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Beobachtung Atemgeruch


Normalerweise ist der Atem geruchlos. Den Atemgeruch beobachten Sie meist eher zufällig. Es fällt Ihnen auf, dass der Atem des Patienten oder Bewohners „anders“ riecht. Es ist nicht schlecht, diesem Teil der Krankenbeobachtung etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Der üble Atemgeruch wird allgemein als „Foetor“ bezeichnet.

Einige Beispiele für Atemgerüche:


Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol und Zigaretten



Abb. 43: Unverdächtige Atemgerüche, www.istockphoto.com, garlic fruits with green parsley leaves, Dateinr.: 8718057 © Yasonya

Diese Atemgerüche sind unverdächtig und haben keinen Krankheitswert. Bestimmte Nahrungs- und Genussmittel sind die Ursache für den Atemgeruch.


Länger anhaltender „Mundgeruch“

Mundgeruch ist für den Betroffenen eine Belastung. Der Mundgeruch hat seine Ursachen meistens im Mundraum selbst. Angefangen bei schlechten Zähnen über Zahnfleischentzündungen und allgemeinen Entzündungen bis hin zu Tumoren.

Länger anhaltender Mundgeruch sollte auf jeden Fall einmal einem Arzt vorgestellt werden.

Doch es gibt Atemgerüche, die auf spezifische Erkrankungen hinweisen.


Acetongeruch

Dieser Atemgeruch kommt bei Diabetikern vor, speziell bei solchen, die sich im diabetischen Koma befinden, sowie bei Hungernden. Ursache ist eine Veränderung des Stoffwechsels. Fett wird zur Energiegewinnung verbrannt, und dabei entsteht, einfach gesprochen, Aceton (kennen Sie aus dem Baumarkt).

Doch wie riecht Aceton? Denken Sie an Obst, z.B. an einen Apfel, er riecht  fruchtig süßlich, das ist der leichte Acetongeruch. Lassen Sie den Apfel ein wenig „gammeln“, ist der Geruch immer noch fruchtig, diesmal aber schärfer, und das ist eher ein Acetongeruch. Oder denken Sie an Lackfarben.

Um zu lernen, wie Aceton wirklich riecht, würde ich Ihnen vorschlagen: Fragen Sie einen Maler, ob Sie das mal riechen dürfen (und sagen Sie ihm, warum). Sie können auch im Labor des Krankenhauses oder in der Apotheke nachfragen. Zur Not bleibt noch der Baumarkt (aber nur eine kleine Menge kaufen, denn es ist „Sondermüll“).

Nebenbei bemerkt, ich habe es, obwohl ich oft mit Menschen im diabetischen Koma zu tun hatte, nie gerochen.


Eitergeruch

Bei einer Bronchitis oder einer Pneumonie kann Eiter entstehen, der Geruch wird als süßlich-fade beschrieben. Das hilft Ihnen herzlich wenig. Diese Geruchsbeschreibungen erinnern mich ein wenig an die Beschreibungen von Weinen, damit kann ich auch nichts anfangen.

Doch wie ist der Geruch? Haben Sie einen Patienten mit einer eitrigen Bronchitis oder einer eitrigen Lungenentzündung, achten Sie einfach mal auf den Geruch des Atems. Besser noch: In einem Krankenzimmer in der Klinik ist ein Grundgeruch vorhanden, so dass Sie diesen speziellen Geruch nicht erkennen, doch es gibt eine andere Möglichkeit. Kinder haben gelegentlich eine eitrige Mandelentzündung. Na ja, und wenn ein Kind Sie mal anhaucht, dann ist das nicht „ekelig“, sondern eher eine Möglichkeit, sich diesen Geruch einzuprägen.


Ammoniakgeruch

Das Hauptendprodukt des Eiweißstoffwechsels ist Harnstoff. Harnstoff entsteht in der Leber, indem Ammoniak an Kohlendioxid gebunden wird. Harnstoff wird über die Nieren ausgeschieden. Ist die Leberfunktion schwer gestört, steigt der Ammoniakwert im Blut an, und das kann man an der Atmung riechen.

Und jetzt wieder die Kernfrage - wie riecht Ammoniak? Ammoniak hat einen scharfen beißenden Geruch. In Ihrer Stadt gibt es eine Ecke, die Sie nur mit angehaltener Luft passieren, z.B. eine Unterführung in der Nähe des Bahnhofs. Dort stinkt es „ätzend“ nach Urin, und dieses Ätzende ist der Ammoniak. Urin enthält Ammoniak. Es ist klar: Versagen die Nieren, dann ist die Ausatemluft ebenfalls mit Ammoniak angereichert.

In der Ausatemluft ist der Ammoniakgeruch milder, aber er erinnert an die Unterführung.


Foetor hepaticus

Der Atem riecht nach frischer Leber. Normalerweise tritt dieser Atemgeruch bei akutem Leberversagen auf.

Einer der wenigen Atemgerüche, die ich im privaten Bereich wirklich wahrgenommen habe (Knutschen). Kein Leberversagen, einfach Gallenabflussstörung, die Betroffene erfreut sich bester Gesundheit.


Foetor uraemicus

Es ist der Atemgeruch nach Urin. Den Geruch brauche ich nicht zu erklären. Ja, und Sie können sich vorstellen, wann er entsteht, eben wenn die Nieren versagen.


Fäulnisgeruch

Ich kann mich an diesen Geruch und an die Patientin erinnern, auch an das Einzelzimmer und an die Station (es war in meiner Ausbildung). Es war ein heftiger Geruch. Bei dieser Frau hatte das nichts mit der Atmung, sondern mit den Beinen zu tun. Dieser Geruch war faulig-süßlich.

Kochen Sie mal etwas mit Fleisch (Eiweiß), Kartoffeln (Kohlenhydrate) und Butter (Fett). Stellen Sie den Topf eine Woche lang vor die Heizung und öffnen ihn dann. Das ist der Geruch. Er entsteht als Atemgeruch bei Fäulnisprozessen, z.B. beim Bronchialkarzinom, Mundbodenkarzinom oder bei Diphtherie



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Identnummer: 20091216

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