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Das Herz-Kreislauf-System – Schlag auf Schlag


Das Herz, die Blutgefäße, das Blut. Beginnen wir mit dem Blut, das in unseren Adern fließt und pulsiert.


Das Blut:


Blut: Woraus besteht es, welche Aufgaben hat es und wie viel davon befindet sich in unserem Organismus?


Der letzte Teil der Frage ist am einfachsten zu beantworten. In unserem Körper befinden sich so um die 5 Liter Blut. Kinder haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht etwas mehr Blut und alte Menschen etwas weniger.


Zum ersten Teil der Frage, woraus besteht das Blut? Antwort: aus festen Bestandteilen und flüssigen. 40 bis 45 % des Blutes machen diese festen Bestandteile aus, die Blutkörperchen (rote Blutkörperchen, die weißen Blutkörperchen, die Blutplättchen). Der flüssige Anteil des Blutes, Blutplasma genannt, besteht in der Hauptsache aus Wasser (90 %). Eiweiße machen 8 % des Blutplasmas aus, die restlichen 2 % beanspruchen Mineralstoffe, Zucker, Fette, Enzyme (Eiweißverbindungen, die Stoffwechselvorgänge beschleunigen oder ermöglichen), Hormone sowie Abfallstoffe aus dem Stoffwechsel.


Doch nun zu den Aufgaben des Blutes. Bevor Sie weiterlesen, denken Sie kurz nach, ich vermute, die meisten Aufgaben sind Ihnen schon bekannt.


  • Transportfunktion, das Blut transportiert Sauerstoff (die roten Blutkörperchen machen das), Nährstoffe (das Plasma), aber auch Hormone zu den Organen, und wenn es schon einmal da ist, nimmt es den „Müll“ (Kohlendioxid, Stoffwechselabfallprodukte) gleich mit. Der wird dann in anderen Organen aufbereitet bzw. ausgeschieden.
  • Abwehrfunktion. Sie erinnern sich an das Immunsystem. Einige der Blutkörperchen sind auf die Abwehr spezialisiert.
  • Es dichtet den Körper ab, die Blutgerinnung. Sie haben sich verletzt? Keine Sorge, das Blut sorgt dafür, dass die Wunde geschlossen wird, sofern sie nicht zu groß ist oder es sich nicht um eine Schlagader handelt.
  • Temperaturregulation. Durch das Fließen des Blutes hat der Körper eine gleichbleibende Temperatur. Das Blut transportiert Wärme. Fließt weniger Blut durch eine Körperregion, wird dieses Körperteil deutlich kühler (Schneeballschlacht ohne Handschuhe).

Das war das Blut, ein Teil des Herz-Kreislauf-Systems. Wo befindet sich das Blut, worin fließt es?


Die Blutgefäße


Die Blutgefäße sind die Transportwege für das Blut. Grundsätzlich werden sie unterschieden in Arterien (Adern, in denen das Blut vom Herzen weg fließt) und Venen (Adern, in denen das Blut zum Herzen fließt).


Die Arterien verzweigen sich zu immer feineren Äderchen bis hin zu den Kapillaren. Diese verbinden Arterien und Venen. Die Kapillaren sind sehr feine, mit bloßem Auge nicht sichtbare Äderchen. Sie haben eine sehr dünne Wand, dadurch wird der Stoffaustausch zwischen ihnen und dem umliegenden Gewebe möglich. Stoffaustausch bedeutet, Sauerstoff und Nahstoffe können ins Gewebe wandern, Kohlendioxid und Stoffwechselabfälle gelangen ins Blut. Die Venen sammeln das Blut der Kapillaren und verbinden sich zu immer dickeren Venen, bis sie schließlich ins Herz münden.


Normalerweise fließt das Blut in Arterien und Venen immer nur in einer Richtung. In den Arterien herrscht ein höherer Druck als in den Venen, deshalb sind die Arterien robuster gebaut als die Venen. Arterien werden auch als Schlagadern bezeichnet, man kann dort, wo sie gut zu tasten sind, den Herzschlag spüren. Herzschlag, ein Stichwort!


Das Herz


Das Herz stellt die zentrale Verbindung zwischen Arterien und Venen dar und ist der Motor des Blutflusses, die Pumpe. Das Herz ist ein Hohlmuskel mit 4 Kammern, den Herzkammern, in denen sich Ventile befinden. Sie sorgen dafür, dass das Blut immer nur in eine Richtung fließen kann. Zieht sich das Herz zusammen, wird das Blut in Arterien gedrückt. Entspannt es sich, so fließt das Blut aus den Venen in die Herzkammern. Das Herz schlägt in Ruhe etwa 70-mal pro Minute, bei Anstrengung schlägt es deutlich schneller. Das Herz schlägt ein Leben lang. Die ist eine sehr vereinfachte Darstellung des Herzens und seiner Aufgaben, aber Sie wissen jetzt, was das Herz macht.


Nachfolgend einige Bilder zur Verdeutlichung der Anatomie



Abb.: 11 - Das Herz © Andreas Heimann-Heinevetter



          Abb.: 12 - Herz, der rechte Vorhof (sauerstoffarmes Blut) © Andreas  Heimann-Heinevetter



Abb.: 13 - Herz, die rechte Herzkammer (sauerstoffarmes Blut)  © Andreas Heimann-Heinevetter



          Abb.: 14 - Herz, rechte Herzkammer dreizipfelige Segelklappe © Andreas Heimann-Heinevetter



       Abb.: 15 - Herz, rechte Herzkammer Pulmonalklappe (Taschenklappe)  © Andreas Heimann-Heinevetter



 Abb.: 16 - Herz, linke Herzkammer (sauerstoffreiches Blut) © Andreas Heimann-Heinevetter



    Abb.: 17 - Herz, linke Herzkammer - zweizipfelige Segelklappe -  © Andreas Heimann-Heinevetter



     Abb.: 18 - Herz, linke Herzkammer - Aortenklappe (Taschenklappe) © Andreas Heimann-Heinevetter


Der Kreislauf


Der Kreislauf besteht aus zwei großen Abschnitten, dem Körperkreislauf und dem Lungenkreislauf. Der Körperkreislauf versorgt die Organe und das Gewebe mit Sauerstoff, Nährstoffen und so weiter. Im Lungenkreislauf gibt das Blut Kohlendioxid an die Atemluft ab und nimmt neuen Sauerstoff auf.


Steigen Sie ein, wir wollen eine Runde durch den Körper flitzen.


Sie sind – wie sollte es anders sein – ein rotes Blutkörperchen, ein sogenannter Erythrozyt (Spitzname „Ery“, gesprochen „Eri“). Vollbeladen mit Sauerstoff (der ist an Ihr „Make-up“, das Hämoglobin, den roten Blutfarbstoff, gebunden) warten Sie auf den Start der Reise. Noch bevor Sie sich orientieren können, wird es mit einem Mal eng, das Herz zieht sich zusammen, die Aortenklappe öffnet sich (das Ventil zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader) und Sie werden hinausgeschleudert in die Aorta. Recht flott (20 cm/s) geht es weiter – eine Abzweigung – erst nach oben und dann in einer scharfen Kurve nach links und jetzt geht es abwärts. Sie sind durch die Schlüsselbeinarterie in die Oberarmarterie eingebogen, es scheint, Sie sind auf dem Weg zur Hand.


Obwohl alles sehr schnell geht, haben Sie jetzt ein wenig Zeit, sich umzuschauen. Sie sind in Begleitung: Da sind nicht nur abertausende Erythrozyten, sondern auch noch weiße Blutkörperchen (Leukozyten, Spitzname, klar, „Leukos“), die Blutplättchen (Thrombozyten, der Spitzname „Trombis“ ist falsch!), Mineralstoffe und ein paar Hormone. Das Blut fließt langsamer, die Ader, in der Sie sich bewegen, wird enger und enger. Sie befinden sich jetzt im Kapillarnetz der Fingerkuppe. Es geht nur noch langsam mit 0,05 cm/s voran. Da! Es tut sich was, bevor Sie sich versehen, löst sich der mitgebrachte Sauerstoff von Ihnen und wandert durch die Kapillarwand ins Gewebe. Eine Frechheit, Sie werden dunkelrot. Doch weit gefehlt, die Rückreise findet nicht ohne Gepäck statt. Kohlendioxid wird abtransportiert, doch Sie sind nicht so voll beladen wie zuvor. Nur 45 % des Kohlendioxids wird in Form von Bikarbonat durch Sie transportiert, weitere 45 % begleiten Sie als Bikarbonat im Plasma, der Rest wird in gelöster Form transportiert.


Die Adern werden wieder weiter, andere Adern verbinden sich mit der Ihrigen, richtig, jetzt sind Sie in den Venen. Immer mehr Venen fließen zusammen, die Reisegeschwindigkeit hat sich auch wieder erhöht auf 12 cm/s. Sie bemerken ein rhythmisches Pochen, das Herz muss in der Nähe sein, und das ist es auch schon. Sie werden vom Herzen angesaugt, sind im rechten Vorhof, und in der nächsten Sekunde geht es weiter, über die rechte (dreizipflige) Segelklappe (wieder ein Ventil, es verhindert den Rückfluss des Blutes aus der rechten Kammer in den rechten Vorhof) gelangen Sie in die rechte Kammer. Sie sind noch nicht zu Hause. Schon spüren Sie, wie sich das Herz anspannt. Durch die Pulmonalklappe (Sie ahnen es, wieder ein Ventil, es gibt keinen Weg zurück) werden Sie in die Lungenarterie geschleudert. Noch recht schnell, werden die Arterien kleiner und enger und enger. Da Sie über einige anatomische Kenntnisse (Sie sind ja ein kluger „Ery“) verfügen, wissen Sie, was kommt. Und da erreichen Sie auch schon die Lungenbläschen, durch die dünnen Kapillarwände werfen Sie das Kohlendioxid hinüber in die Alveole, im Gegenzug erhalten Sie reichlich Sauerstoff. Vor Freude wandelt sich Ihre dunkelrote Farbe wieder in ein leuchtendes Rot. Durch die Lungenvenen gelangen Sie in den linken Vorhof des Herzens. Sie freuen sich auf eine kleine Pause, diese Runde ist eine echte Achterbahnfahrt. Ihnen ist ganz schlecht, aber keine Angst, „Erys“ kotzen nicht. Angekommen! Die linke (zweizipflige) Segelklappe öffnet sich. Sie sind wieder an Ihrem Ausgangspunkt angekommen. Doch eine Pause bekommen Sie nicht. Etwa 120 Tage werden Sie Ihre Runden durch den Körper drehen. Keine Sorge, die Übelkeit lässt nach, reine Gewohnheit.


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Identnummer: 20091216

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