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Einführung - Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege (Teil 1): Sturz ein gesellschaftliches Problem
Ziele des Kurses
Hinfallen, ausgerutscht, gestolpert, gestürzt
Epidemiologie: Wer stürzt wie oft mit welchen Folgen?
Erstversorgung bei einem Sturz
Körperliche Sturzfolgen
Psychische Sturzfolgen
Ökonomische Sturzfolgen
Bedeutung der Sturzrisikofaktoren
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Hinfallen, ausgerutscht, gestolpert, gestürzt


Mancher spricht davon, hingefallen zu sein, ein anderer ist konkreter, er ist ausgerutscht oder gestolpert. Man ist gestürzt. Doch was ist ein Sturz?

Es gibt eine allgemeingültige Definition eines Sturzes, die auch im Expertenstandard zugrundegelegt wird:


„Ein Sturz ist jedes Ereignis, in dessen Folge eine Person unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer tieferen Ebene zu liegen kommt."


Normalerweise werden bei dieser Definition Stürze, die auf Gewalteinwirkung, Bewusstseinsverlust, plötzlichen Lähmungen oder einem epileptischen Anfall beruhen, nicht berücksichtigt. Im Expertenstandard wird diese Art von Stürzen jedoch nicht ausgeschlossen. Die Begründung ist einfach und nachvollziehbar. Selten sind Sie bei einem Sturz Ihres Patienten oder Bewohners direkt zugegen, viel häufiger kommt es vor, dass Sie den Patienten am Boden liegend vorfinden und nicht wissen, ob er beispielsweise kurzzeitig das Bewusstsein verloren oder ob ihn jemand gewollt oder versehentlich angestoßen (geschubst) hat. Deshalb hat man sich in der Expertengruppe darauf geeinigt, die allgemeine Definition ohne Einschränkung zu verwenden.

Bevor ich nachher auf mögliche Sturzfolgen und -risiken eingehe, zunächst ein kleiner Ausflug in die Welt der Stürze. Sicher haben Sie den einen oder anderen Sturz schon selbst erlebt.


Nachfolgendes sind meine Überlegungen, kein Expertenstandard!


Laufen lernen



Abb. 1: Sturzerfahrung: Laufen lernen, www.istockphoto.com, Baby girl falling in a sand hole, Dateinr. 5456010  © Loic Bernard

An Ihre Sturzerfahrungen als Baby oder Kleinkind werden Sie sich sicher nicht mehr erinnern. Als Sie laufen gelernt haben, sind Sie bestimmt hunderte Male auf Ihren Po geplumpst. Zuerst windelgepolstert, später etwas härter. Doch Ihr Abstand zum Boden war klein (Fachbegriff: Po-Boden-Distanz). In der Regel ist nichts passiert. Beim Laufen lernen fallen die Kleinkinder fast immer auf den Po, als wäre da ein Magnet eingebaut, der sie zu Boden zieht. Vielleicht sind Sie auch einmal schwerer gestürzt, z.B. vom Wickeltisch oder aus dem Kinderwagen gefallen. Obwohl diese Art von Stürzen sehr viel gefährlicher ist, passiert sehr kleinen Kindern meist nichts dabei.


Laufen lernen ist für einen kleinen Menschen zwar mit einem extrem hohen Sturzrisiko verbunden, jedoch unter normalen Umständen mit keinem Gesundheitsrisiko.


Kindergartenalter



Abb. 2: Sturzerfahrung: Kindergartenalter, www.istockphoto.com, Toddler Takes a Tumble Off Bike, Dateinr. 9287213 © Judy Barranco

In diesem Alter stürzen Kinder immer noch sehr häufig. Doch sind Sie als Kind gestürzt? In der Regel nicht, Sie sind „hingefallen“. Kein Kind würde sagen, ich bin im Kindergarten gestürzt, es sagt: „Ich bin hingefallen“ oder etwas cooler „hingeflogen“. Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr „hinzufliegen“ gehört einfach dazu. Und auch hier passiert den Kindern in den meisten Fällen nichts. Trotzdem, dieses Alter hinterlässt nicht selten die erste Narbe. Ob es beim Fahrradfahren (-lernen) ist, der Roller sich überschlägt oder einfach die Treppenstufe zehn Zentimeter zu früh kam. Es wird nicht mehr auf den Po gefallen, sondern eher nach vorn und manchmal aufs Gesicht. Viele junge Erwachsene tragen eine kleine Narbe am Kinn. Fragen Sie mal nach, wie diese Narbe entstanden ist. Die häufige Antwort ist, „Als Kind bin ich einmal schlimm gestürzt“. Da spricht dann der Erwachsene. Es ist nicht mehr die Rede vom „Hinfallen", sondern vom Sturz.


Kindesalter



Abb. 3: Sturzerfahrung: Kindesalter, www.istockphoto.com, Toddler Takes a Tumble Off Bike, Dateinr. 9287213 © Judy Barranco

Im Kindesalter, also zwischen dem siebten und zwölften Lebensjahr, sind Sie seltener hingefallen. Wenn Sie stürzten, hatte es nicht selten schlicht mit Unaufmerksamkeit, Sport, einem neuen Sportgerät oder Risiko zu tun. Als ich in diesem Alter war, waren meine Knie - im Grunde genommen mehr oder weniger den ganzen Sommer über - eine nicht verheilende Schürfwunde. Beobachten Sie mal Kinder in diesem Alter, vor allem die zwischen sieben und neun Jahren: Sie gehen selten, rennen jedoch oft. In dem Alter kommt es nicht selten zu ersten wirklichen Stürzen mit Knochenbrüchen. Das liegt weniger an der Entfernung zum Boden, sondern vielmehr an der Geschwindigkeit und damit der Kraft, die auf einen Knochen wirkt.


Jugend



Abb. 4: Sturzerfahrung: Jugend, www.istockphoto.com, Playing foul, Dateinr. 14090248 © Jeannot Olivet

In der Jugend passiert eigentlich nichts mehr in Bezug auf Stürze. Man ist flinker und wendiger als Vater und Mutter, kann besser auf Bäume klettern und sich am Boden bewegen. Im Grunde ist es die sturzarme Zeit. Wenn man als Jugendlicher mal stürzt, fängt man sich ab, rollt sich ab ... landet irgendwie auf den Füßen. Allenfalls Glatteis kann einen unvorbereitet auf den „Hintern“ setzen.


In diesem Alter sind nach meiner Einschätzung Sport und die möglichen Fouls das Sturzrisiko Nummer eins. Dann kommt sehr lange gar nichts und dann wieder Sport. Das zweite Risiko, eher im jungen „Teenie-Alter“ (zwischen 13 und 15 Jahren), ist die Selbstüberschätzung: zu hoch geklettert und zu tief gefallen.


Die Sturzfolgen können ernsthaft sein.


Erwachsenenalter



Abb. 5: Sturzerfahrung: Erwachsenenalter, www.istockphoto.com, Cautionary Tale, Dateinr. 3158904 © Craig Craver

Bis Sie fünfzig sind, sind Sie, was Stürze betrifft, im Wesentlichen auf der sicheren Seite. Wenn Sie stürzen, ist die Ursache häufig Unbedachtheit. Später, wenn Sie zwischen vierzig und fünfzig sind, ist die Ursache die fehlende Brille, das Glatteis oder der Sport, z.B. Eislaufen mit den Kindern. Sollten Sie stürzen, können Knochen brechen. Laut Expertenstandard beginnen hier erste Sturzrisiken zu greifen, wie Sie später lesen werden.


Alt sein



Abb. 6: Sturzerfahrung: Alt sein, www.istockphoto.com, Fallen, Dateinr. 11852476 © Imagesbybarbara

Sie und ich haben das Alter noch nicht erreicht, sind nicht über 65 Jahre alt und stürzen statistisch nicht mindestens einmal im Jahr. Doch wenn wir in diesem Alter sind, plumpsen wir nicht mehr auf den Po, sondern wir „stürzen", brechen uns eventuell einen Knochen oder haben schmerzhafte Prellungen. Im Alter sind Stürze nicht „ohne“, sie tun nicht nur weh oder verletzen uns, sondern sie machen uns zusätzlich unsicher, ängstlich und vielleicht sogar einsam.


Nun ja, und um diese Art von Stürzen geht es in der Hauptsache, so wie ich den Expertenstandard interpretiere, weil er sich auf die Pflege bezieht.



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Identnummer: 20091216

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