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Einführung: Krankenbeobachtung - Atmung, Anatomie, Physiologie, Beobachtungskriterien
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Atmen

Gut, dass wir uns nicht den ganzen Tag bzw. die ganze Nacht damit beschäftigen müssen.

Die Atmung als solche ist nicht nur immens wichtig, sie besitzt auch einige Besonderheiten. Diese Besonderheiten möchte ich einfach mal als Einstieg zum Thema herausstellen.


Unbewusstes Atmen



Abb. 1: Unbewusste Atmung, www.istockphoto.com, baby, Dateinr.: 5198948 © Gaby Kooijman

Man atmet von Geburt an und wird sich dabei seiner Atmung nicht bewusst. Die Erfordernisse des Körpers bestimmen die Atmung; im Wesentlichen ist das der Bedarf an Sauerstoff und die Notwendigkeit, bei Körperprozessen entstandenes Kohlendioxid abzuatmen. Normalerweise denkt man nicht über die Atmung nach und bemerkt sie nicht einmal. Dies ist im Prinzip eine gesunde Haltung, weil der Körper so die Atmung ungestört steuern kann.


Bewusstes Atmen



Abb. 2: Bewusste Atmung, www.istockphoto.com, breathing exercise, Dateinr.: 12811150 © Milan Zeremski

Sie können jedoch bewusst atmen. Machen Sie das einfach mal. Also atmen Sie eine Minute möglichst normal, aber bewusst. Sie steuern jetzt Ihre Atmung.


Fertig?


Ist Ihnen etwas aufgefallen? Wenn ich bewusst atme, empfinde ich es als unangenehm, und nicht selten habe ich das subjektive Gefühl, „irgendwie“ schlechter Luft zu bekommen. Warum das so ist? Nun, ich denke, der Körper selbst ist in der Lage, die Atmung viel effektiver zu steuern als Sie oder ich mit unserem Bewusstsein.

Doch lassen Sie uns mal falsch atmen, also die Atmung bewusst falsch steuern. Dies ist, wenn Sie im Allgemeinen gesund sind, nicht gefährlich, d.h., Sie können ruhig mitmachen.

1. Versuch - langsames Atmen


Atmen Sie bitte in der nächsten Minute nur dreimal. Ja, und die Atemzüge sollten normal groß sein. Nur zu, wir unterhalten uns gleich über das Ergebnis.

Fertig? Noch da?

Also bei mir - nun ja, es ging. Nur dreimal in einer Minute normal zu atmen ist durchaus möglich, doch es wäre nichts auf Dauer. Wahrscheinlich haben Sie bemerkt, dass der Drang, öfter zu atmen, sich verstärkte. Außerdem waren Ihre ersten Atemzüge nach dieser Minute zwar tief, aber nicht besonders schnell.

Was ist gegen Ende der Minute passiert? Ihr Atemzentrum hat Bescheid gegeben und Sie aufgefordert, doch bitteschön mal öfter und tiefer zu atmen. Übrigens nicht, weil Sie zu wenig Sauerstoff im Blut hätten. Davon ist auch, selbst wenn Sie eine Minute die Luft angehalten hätten, noch reichlich vorhanden. Der Mechanismus ist ein anderer. Sie konnten das Kohlendioxid nicht loswerden, und damit ist das Blut saurer geworden (sinkender pH-Wert). Sinkt der pH-Wert des Blutes unter den Normwert, verstärkt sich der Atemantrieb. Na ja, und das ist der Grund, warum Sie nach diesem Versuch in erster Linie tief durchatmen wollten, eben um das Kohlendioxid abzuatmen, damit sich der pH-Wert normalisiert.


2. Versuch - zu schnelles Atmen

Ich könnte Sie jetzt bitten, in der nächsten Minute 30-mal normal zu atmen. Doch das mache ich nicht, denn Sie haben diesen Versuch wahrscheinlich schon ein paarmal durchgeführt. Haben Sie mal eine Luftmatratze aufgeblasen oder die Grillkohle im Sommer durch Pusten angefacht?

Das ist genau dieser Versuch: das willentliche „übermäßige Atmen".

Wenn Sie die oben genannten Erfahrungen gemacht haben, erinnern Sie sich, wie es Ihnen erging? Das Aufblasen der Luftmatratze oder das Blasen auf die Grillkohle haben Sie nach einer Minute (etwas mehr oder weniger) unterbrochen, weil Ihnen schwindelig wurde. Mitunter begannen sogar Ihre Hände zu kribbeln, und Sie sagten sich: „Jetzt muss ich erst einmal durchatmen!“

In der Regel normalisiert sich dann die Atmung.

Was ist passiert? Sie haben zu viel Kohlendioxid abgeatmet und das Blut ist basischer (steigender pH-Wert) geworden. Normalerweise müsste sich jetzt der Atemantrieb verringern, doch willentlich haben Sie weiter in die glühenden Kohlen geblasen. Es gibt noch andere Situationen, in denen man zu viel atmet. Zum Beispiel bei schmerzhaften Untersuchungen oder wenn man sich „tierisch“ aufregt. Auch dabei kann dieses Senken des Atemantriebs nicht wirken. Die Folge ist eine sogenannte „Hyperventilation“, das heißt ein übermäßiges Atmen (bei dem subjektiven Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen).

Resümee an dieser Stelle: Bewusstes Atmen, egal ob langsamer, schneller  oder einfach nur wahrnehmend, bringt allenfalls unangenehme Gefühle mit sich. Aber warum kann der Mensch bewusst atmen, seine Atmung in verträglichen Grenzen steuern, und warum ist er kein Fisch, der mit den Kiemen wedelt?


Es gibt gute Gründe!


Das bewusste Atmen (doch ist es wirklich bewusst?) bei mir und bei Ihnen ist kurzzeitig und beeinträchtigt die normale Steuerung der Atmung nicht, sondern es ist hilfreich, um besser leben oder überleben zu können. Hier einige Beispiele:


Beispiel 1: Es stinkt!



Abb. 3: Bewusstes Atmen - Gestank, www.istockphoto.com, Man experiencing a bad smell, Dateinr.: 14034226 © Christopher Noble

Was machen Sie da? Üble Gerüche sind ein Hinweis auf potenziell üble (gefährliche) Dinge. Und wenn Ihnen etwas „stinkt“, halten Sie (halb-) bewusst die Luft an, gehen schneller und atmen dann nur leicht, um die Luft zu testen.


Ich würde sagen, das ist eher ein Instinkt, also keine wirklich bewusste Steuerung der Atmung.


Beispiel 2: Tauchen!



Abb. 4: Bewusstes Atmen - Tauchen, www.istockphoto.com, Learning to dive, Dateinr.: 4048436 © MaleWitch

Wenn Sie tauchen wollen, atmen Sie ein paarmal tief ein und aus. Aber mal ehrlich - machen Sie das bewusst?

Wenn Sie in einen Teich stolpern oder ins Meer stürzen, halten Sie die Luft an ... Vorher nehmen Sie noch einen großen Atemzug, und das ist eher ein Reflex als bewusstes Atmen.


Beispiel 3: Sprechen oder Singen!



Abb. 5: Bewusstes Atmen - Sprechen, www.istockphoto.com, Presentation, Dateinr.: 2310227 © walik

Sprechen und Singen sind sicher bewusste Handlungen (jedenfalls bei den meisten von uns), doch atmen Sie dabei bewusst? Versuchen Sie es einfach mal, indem Sie z.B. diese Kursseite laut vorlesen (oder singen) und dabei bewusst ein- und ausatmen. Aber verschlucken Sie sich nicht dabei.

Nun, ich denke, Sie werden mir zustimmen - das Atmen beim Sprechen oder Singen geschieht nicht bewusst.

Nicht verschwiegen werden soll, dass professionelle Sänger innerhalb einer Gesangsausbildung das richtige Atmen erlernen und es in diesem Fall sicher bewusster geschieht.


Beispiel 4: Pusten



Abb. 6: Bewusstes Atmen - Pusten, www.istockphoto.com, Many wishes, Dateinr.: 11447049 © Monia33

Wenn Sie, wie auf dem Bild, den Löwenzahn fürs nächste Jahr aussäen oder die Kerzen einer Geburtstagstorte ausblasen, dann ist das schon ein recht bewusstes Atmen. Etwas anders verhält es sich jedoch, wenn Sie sich z.B. verbrannt haben und reflexartig pusten.

Zusammenfassend kann man sagen: Als Mensch ist man in der Lage, bewusst zu atmen, doch in aller Regel wird diese Fähigkeit nicht angewendet. Die vom gesunden Organismus durchgeführte Steuerung der Atmung ist effektiver als die durch das Bewusstsein.

Wie sind die Atemwege aufgebaut und wie wird die Atmung gesteuert?

Die nachfolgenden vier Seiten (Anatomie des Luftweges, Atemregulation, Atemmechanik, Atmung-Gasaustausch) waren Bestandteil des Kurses „Notfall - Wiederbelebung (Teil 1): Definition und Ursachen eines Notfalls".

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Identnummer: 20091216

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