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Sturzrisikoeinschätzung: Timed Up and Go Test


Dieses Assessmentinstrument wird vorwiegend im geriatrischen Bereich eingesetzt. Gemessen wird die Zeit, die ein Patient oder Bewohner benötigt, um vom Stuhl aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und sich dann wieder hinzusetzen. Je nach Zeitdauer, die ein Patient benötigt, wird der Test bewertet. Dieser Test wurde von Podsiadlo und Richardson 1991 entwickelt.

Doch wie läuft der Test im Detail ab? Dies zu wissen ist wichtig, da die Zeit letztendlich in Sekunden gemessen wird.


Abb. 2: Assessmentinstrument – Timed Up and Go Test, www.istockphoto.com, red velvet antique chair, Dateinr.: 12828462 © Carina Lochner

Durchführung:

Der Patient oder Bewohner sitzt auf einem Stuhl mit Armlehnen, der Rücken des Patienten sollte die Stuhllehne berühren, die Arme liegen bequem auf den Armlehnen. Auf Kommando soll der Patient/Bewohner aufstehen und drei Meter vorwärtslaufen (z.B. bis zu einer Wand oder einer Markierung auf dem Boden), sich umdrehen, zurückgehen und sich wieder auf den Stuhl setzen. Die Zeit, die vom Kommando zum Losgehen bis zum erneuten Hinsetzen benötigt wird, ist das Messergebnis.

Der Patient/Bewohner darf das Ganze einmal ausprobieren oder es sich von demjenigen, der den Test durchführt, vorführen lassen. Gehhilfen, wie z.B. ein Gehstock, dürfen vom Patienten benutzt werden.

Gemessen wird die Zeit, die vom Patienten zur Durchführung des Tests, also vom Kommando bis zum erneuten Hinsetzen (sicher sitzen), benötigt wird.

Auswertung:

  • Alle, die weniger als zehn Sekunden zur Durchführung des Tests benötigen, sind in der Mobilität vollständig unabhängig.

  • Eine Durchführungszeit von zehn bis 19 Sekunden weist auf eine Mobilitätseinschränkung hin, die jedoch allgemein die Funktion des Laufens nicht beeinträchtigt.

  • Dauert es 20 bis 29 Sekunden vom Testbeginn bis zum Testende, liegt eine Mobilitätseinschränkung vor, die funktionelle Auswirkungen hat. Hier sollte weitere Ursachenforschung betrieben werden.

  • Werden mehr als 30 Sekunden benötigt, so ist die Mobilitätseinschränkung derart ausgeprägt, dass auf jeden Fall eine Behandlung (wenn möglich) bzw. eine Versorgung mit Hilfsmitteln eingeleitet werden sollte.

Der Test ist einfach; in der Regel werden nicht mehr als fünf Minuten zur Durchführung benötigt.

An dieser Stelle erneut die Frage an Sie: Was halten Sie von diesem Assessmentinstrument im Hinblick auf die Identifikation eines Sturzrisikos?

Schön finde ich am „Timed Up and Go Test“, dass er einfach durchzuführen ist. Ansonsten werden auch hier nur sehr wenige Sturzrisiken konkret abgefragt, vielmehr werden einzig die Fähigkeit des Aufstehens und Gehens beurteilt. Wie jemand aufsteht bzw. wie der Bewohner oder Patient läuft, bleibt abgesehen von einer Beurteilung der Geschwindigkeit im Dunkeln. Außerdem ist der Test nicht für jeden geeignet. Ich denke, es gibt z.B. Schwierigkeiten, einem dementen Menschen diesen Test nahezubringen. Was die Aussagekraft bzw. Durchführbarkeit bei einem Blinden betrifft, bin ich ebenso skeptisch.

Das Ergebnis des Tests ist meiner Ansicht nach nur, dass ein Bewohner/Patient mehr oder weniger gut/schnell aufstehen und laufen kann und dass diese Beschreibung mit einem konkreten Wert (Sekunden) versehen wird. Sofern ich ein schlechtes Testergebnis als Hinweis auf ein erhöhtes Sturzrisiko werte, stehe ich nach dem Test am Anfang und muss die konkreten Sturzrisiken identifizieren.

Die Autoren des Expertenstandards haben in der Literatur ebenfalls nach Bewertungen des „Timed Up and Go Test“ gesucht.

So bewertet Lundin-Olsson (1998) diesen Test eher positiv. Seiner Ansicht nach ist ein schlechtes Testergebnis ein valides Zeichen für Gebrechlichkeit. Den Test selbst hält er für ein sinnvolles Instrument zur Identifikation sturzgefährdeter Patienten.

Boulgarides (2003) bescheinigt dem „Timed Up and Go Test“ hingegen eine geringe Vorhersagekraft und bemängelt dies insbesondere in Bezug auf aktive und selbstständige Personen.


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