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Einführung – Physiologie der Niere (2)
Ziele des Kurses
Filtration und Rückresorption von Glukose und Aminosäuren
Filtration und Rückresorption harnpflichtiger Substanzen
Exkurs Säure-Basen-Haushalt: Ionen, Bikarbonat, Wasserstoffionen, Kohlendioxid, pH-Wert
Einfluss der Nieren auf den Säure-Basen-Haushalt
Autoregulation der Nierendurchblutung und glomeruläre Filtrationsrate
Tubuloglomeruläre Rückkopplung
Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, Erythropoietin – die hormonelle Funktion der Niere
Das Gegenstromprinzip
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Autoregulation der Nierendurchblutung und glomeruläre Filtrationsrate


Was für eine Überschrift! Lassen Sie es mich ein wenig erklären.


Der Mechanismus, über den der Primärharn gebildet wird, ist die Filtration. Entsprechend des Blutdrucks, der in den Kapillaren der Bowman-Kapsel herrscht, wird mehr oder weniger Primärharn abfiltriert. Je höher der Druck in den Kapillaren der Bowman-Kapsel, desto größer ist die Menge an Ultrafiltrat bzw. Primärharn.


Überlegen Sie bitte einmal, ob es günstig wäre, wenn die Menge des Primärharns und damit letztendlich die Menge des ausgeschiedenen Urins direkt von der Höhe des Blutdrucks abhängen würde. Hierzu einige Anregungen:


  • Sie haben ein erstes Date. Sie warten schon 15 Minuten am Bahnsteig. Jetzt fährt der Zug ein. Sie sind ganz aufgeregt. Ihr Herz bubbert, der Blutdruck steigt deutlich an, schlagartig würden Sie deutlich mehr Urin produzieren. Spätestens fünf Minuten nach der Begrüßung müssten Sie sich kurz verabschieden, um zur Toilette zu gehen und die Blase zu entleeren.

  • Sie haben ein Bewerbungsgespräch. Ihr Blutdruck ist vor Aufregung deutlich erhöht und damit stiege auch der Filtrationsdruck in der Bowman-Kapsel. Mehr Primärharn würde gebildet und entsprechend würde sich Ihre Harnblase im Eiltempo füllen. Ich vermute, dass es nicht den besten Eindruck machen würde, wenn Sie sich während des Gesprächs zweimal verabschiedeten, um die Toilette aufzusuchen.

  • Sie haben Streit mit Ihrem Partner. Nettigkeiten und vor allem das Gegenteil davon werden ausgetauscht. Sowohl Sie als auch Ihr Partner geraten richtig in Rage. Der Blutdruck steigt und mehr Primärharn würde filtriert … Wie es weitergeht, wissen Sie ja schon. Nun, was solche Situationen betrifft, würde ich mir wünschen, dass der Blutdruck im Körper eine direkte Auswirkung auf die Filtrationsrate in der Bowman-Kapsel hätte. Würde ein Streit durch häufige Toilettengänge unterbrochen, viel Geschirr bleibe heil und würde nicht auf dem Boden zerdeppert.

Ihre Lebenserfahrung widerspricht den geschilderten Situationen. Obwohl Ihr Blutdruck in den beschriebenen oder ähnlichen Situationen wahrscheinlich deutlich angestiegen ist, mussten Sie nicht plötzlich zur Toilette. Deshalb ist davon auszugehen, dass der Blutdruck in den Kapillarschlingen der Bowman-Kapsel nicht wesentlich angestiegen und die Filtrationsrate in etwa gleichgeblieben ist. Und so ist es in der Tat.


Die Niere hält den Blutdruck in der Bowman-Kapsel trotz teilweise erheblicher Schwankungen des Blutdrucks im Körper weitgehend konstant. Man bezeichnet dies als „Autoregulation der Nierendurchblutung und glomeruläre Filtration”.


Wie gelingt es der Niere, den Blutdruck in den Schlingen der Bowman-Kapsel konstant zu halten?


Bei arteriellen Blutdrücken (Mitteldruck) von 180 bis 80 mmHg im Körperkreislauf bleiben der Blutdruck und damit der Filtrationsdruck in der Bowman-Kapsel bei 50 mmHg konstant. Ist der Filtrationsdruck gleichbleibend, verändert sich auch die Filtrationsrate und damit die Menge des gebildeten Primärharns nicht. Es sind mehrere Regulationsmechanismen, die hier zum Tragen kommen.


Normaler Blutdruck


Im Vas afferens (zuleitendes Blutgefäß zur Bowman-Kapsel) und im Vas efferens (ableitendes Blutgefäß von der Bowman-Kapsel) befinden sich Druckrezeptoren. Diese überwachen den Blutdruck und damit den Filtrationsdruck in den dazwischen liegenden Kapillarschlingen der Bowman-Kapsel. Außerdem sind die Gefäßwände von Vas afferens und Vas efferens mit glatter Muskulatur ausgestattet. Mit Hilfe der glatten Muskulatur kann die Gefäßweite beider Gefäße verändert werden. Beide Gefäße können also unabhängig voneinander weit oder eng gestellt werden. Diese Regulation der Gefäßweite von Vas afferens und Vas efferens wird als „Bayliss-Effekt” bezeichnet.


Doch was geschieht in den unterschiedlichen Blutdrucksituationen?



Abb. 6: Autoregulation der Nierendurchblutung – normaler Blutdruck © Andreas Heimann-Heinevetter

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Identnummer: 20091216

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