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Einführung: Krankenbeobachtung - Atmung, Anatomie, Physiologie, Beobachtungskriterien
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Beobachtung des Atemrhythmus


Den Atemrhythmus zu beobachten ist einfach - Sie sehen und hören einfach hin. Den Atemrhythmus zu beobachten ist sinnvoll. Denn sofern er unregelmäßig ist, gibt er recht spezifische Hinweise auf Krankheiten, die dem unregelmäßigen Atemrhythmus zugrundeliegen.

Bei einem wachen Patienten, der mit Ihnen spricht oder herumläuft, können Sie den Atemrhythmus normalerweise nicht beobachten. Gleichwohl jedoch bei einem schlafenden oder einem bewusstlosen Patienten. So gesehen fällt die Beobachtung des Atemrhythmus eher in die Zeit des Nachtdienstes.


Normaler Atemrhythmus



Abb. 36: Normaler Atemrhythmus © Andreas Heimann-Heinevetter

Der normale Atemrhythmus in Ruhe ist ruhig und regelmäßig. Die Atemtiefe ist gleichbleibend, die Atmung ist nicht anstrengend. Es ist ein harmonisches Bild. Im Krankenhaus oder Altenheim sehen Sie dieses „schöne Bild“ eher selten. Aber wenn Sie im privaten Bereich die Möglichkeit haben, ein Kind schlafen zu sehen, dann schauen Sie sich an, wie es atmet. Es ist ein schönes, harmonisches Bild.

Übrigens, bei Fieber ist, wie Sie wissen, die Atemtiefe eher erhöht. Trotzdem ist die Atmung regelmäßig, es ist also ein normaler Atemrhythmus. Aber es ist kein harmonisches Bild.

Doch nun zu den Störungen des Atemrhythmus. Ich beginne mit den Störungen, die ich oft gesehen habe.


Cheyne-Stokes-Atmung



Abb. 37: Atemrhythmus - Cheyne-Stokes-Atmung © Andreas Heimann-Heinevetter

Die habe ich oft gesehen, in fast jedem Nachtdienst auf der Intensivstation am Monitor. Charakteristisch ist:

Erst ist es eine normale Atmung, dann sinkt die Atemtiefe (die Atemfrequenz erhöht sich dabei nicht) ... die Atemtiefe sinkt bis zur Apnoe (Atemstillstand), und dann, nach einiger Zeit (bis zu 30 Sekunden, habe ich selbst gesehen), beginnt der Patient wieder zu atmen. Aber erst mit einer kleinen Atemtiefe, die sich zu tiefen Atemzügen verstärkt, und dann verringert sich die Atemtiefe wieder bis zur Apnoe.

Die Cheyne-Stokes-Atmung tritt bei Schädigungen des Atemzentrums auf, aber auch bei Herzerkrankungen. Na ja, und dass die Cheyne-Stokes-Atmung der Schnappatmung, also dem Sterben vorausgeht, kann ich nicht bestätigen, obwohl es in manchen Büchern steht.

Haben Sie einen Patienten mit dieser Atmung im Nachtdienst? Was machen Sie? Im Krankenhaus würde ich den diensthabenden Arzt wecken und ihm davon berichten, aber zuvor die Länge der Atempause (Apnoephase) messen, so dass Sie sagen können, Frau XY hat Atempausen von xy Sekunden. Gleiches gilt im Alten- und Pflegeheim. Nur rufen Sie hier den ärztlichen Notdienst an und berichten dem Arzt davon. Egal ob im Krankenhaus oder im Alten- und Pflegeheim, der Arzt wird Ihnen wahrscheinlich sagen: „Wecken Sie den Patienten einmal und beobachten Sie weiter.“

Dokumentieren Sie das detailliert! Macht der Patient oder Bewohner insgesamt einen guten Eindruck, gäbe es für mich keinen Grund zur Sorge. Sollten sich die Atempausen auf mehr als 30 Sekunden verlängern, so würde ich mir schon Sorgen machen und den Arzt fragen, „Wie lange muss die Atempause dauern, bis es ein Notfall ist?“

Für die Cheyne-Stokes-Atmung gibt es eine Eselsbrücke, ich kann mich immer noch daran erinnern: „Schön-Stockende-Atmung“.


Kussmaul-Atmung



Abb. 38: Atemrhythmus – Kussmaul-Atmung © Andreas Heimann-Heinevetter

Die Kussmaul-Atmung hat nichts mit Küssen zu tun. Ich denke immer an einen Fisch, der auf dem Trockenem liegt: er atmet verzweifelt, regelmäßig, schneller als normal und tief.


Ja, und das ist eigentlich die Kussmaul-Atmung, die können Sie nur in Ruhe, bei einem schlafenden oder bewusstlosen Patienten beobachten.


Die Atmung ist beschleunig und vertieft. Wenn ich das gesehen habe, habe ich immer an eine Dampfmaschine gedacht. Der Patient „schnauft“, er arbeitet.


Die Kussmaul-Atmung tritt bei diabetischem Koma (starke Überzuckerung mit Bewusstlosigkeit) oder bei schweren Nierenfunktionsstörungen auf. Ursache ist ein äußerst erniedrigter pH-Wert, dadurch ist der Atemantrieb extrem gesteigert.


Biot- Atmung



Abb. 39: Atemrhythmus – Biot-Atmung © Andreas Heimann-Heinevetter

Ehrlich gesagt, habe ich die Biot-Atmung nie bewusst gesehen, vielleicht habe ich zu lange auf internistischen Intensivstationen gearbeitet.

Die Biot-Atmung zeichnet sich durch tiefe regelmäßige Atemzüge im Wechsel mit Atempausen (Apnoephasen) aus, und danach tritt wieder die regelmäßige tiefe Atmung auf.

Biot-Atmung findet man bei Hirndrucksteigerung, z.B. durch eine Meningitis (Gehirnhautentzündung) oder durch ein Schädel-Hirn-Trauma.


Schnappatmung


Abb. 40: Atemrhythmus - Schnappatmung © Andreas Heimann-Heinevetter

Um es klar zu sagen: Es ist die Atmung vor dem Tod, nicht vor dem Sterben, denn das Sterben hat bereits begonnen. Unter Schnappatmung versteht man unregelmäßige Atemzüge, ein Hereinfließen der Luft, ein letztes Aufbäumen.

Schnappatmung ist keine ausreichende Atmung.

Finden Sie einen Patienten/Bewohner mit Schnappatmung, haben Sie zwei Alternativen:

An die Hand nehmen (ich meine das wörtlich) und sterben lassen oder mit der Wiederbelebung  (Herzmassage, beatmen!!!) beginnen. Schnappatmung gilt nach den aktuell gültigen Richtlinien zur Wiederbelebung als Grund, mit der Wiederbelebung zu beginnen.

Doch die Entscheidung, was zu tun ist, sollte nicht in diesem Moment getroffen werden, sondern schon vorher, möglichst durch den Bewohner oder Patienten, z.B. durch eine Patientenverfügung. Im Prinzip gilt: Solange solch eine Verfügung nicht vorliegt, müssen Sie mit der Wiederbelebung beginnen.


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Identnummer: 20091216

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