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Assessmentinstrumente


Wenn Sie einen Vortrag zum Thema Expertenstandards in der Pflege hören, z.B. auf einem Pflegekongress, wird immer wieder der Begriff „Assessmentinstrument“ fallen. Sollten Sie den Begriff nicht kennen, werden Sie sich wahrscheinlich nicht melden, um ihn sich erklären zu lassen. Es wäre ja „peinlich“, sich vor allen Zuhörern als der einzig Unwissende zu enttarnen.


Abb. 1: Assessmentinstrument – Ich habe da mal eine Frage, www.istockphoto.com, Microphones At Press Conference, Dateinr.: 7325731 © ginosphotos



Bis vor einigen Jahren hatte ich ehrlich gesagt nicht die geringste Ahnung, was ein Assessmentinstrument ist. Seit einiger Zeit habe ich zwar eine recht konkrete Vorstellung davon, doch erst seit ich mich mit den Expertenstandards beschäftige, ist die Vorstellung klar und deutlich.


Assessmentinstrumente dienen der strukturierten und systematischen Erfassung des Ist-Zustands.


Assessmentinstrumente sind z.B. Skalen, Tests oder Fragebögen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt hierbei ist, dass aus der Nutzung eines solchen Tests eine Handlung erfolgt. Das heißt, Sie führen einen Test zur Ermittlung des Sturzrisikos nicht zum Zeitvertreib durch. Hat ein Test beispielsweise ein hohes Sturzrisiko ausgewiesen, sollten konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Sturzrisikos die Folge sein.

Ein Assessmentinstrument sollte zuverlässige Ergebnisse liefern. Schlecht wäre es, wenn Patienten als sturzgefährdet identifiziert würden, die es nicht sind, weil bei ihnen unnötige Maßnahmen zur Verhinderung von Stürzen durchgeführt und damit enge Ressourcen (z.B. Personal) vergeudet würden. Noch ungünstiger wäre es, wenn ein sturzgefährdeter Patient nicht auffällt und damit mögliche Maßnahmen, die einen Sturz verhindern könnten, unterbleiben.

Entsprechend müssen Assessmentinstrumente einige Gütekriterien erfüllen:

  • Spezifität. Hierunter ist zu verstehen, dass ein Test z.B. auf Sturzrisiken ausgerichtet sein muss. Ein einfaches Beispiel: Mit der Atemskala nach Bienstein werden Sie das Sturzrisiko kaum bestimmen können. Andererseits darf ein Test gerade in Bezug auf Sturzrisiken nicht zu spezifisch sein, d.h., wird nur ein einzelnes Risiko, z.B. eine Unterform der Sehstörungen abgefragt, so führt dieser Test ebenfalls zu keinem befriedigenden Ergebnis.

  • Sensibilität. Ist ein Test wenig sensibel, so wird durch ihn ein Sturzrisiko nicht „bemerkt“ - ähnlich wie ein Rauchmelder, der erst reagiert, wenn die Batterien zu schmelzen beginnen. Ist die Sensibilität jedoch zu hoch, werden Sturzrisiken identifiziert, die nicht vorhanden sind. Um beim Vergleich mit dem Rauchmelder zu bleiben: Es wäre so, als würde er die Feuerwehr alarmieren, wenn ein vorbeigehender Passant ein Streichholz anzündet. Ein Assessmentinstrument muss also die „richtige“ Sensibilität aufweisen.

  • Reliabilität. Dieser Begriff beschreibt die Zuverlässigkeit des Assessmentinstruments, also wie genau der Test ist, und ob er überhaupt das misst, was er messen soll. Ein schlechtes Assessmentinstrument gibt Ihnen ein Ergebnis im Sinne von: „Könnte sein, dass der Patient sturzgefährdet ist; es könnte aber ebenso sein, dass er nicht sturzgefährdet ist.“ Eine andere Aussage eines schlechten Assessmentinstruments wäre: „Die Sturzgefährdung des Patienten liegt bei einer Skala von 1-10 zwischen 2 und 9.“

  • Validität. Dieser Begriff beschreibt die Gültigkeit der Messmethode, er klärt also die Frage, ob eine Messmethode geeignet ist, zu einer Fragestellung überhaupt eine Aussage treffen zu können. Wie erkläre ich Ihnen das, so dass Sie es verstehen können? Denn für mich ist Validität auf den ersten Blick so ziemlich das Gleiche wie Reliabilität. Aber etwas, das zuverlässig ist, muss nicht unbedingt gültig sein.

    Lassen Sie uns ein wenig vom Sturzgeschehen abrücken.

    Sie kennen vielleicht Menschen, die spüren, wenn sich das Wetter ändert, weil eine Narbe zu schmerzen beginnt oder ein „Hühnerauge“ sticht.  Die Aussagen dieser Menschen, Ihrer Großmutter oder Ihres Bekannten sind zuverlässig, sogar recht genau … Ihre Großmutter kann zwischen Gewittern und Landregen unterscheiden. So gesehen würde man dem Regen-Assessmentinstrument „Großmutter mit Narbe und Hühnerauge“ durchaus eine hohe „Reliabilität“ bescheinigen. Die Zuverlässigkeit ihrer Aussagen und die Messgenauigkeit sind hoch. Doch die Validität dieses familiären „Regen-Assessmentinstruments“ ist gering, weil die Narbe und das Hühnerauge Ihrer Großmutter wahrlich keine meteorologischen Messinstrumente sind.

    Die Wettervorhersage in den Nachrichten hingegen besitzt gültige und genaue Messmethoden, hat also eine hohe Validität. Aufgrund exakter Messergebnisse und wissenschaftlicher Erkenntnisse wird eine Vorhersage getroffen, die jedoch manchmal recht ungenau ist, da sie wenig Reliabilität besitzt.

    Ihre Großmutter hingegen hat bei den Aussagen zum morgigen Wetter eine hohe und recht exakte Trefferquote. Sie trifft zuverlässige Aussagen, ob ein Grillabend am nächsten Tag ins Wasser fällt oder nicht. Die Reliabilität ist also hoch. Was dagegen die Messmethode (die Narbe in Kombination mit dem Hühnerauge) betrifft, so ist sie recht unwissenschaftlich, genaue Messwerte werden nicht erhoben. Ein wissenschaftlicher Hintergrund existiert nicht, entsprechend ist die Validität sehr gering.

Zurück zum Sturz. Die Assessmentinstrumente zum Sturz (Tests, Skalen, Fragebögen) müssen also genau diese Gütekriterien aufweisen, um ein verwertbares Ergebnis zu liefern. Außerdem müssen sie leicht anwendbar und nicht mit zu hohem Aufwand verbunden sein. Zu guter Letzt sollten sie, wie schon erwähnt, in der Auswertung auf konkrete Handlungen, d.h. auf die pflegerische Intervention hinweisen.

Setting

Dies ist ein weiterer Begriff, der im Zusammenhang mit Assessmentinstrumenten oft verwendet wird. Unter „Setting“ versteht man die Umgebung (Krankenhaus, Pflegeheim, Wohnung des Patienten), in der ein Assessmentinstrument eingesetzt wird. Es ist nachvollziehbar, dass nicht jedes Assessmentinstrument in jeder Umgebung eingesetzt werden kann bzw. zu jedem Setting passt.

Im Folgenden werden ich Ihnen einige der Assessmentinstrumente zur Ermittlung des Sturzrisikos vorstellen. Überprüfen Sie diese einfach mal hinsichtlich der Gütekriterien eines Assessmentinstruments.


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Identnummer: 20091216

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