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Wege und Böden – Modifikation von Umgebungs-faktoren
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Wege und Böden – Modifikation von Umgebungsfaktoren


Schon an anderer Stelle bin ich auf mögliche Sturzrisiken, die sich aus der Umgebung ergeben, eingegangen. Sie zu modifizieren, also beispielsweise Stolperfallen zu beseitigen, ist meist ohne großen Aufwand möglich. Umgebungsfaktoren zu modifizieren bedeutet jedoch manchmal mehr, als nur eine lichtstärkere Glühbirne einzuschrauben. Wird z.B. eine Dusche mit Haltegriffen versehen oder rollstuhlgerecht umgebaut, so ist dies nicht nur aufwändig, sondern auch mit erheblichen Kosten verbunden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Umgebungsfaktoren, gerade in der häuslichen Umgebung, nur im Einvernehmen mit dem sturzgefährdeten Menschen verändert werden sollten. Es nutzt wenig, Möbel zu verstellen, einen Teppich zu entfernen oder die Beleuchtung zu verbessern, wenn der alte Mensch damit nicht einverstanden ist.

Das Gespräch mit dem Betroffenen über mögliche Veränderungen der häuslichen Umgebung bietet Ihnen zusätzlich die Möglichkeit der intensiven Beratung, einem, wie Sie wissen, wichtigen Instrument der Sturzprophylaxe.

Ich möchte Ihnen eine Übung vorschlagen:

  • Gehen Sie wachen Auges durch die Wohnung oder das Haus Ihrer Eltern oder besser noch Ihrer Großeltern und machen Sie sich dabei auf die Suche nach umgebungsbedingten Sturzrisiken.

  • Zu den einzelnen Sturzrisiken, die Sie entdecken, überlegen Sie sich entsprechende Modifikationen. Außerdem sollten Sie sich fragen, ob Ihre Eltern oder Großeltern die von Ihnen gemachten Vorschläge zur Verringerung des umgebungsbedingten Sturzrisikos überhaupt mittragen. Sprechen Sie mit ihnen darüber.

Ich führe die Übung bei meiner Mutter durch.

Ortstermin

Meine Mutter ist 79 Jahre alt und lebt allein in ihrer Wohnung. Vor fast zehn Jahren wurde eine künstliche Hüfte auf der rechen Seite aufgrund einer Hüftgelenksarthrose implantiert. Vor fünf Jahren kam es zu einem Sturz außerhalb der häuslichen Umgebung, die Folge war eine Schulterfraktur. Die Wohnung meiner Mutter liegt im Erdgeschoss eines siebenstöckigen Hochhauses. Meine Mutter ist altersentsprechend orientiert und beim Laufen vorsichtig.

Hauseingang und direkte Umgebung


Abb. 5: Sturzprävention Hauseingang © Andreas Heimann-Heinevetter

Auf den ersten Blick – alles in Ordnung. Sie sehen ein paar Stufen, seitliche Geländer sind vorhanden, ebenso eine Rampe für Rollstuhlfahrer. Die Beleuchtung am Abend ist durch eine Straßenlaterne (direkt vor dem Hauseingang) und automatisches Licht im Eingangsbereich sichergestellt. Was Sie auf dem Bild nicht sehen: Sobald die Stufen verlassen werden, fehlt jegliche Haltemöglichkeit, man befindet sich in der freien Wildbahn.

Bevor wir den Hausflur betreten, machen wir einen Abstecher zur Garage.


Abb. 6: Sturzrisiko - unebener Gehweg © Andreas Heimann-Heinevetter

Was entdecken hier meine „sturzrisikogeschärften“ Augen? Der Gehweg ist teilweise uneben! Auch hier gilt: so ist es in der freien Natur, unebene Gehwege müssen in Kauf genommen werden. Übrigens konnte meine Mutter mir auf Nachfrage alle Unebenheiten des Gehwegs benennen und sogar recht genau beschreiben.

Beleuchtet wird der Weg zur Garage durch ein dichtes Netz von Straßenlaternen (im Abstand von teilweise weniger als 25 Metern), allein auf dem Garagenvorplatz findet sich keine entsprechende Beleuchtung.

Zur schlechten Beleuchtung des Garagenvorplatzes merkte meine Mutter an, sie fahre nicht im Dunkeln, weil sie bei Dunkelheit schlecht sehen könne.

Für den Fußweg zur Bushaltestelle (150 Meter) gelten die gleichen Einschränkungen wie für den Weg zur Garage, auch hier sind meiner Mutter die „Schlaglöcher“ bekannt. Angesprochen auf winterliche Wetterverhältnisse sagte sie, die Wege würden geräumt und gestreut, aber bei „Schnee und Eis“ ginge sie ohnehin nicht allein aus dem Haus.

Der Hausflur


Abb. 7: Sturzrisiko – Hausflur © Andreas Heimann-Heinevetter

Wie Sie sehen, der Hausflur ist ein Hausflur, der Boden ist eben, Stolperfallen sind nicht auszumachen. Haltegriffe sind nicht vorhanden, doch der Weg von der Haus- bis zur Wohnungstür beträgt gerade einmal fünf Meter. Die Beleuchtung wird auf Knopfdruck aktiviert, lässt sich jedoch nicht vom Hauseingang aus starten. Das Beleuchtungsintervall beträgt 120 Sekunden, das dürfte für fünf Meter Wegstrecke ausreichen, da bleibt sogar noch Zeit für einen kurzen Plausch mit den Nachbarn. Vor der Wohnungstür liegt eine rutschfeste Fußmatte.


Bevor wir in die Wohnung gehen, lassen Sie uns einen Ausflug in den Keller machen.

Der Keller



Abb. 8: Sturzrisiko - Keller © Andreas Heimann-Heinevetter

Der Weg in den Keller spielt für meine Mutter eine wichtige Rolle, weil sich dort der Raum mit den Mülltonnen befindet. Die Kellertreppe ist nicht zu steil, ein seitliches Geländer ist vorhanden, die Beleuchtung ist ausreichend – bis hierhin ist alles bestens. Der Boden des Kellers ist eben und von der gleichen Beschaffenheit wie der Hausflur.

Doch es gibt eine Tücke!


Abb. 9: Sturzrisiko – Kellerbeleuchtung © Andreas Heimann-Heinevetter

Ist man im Keller (und der ist bei 64 Wohnparteien recht weitläufig), so kann es einem passieren, dass jemand ohne böse Absicht von anderer Stelle aus das Licht löscht, und dann steht man im Dunkeln. Natürlich gibt es noch weitere Lichtschalter im Keller, doch die muss man erst erreichen, und der Weg dorthin ist „zappenduster“. Eine Intervallschaltung mit Bewegungssensor wäre sicher eine bessere Lösung.

Nun, ich gebe zu, als Kinder haben wir uns einen Spaß daraus gemacht, den Nachbarn im Dunkeln stehen zu lassen, der uns ständig das Fußballspielen verboten hatte.

Wir verlassen den Keller und gehen in die Wohnung.

Wohnung Bodenbeläge


Abb. 10: Sturzrisiko – Bodenbeläge und Teppiche © Andreas Heimann-Heinevetter

Der Großteil der Wohnung ist mit kurzflorigem Teppichboden ausgelegt, der Küchenboden und das Bad sind gefliest. Teilweise liegen Teppiche oder Teppichläufer auf dem Teppichboden. Teppiche und Teppichläufer beinhalten ein gewisses Risiko, darüber zu stolpern, doch meine Mutter kennt jede Erhebung des Bodens und möchte nicht auf die Teppiche verzichten. Ernsthaft diskutieren würde ich über die Teppiche erst, wenn deren Enden mit Fransen versehen wären oder sie sich zu einer Wellenlandschaft aufbäumen würden. Würde meine Mutter einen Rollator benutzen oder hätte sie einen schlurfenden Gang, wäre mir beim Gedanken an die Teppiche ebenfalls nicht wohl. Doch da dies nicht der Fall ist, habe ich gegen die Teppiche nichts einzuwenden.

Türschwellen befinden sich, abgesehen von einer sehr niedrigen an der Eingangstür, keine in der Wohnung. Der Niveauunterschied zur Türschwelle an der Wohnungstür wird durch den Teppichboden auf der einen Seite und der Fußmatte auf der anderen fast komplett ausgeglichen.

Die Wohnung ist aufgeräumt, es liegen keine Gegenstände auf dem Boden herum, ebenso wenig versuchen sich turnende Haustiere als Stolperfalle. Die Situation in Bezug auf die Böden ist bei meiner Mutter risikoarm. Doch was könnten Sie bei anderen Ausgangssituationen unternehmen?

  • Unordnung auf dem Boden (Schuhe usw.) muss beseitigt werden. Überlegen Sie gemeinsam mit dem älteren Menschen, wie es zur Unordnung kommt und wie für mehr Ordnung auf dem Boden gesorgt werden kann. Eventuell hilft ein kleines Schuhregal oder ein Greifer, um Gegenstände vom Boden aufzuheben.

  • Haustiere, auch diesmal fordere ich Sie ausdrücklich nicht dazu auf, diese zu beseitigen. Haustiere, z.B. ein Hund, unterstützen die Mobilität. Entpuppen sich die Haustiere, wie z.B. die zwei niedlichen und so ungestümen Doggenwelpen als ein Sturzrisiko, dann muss dieses Problem angesprochen und gelöst werden. Eventuell können die Tiere außerhalb der Wohnung leben oder die Kinder übernehmen die Tiere in ihren Haushalt. Bei Hunden kann der Besuch einer „Hundeschule“ zu einer Verbesserung der Situation führen. Auch hier sind individuelle Lösungen gefragt.

  • Hochstehende Teppichkanten können mit speziellen Teppichnägeln am Boden fixiert werden. Sind Teppiche oder Teppichböden gewellt, dann suchen Sie bitte Rat bei einem Fachmann.

  • Teppiche mit Fransen lassen sich „umketteln“, dadurch verschwinden die Fransen.

  • Allgemein sollte man bei Teppichen oder Teppichböden, die durch Unebenheiten zu einem Sturzrisiko werden, in Betracht ziehen, diese zu entfernen und durch einen glatten Bodenbelag zu ersetzen. Bestens geeignet wäre ein Vinylbelag, wie Donald 2002 in einer Studie herausfand.

  • Die Gefahr, auf einem nassen Boden im Bad (nach dem Duschen oder Baden) zu stürzen, lässt sich durch spezielle Badematten oder ein auf den Boden gelegtes Badetuch mildern.

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Identnummer: 20091216

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