleitet, so lässt sich die Urinmenge problemlos ermitteln. Wird ein Urinbeutel mit „Stundenurin” verwendet, dann ist die Messung auch auf kurze Zeiträume bezogen exakt.



Abb. 5:  Urinausscheidung - Katheterbeutel mit Stundenurin, www.uromed.de, Cystobag Urimeter 500 © Bildquelle: UROMED Kurt Drews GmbH

Die Urinfarbe


Wird der Urin in einer Urinflasche oder einem Katheterbeutel gesammelt, dann können Sie die Urinfarbe leicht beurteilen. Gleiches gilt für eine Urinprobe, die der Patient abgegeben hat.



Abb. 6:  Urinausscheidung - Urinfarbe, www.istockphoto.com, Urine Samples, Dateinr.: 14186198 © Martti Salmela

Benutzt der Patient eine Inkontinenzversorgung, dann ist es schwieriger, die Urinfarbe zu beurteilen, vor allem wenn Sie ungeübt sind. Mit der Zeit werden Sie jedoch ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich die Urinfarbe verändert.


Den mobilen Patienten oder Bewohner können Sie fragen, ob der Urin eine ungewöhnliche Farbe hat. Und Sie können den Patienten bei Auffälligkeiten bitten, eine Urinprobe abzugeben.


Übrigens, je nach Bauart und Farbe einer Toilette wirkt die gleiche Urinfarbe höchst unterschiedlich. Eine wichtige Rolle spielt auch, wie viel Wasser dem Urin direkt in der Toilette beigemengt wird.


Uringeruch


Nein, Sie werden sicher nicht an jeder Urinflasche und jedem Steckbecken schnuppern, um den Uringeruch zu ermitteln. Der normale Uringeruch wird von Ihnen zwar wahrgenommen, aber nicht „bemerkt“.

Erst wenn der Uringeruch verändert ist, der Urin z.B. „faulig-süßlich” oder sehr „streng” riecht, dann bemerken Sie den Uringeruch.


Dem Patienten geht es ähnlich, auch er bemerkt eine Veränderung des Uringeruchs erst bei einer Auffälligkeit.


Spezifisches Gewicht


Unter dem spezifischen Gewicht versteht man das Gewicht oder die Dichte einer Flüssigkeit. Die Maßeinheit ist Gramm pro Liter. Wird das spezifische Gewicht ermittelt, so spielt die Temperatur der Flüssigkeit eine wichtige Rolle. Ist die Flüssigkeit warm, dann dehnt sie sich aus und entsprechend sinkt das spezifische Gewicht.


Wasser hat ein spezifisches Gewicht von 1000g/l. Das spezifische Gewicht von Urin liegt darüber, je nach Konzentrationsgrad beträgt es 1015 bis 1025 g/l (gemessen bei 20° C Urintemperatur). Dieselkraftstoff ist leichter als Urin und Wasser, er hat ein spezifisches Gewicht von 820 bis 845 g/l.


Gemessen wird das spezifische Gewicht mit einem Urometer.


Beimengungen


Aus den vorangegangenen Kursen wissen Sie, dass der Urin natürliche Beimengungen wie z.B. die harnpflichtigen Substanzen oder gelöste Mineralstoffe hat.


Selbstverständlich kann der Urin weitere Beimengungen aufweisen, diese sind dann jedoch mehr oder weniger krankhaft. Denken Sie an Blutkörperchen, Eiweiß oder Glukose. Bakterien können sich im Urin befinden und in seltenen Fällen ein kleiner Nierenstein.


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Identnummer: 20091216

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