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Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Beatmung mit Beatmungsbeutel
Ziele des Kurses
Aufbau und Funktionsweise des Beatmungsbeutels
Prüfen des Beatmungsbeutels auf Funktionstüchtigkeit
Beatmungsbeutel - Fehlersuche im Einsatz
Durchführung der Beatmung mit Beatmungsmaske
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Probleme bei der Maskenbeatmung
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Aufbau und Funktionsweise des Beatmungsbeutels


Einen Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand müssen Sie beatmen. In der Klinik und im Rettungsdienst geschieht dies meist mit einem Beatmungsbeutel.


Doch bevor man ihn benutzt, sollte man ihn und vor allem mögliche Funktionsstörungen kennen. Diese Funktionsstörungen treten mit Vorliebe in Notfallsituationen auf.

Beatmungsbeutel, historischer Ambu-Beutel

Abb. 1: Der historische Beatmungsbeutel der Firma AMBU © Mit freundlicher Genehmigung der Firma AMBU

Ein heutiger Beatmungsbeutel sieht etwas anders aus, doch im Grunde ähnlich.


Beatmungsbeutel, moderner Ambu-Beutel

Abb. 2: Mein Beatmungsbeutel (preiswertes Modell) © Andreas Heimann-Heinevetter

In der Klinik sprechen einige vom „Beatmungsbeutel", viele sprechen vom „Ambu-Beutel", wenige vom „Ruben-Beutel". Wenn also nach einem Ambu- oder Ruben-Beutel gerufen wird, ist ein Beatmungsbeutel gemeint.


Doch ich möchte, dass Sie den Beatmungsbeutel besser kennen lernen. Ich zeige Ihnen, wie Sie seine Funktionsfähigkeit kontrollieren. Doch zunächst der Aufbau des Beatmungsbeutels.


Im Wesentlichen besteht der Beatmungsbeutel aus drei Elementen.


Hinteres Ventil.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel hinteres Ventil

Abb. 3: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel) hinteres Ventil © Andreas Heimann-Heinevetter

Durch das hintere Ventil strömt die Luft in den Beatmungsbeutel. Gleichzeitig dichtet es den Beatmungsbeutel ab, wenn man auf den eigentlichen Beutel drückt. Die Luft kann durch dieses Ventil nicht aus dem Atembeutel entweichen.


Am hinteren Ventil befinden sich ein schlanker und ein breiter Ansatzstutzen. Der schlanke Ansatz lässt sich mit einem Sauerstoffschlauch verbinden, dadurch kann die Einatemluft mit Sauerstoff angereichert werden.


Beatmunsbeutel, Ambu-Beutel - Sauerstoffanschluss am hinteren Ventil

Abb. 4: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil, Sauerstoffanschluss © Andreas Heimann-Heinevetter

Auffälliger ist der breite Stutzen.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel, Stutzen zum Anschluss des Reservoirbeutels

Abb. 5: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil, breiter Stutzen © Andreas Heimann-Heinevetter

Dieser hat zwei wesentliche Funktionen: Zum einen füllt sich der Atembeutel (in der Hauptsache) durch diesen Stutzen. Zum anderen kann man an diesem Stutzen einen sogenannten „Reservoirbeutel" anschließen, sofern man zusätzlich die Einatemluft mit Sauerstoff anreichert.


Beatmungsbeutel, Amnu-Beutel mit Reservoirbeutel

Abb. 6: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil, Reservoirbeutel © Andreas Heimann-Heinevetter

Jetzt wird es nicht kompliziert, aber Sie müssen genau lesen.


Gut, wir stellen uns vor, Sie haben einen Sauerstoffanschluss oder eine Sauerstoffflasche am Patienten und verbinden den Sauerstoff mit dem Ambu-Beutel. Sie regulieren die Sauerstoffzufuhr auf zehn Liter pro Minute. Was passiert jetzt?


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel hintere Anschlüsse

Abb. 7: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil, die Stutzen © Andreas Heimann-Heinevetter

Über den schlanken Stutzen werden zehn Liter Sauerstoff pro Minute zugeführt. Zwischen ihm und dem eigentlichen Beutel ist eine dünne Membran.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel hintere Membran im hinteren Ventil

Abb. 8: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil, hintere Membran (gelb) © Andreas Heimann-Heinevetter

Sie ist zwar von der Seite, von der der Sauerstoff eingeblasen wird, durchlässig, aber bietet einen gewissen Widerstand. Zwischen dem kleinen Stutzen und dem großen Stutzen besteht jedoch eine direkte Verbindung, also kein Widerstand.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel offenes hinteres ventil

Abb. 9: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), hinteres Ventil geöffnet, Ansicht auf die Stutzen von innen © Andreas Heimann-Heinevetter

Was passiert? Der wesentliche Teil des Sauerstoffs, der durch den kleinen Stutzen zugeführt wird, verlässt den Beatmungsbeutel direkt wieder über den großen Stutzen.


Das ist sehr unbefriedigend, und hier kommt der Reservoirbeutel ins Spiel. Er wird auf den großen Stutzen aufgesetzt und speichert so den Sauerstoff.


Der Atembeutel.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel der eigentliche Beutel

Abb. 10: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), der eigentliche Atembeutel © Andreas Heimann-Heinevetter

Dies ist der zentrale und auffällige Teil des Beatmungsbeutels. Wenn Sie ihn zusammendrücken, verlässt die Luft den Beatmungsbeutel durch das vordere Ventil.


Mein Beatmungsbeutel, den Sie da sehen, ist ein einfaches Modell. Es gibt aufwändigere Modelle, bei denen Sie, je nachdem, wo Sie den Beutel zusammendrücken, nur eine gewisse Menge Luft verabreichen. Ein normaler Beatmungsbeutel hat etwa ein Volumen von 1,5 Litern.


Das vordere Ventil.

Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel das vordere Ventil

Abb. 11: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil © Andreas Heimann-Heinevetter

Durch dieses Ventil verlässt die Luft den Beatmungsbeutel. Ein Ambu-Beutel (Jepp, jetzt ist es passiert, ich habe den in der Klinik üblichen Namen genannt) ist eine „Einbahnstraße". Er füllt sich durch das hintere Ventil und leert sich durch das vordere Ventil.


Am vorderen Ventil befindet sich ein Ansatzstutzen.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel Ansatzstutzen am vordren Ventil

Abb. 12: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, Ansatzstutzen © Andreas Heimann-Heinevetter

Durch diesen Stutzen verlässt die Luft den Ambu-Beutel.


Außen auf diesem Stutzen kann die Atemmaske aufgesetzt werden. Jede Atemmaske passt, weil Stutzen und Atemmasken genormt sind.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel verbunden mit der Atemmaske

Abb. 13: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, Ansatzstutzen mit Atemmaske © Andreas Heimann-Heinevetter

Innen kann der Ansatzstutzen hingegen mit einem Beatmungstubus verbunden werden. Der Stutzen lässt sich mit jedem Beatmungstubus verbinden. Innendurchmesser des Ansatzstutzens und der Außendurchmesser des Tubusansatzes sind genormt.


Beatmungsbeutel, Ambu-Beutel verbunden mit Beatmungstubus

Abb. 14: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, Ansatzstutzen mit Beatmungstubus © Andreas Heimann-Heinevetter

Am vorderen Ventil befindet sich zusätzlich ein Überdruckventil.


beatmungsbeutel, Ambu-Beutel Druckventil

Abb. 15: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, Überdruckventil am Ansatzstutzen © Andreas Heimann-Heinevetter

Normalerweise ist dieses Ventil „offen", d.h., der maximale Druck, der bei einer Beatmung aufgebaut werden kann, ist begrenzt (bei meinem Atembeutel ist die Begrenzung 60 cm H2O - Wassersäule).


Beatmungsbeutel, Ambubeutel offenes Druckventil

Abb. 16: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, Überdruckventil 60 cm Wassersäule © Andreas Heimann-Heinevetter

Damit soll verhindert werden, dass mit einem höheren Druck beatmet wird, weil dadurch Schäden in der Lunge herbeigeführt werden können. Man kann dieses Überdruckventil jedoch verschließen, so dass ein höherer Beatmungsdruck aufgebaut werden kann, z.B. bei einer extremen Engstellung der Bronchien und damit verbunden bei einem hohen Atemwegswiderstand.

Beatmungsbeutel, Ambubeutel geschlossenes Druckventil

Abb. 17: Beatmungsbeutel (Ambu-Beutel), vorderes Ventil, geschlossenes Überdruckventil © Andreas Heimann-Heinevetter

Um in so einer Situation den Patienten zu beatmen, muss man kurzzeitig mit höheren Drücken beatmen, da sonst nicht ausreichend Luft in den Patienten gelangt.


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Identnummer: 20091216

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