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Auswahl der Schuhe


Diesen Teil des Expertenstandards sollten Sie im Original lesen, er ist amüsant. Ich bin mir nicht sicher, ob die Autoren des Standards gewollt ein wenig anders formulierten. Fakt ist jedoch, dass es ihnen gelungen ist, den Text in ungewöhnlicher Weise aufzulockern.

So wird z.B. eine Studie von Lindemann (2003) angeführt, die in Bezug auf die Balance feststellt, dass es viele akzeptable Schuhe gebe. Entscheidend sei jedoch, dass die Absatzhöhe (und jetzt kommt´s) unter einer noch zu ermittelnden kritischen Höhe liege.


Abb. 7: Kritische Absatzhöhe, www.istockphoto.com, 3D Pink High Heels Shoes - Front and Side View, Dateinr.: 16901725 © J7nuit

Ob die Summe aus Absatzhöhe + Körpergröße zu Höhenangst und Schwindel führt, darüber schweigen sich die Forscher aus.

Ebenfalls sehr spannend fand ich die Erkenntnisse zur Rutschfestigkeit von Schuhsohlen. Menz (2001) stellte z.B. fest, dass kein Schuh auf nassen Flächen rutschfest ist. Außerdem fiel ihm auf, dass ein Zusammenhang zwischen Rutschgefahr und Absatzhöhe besteht.

Noch besser sind Manning und Jones (2001). Sie fanden heraus, dass Sohlen aus „mikrozellulären Polyurethan AP66033“ am wenigsten rutschen.

Gehen Sie mit diesen Erkenntnissen mal in einen Schuhladen und sagen Sie:

Guten Tag. Ich hätte gerne Schuhe in der Größe 39 für meine sturzgefährdete Großmutter. Die Sohlen sollten aus mikrozellulären Polyurethan AP66033 bestehen, und die Absatzhöhe muss unter einer noch zu ermittelnden kritischen Höhe liegen.

Die pfiffige Schuhverkäuferin nimmt Sie zur Seite und zwinkert Ihnen zu. Leise flüstert sie: „Ich verstehe, versteckte Kamera. Das hatten wir schon einmal.“

Von denselben Autoren wird übrigens empfohlen, die Sohlen neuer Schuhe mit „Schleifpapier 100-er Körnung“ abzuschmirgeln und so stumpfer zu machen. Es mag ein guter Tipp sein, doch vermute ich, dass die meisten Heimbewohner wenig Verständnis für diese Maßnahme haben, mit der die neuen Schuhe „ruiniert“ werden.

Doch nun etwas Ernsthaftes. Ob das falsche Schuhwerk stürzen lässt, dazu liegen keine konkreten Studien vor. Was jedoch untersucht wurde ist der Zusammenhang zwischen Schuhen und deren Wirkungen auf die Balance.

Robbins (1992) stellte z.B. fest, dass sich Laufschuhe, also solche mit einer weichen und dicken Zwischensohle, schlecht auf die Balance auswirken. Im Umkehrschluss haben Schuhe mit einer dünnen, harten Zwischensohle positive Auswirkungen auf die Balance. Ungünstig auf die Balance wirken sich auch sehr bequeme (ich nenne das ausgelatschte) Schuhe aus.

Schuhe mit einem hohen Schaft haben laut Lord (1999) eine positive Wirkung auf die Körperbalance.

Mehrere Autoren (Meddaught 1996, Becker 2003, Huhn 2004) raten zu Stoppersocken in den Situationen, in denen keine Schuhe getragen werden.

Das richtige Schuhwerk zu wählen bzw. es dem Patienten oder Bewohner vorzuschlagen, unterliegt meiner Ansicht nach sehr vielen Faktoren.

  • Welche Auswahl an Schuhen ist vorhanden? Gibt es nur ein Paar feste Schuhe, so fällt die Auswahl leicht.

  • Zu welchem Anlass werden die Schuhe getragen? Es ist Heiligabend. Einer Ihrer Bewohner wird von den Angehörigen mit dem Wagen abgeholt. Er bleibt über Weihnachten bei der Familie. Zu diesem Anlass hat er sich schon in Schale geworfen. Nun, was denken Sie, welche Schuhe er wählen wird? Die festen Winterstiefel oder eher die Halbschuhe mit der ordentlichen Sohle?

  • Wo liegt die Hauptwegstrecke – in Gebäuden oder eher im Freien?

  • Wie lang ist die Wegstrecke – ein paar Meter oder hunderte Meter?

  • Wie ist der auf dem Weg zu erwartende Untergrund beschaffen – eben, glatt, holprig?

  • Wird der Patient oder Bewohner begleitet oder geht er allein?

Sie sehen, das richtige Schuhwerk auszuwählen bedeutet nicht zwangsläufig, die sichersten Schuhe zu wählen oder vorzuschlagen. Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, und daher gilt es, einen guten Kompromiss zu finden.

Schuhe kann man im Labor testen, doch benutzt werden sie „auf offener Straße“.



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