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Einführung: Notfall - Wiederbelebung, Atemwege freimachen
Ziele des Kurses
Verlegung der Atemwege - Ursachen
Verlegung der Atemwege ohne Beteiligung eines Fremdkörpers
Symptome einer Verlegung der Atemwege
Atemwege freimachen - unkompliziert
Teilweise Verlegung der Atemwege durch Fremdkörper - Vorgehen
Schwere, komplette Verlegung der Atemwege - Vorgehen
Vorgehen bei Verengung der Atemwege ohne Fremdkörper
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Absaugung durch den Mund
Absaugung durch die Nase
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Atemwege freimachen - unkompliziert


Ist die Ursache für eine Verlegung der Atemwege eine Bewusstlosigkeit, so ist es einfach, die zurückgefallene Zunge anzuheben und damit den Luftweg wieder durchgängig zu machen.


Sie haben nicht nur eine, sondern mehrere Möglichkeiten. Allen gemein ist, dass der Kopf überstreckt und wieder nach vorne gezogen wird.


Doch zuerst ein kurzes Video. Es zeigt Ihnen, was passiert, wenn Sie den Kopf in den Nacken legen. Es ist etwas zum Nachmachen und Ausprobieren.


Video: Verlegung der Atemwege


Wie gehen Sie vor? Welche Möglichkeiten haben Sie?


Der Blick in den Mund


Ich wüsste beim Freimachen und Freihalten der Atemwege keinen wirklich guten Grund, um auf einen Blick in den Mund zu verzichten (bis auf einen minimalen Zeitverlust). Trotzdem würde ich in einer Notfallsituation immer einen Blick in den Rachen riskieren.


Verlegung der Atemwege, Blick in den Rachen

Abb. 8: Inspektion des Rachens © Andreas Heimann-Heinevetter

Was sehen Sie? Wahrscheinlich nur die Zunge und die Zähne, dann ist soweit alles in Ordnung. Bei diesem Blick in den Rachen sollen Sie keinen Zahnstatus aufnehmen oder irgendwelche Veränderungen beschreiben. Es gilt nur zu schauen, ob die Atemwege frei sind!


Doch wann müssen Sie etwas mehr unternehmen, als nur zu schauen?


  • Zahnprothese. Wenn Sie den Mund öffnen und Ihnen fällt eine lockere Zahnprothese entgegen, dann entfernen Sie diese. Eine gut sitzende Zahnprothese hingegen belassen Sie vorläufig im Mund.

  • Blicken Sie auf einen See aus Speichel, Blut oder Erbrochenem, so müssen Sie diesen See halbwegs trockenlegen. Drehen Sie dazu den Patienten auf die Seite (etwas mehr als 90° im Rumpf- und Kopfbereich), und der Mundwinkel muss tiefer liegen als Hals und Kehlkopf. Flüssigkeiten werden jetzt schon passiv aus dem Mund rinnen.

    Verlegung der Atemwege, stabile Seitenlage

    Abb. 9: Haut- Atemwege freimachen in Seitenlage © Andreas Heimann-Heinevetter

    Gegebenenfalls unterstützen Sie das Herauslaufen des Sekrets, indem Sie mit dem Finger in Richtung des unten liegenden Mundwinkels durch den Mund und die Wangentasche streichen.

    Hierbei verwenden Sie einen Beißschutz, z.B. einen Zipfel vom Kissen oder von Ihrer Kleidung, kaum jemand trägt immer einen Beißkeil mit sich herum. Kugelschreiber oder etwas Ähnliches als Beißschutz verwenden Sie nicht, das zersplittert, wenn jemand zubeißt. Nun, ein Stück der Wange zwischen die Kiefer zu schieben, halte ich persönlich auch nicht für eine gute Idee. Krampft der Patient, beißt er schlicht durch seine Wange hindurch, da er in dieser Situation nicht auf Schmerz reagiert. Auch ein Bewusstloser kann einen Krampfanfall bekommen.

    Es gibt da noch ein Problem: Ekel und Selbstschutz. Im Alten- oder Pflegeheim und im Krankenhaus stellt sich die Frage nicht, wenn Sie ein Paar Handschuhe in der Tasche haben. Doch wenn Sie keine Handschuhe haben, ist das ein Problem:

    Ausgehend davon, dass Sie keine Hautdefekte an der Hand haben (da das Desinfektionsmittel brennt), lautet meine Antwort: Speichel halte ich für weitgehend unbedenklich, Erbrochenes ebenso (die Magensäure hat es zuvor desinfiziert). Blut ist naturgemäß einfach kritisch, es ist Ihre persönliche Entscheidung.

    Kleine Anmerkung: Die Situation, dass Sie ohne Hilfsmittel die Atemwege freimachen müssen, also nur mit Ihren Händen, kann Ihnen eher im häuslichen Bereich begegnen, wenn es sich um Vater, Mutter, Ehemann, Ehefrau, Freundin, Freund, oder Kind handelt ... Nun, diese Personen kennen Sie, vielleicht ist es sogar „Ihr“ Blut. So gesehen sollte auch das Blut in dieser Situation kein Problem darstellen (es sei denn, Sie wissen, dass eine Hepatitis oder HIV-Infektion vorliegt).

  • Sie blicken in den Rachen und Sie sehen - so gerade eben noch sichtbar - etwas. Es ist weiß-rosa und sieht aus wie der rohe Schinken, der zum Abendessen auf dem Teller lag. Nebenbei, der Patient ist zyanotisch und schweißverklebt (er hat Sauerstoffmangel und hat nach Luft gerungen). Wenn das Herz noch schlägt, so schlägt es langsam, und es wird wahrscheinlich aufgrund des Sauerstoffmangels sehr bald aufhören zu schlagen. Dies wäre übrigens eine Situation, in der Sie erst beatmen und dann mit der Herzmassage beginnen, weil allem Anschein nach der Herzstillstand auf Ersticken, also auf Sauerstoffmangel beruht.

    Sofern keine Hilfsmittel vorhanden sind, würde ich Ihnen raten, Folgendes zu tun:

    Den Mund möglichst weit öffnen und - soweit es geht - ihn arretieren, also irgendetwas zwischen die Zähne legen. Noch einmal genau hinschauen und zielen. Dann mit Daumen und Zeigefinger (nicht mit Zeige- und Mittelfinger, damit können Sie fettigen Schinken nicht halten) weit in den Rachen rutschen (seitlich), fest zugreifen und versuchen, den Schinken herauszuholen. Ach ja, bei solch einer Aktion würde ich die Handschuhe ausziehen, da ich etwas sicher zu fassen bekommen will. Das Schlimmste, das Ihnen in dieser Situation passieren kann, ist, dass Sie den Schinken tiefer in den Rachen stoßen.

    Wenn Sie das machen, dann machen Sie es richtig und nicht zaghaft. Sie wollen den Schinken herausholen, und wenn dem Patienten der Kiefer dabei ausgerenkt wird, ist Ihnen das ziemlich egal, klar?! Wenn Sie so vorgehen, machen Sie es richtig. Dieser Fremdkörper ist hochverdächtig, das lebensbedrohende Problem verursacht zu haben, also begegnen Sie ihm mit gleicher Entschlossenheit!

    Ganz nebenbei: Bevor Sie solch eine Aktion starten, haben Sie natürlich schon längst einen Alarm ausgelöst!

    Bei dieser ganzen Aktion, angefangen vom Blick in den Mund bis zum beherzten Zugreifen, haben Sie maximal 30 Sekunden Zeit, und dann haben Sie den Fremdkörper oder nicht. Sie haben mit aller Entschlossenheit zugegriffen, Sie brauchen keinen zweiten Versuch, deshalb haben Sie jetzt keine Zeit zu verlieren.

    In dieser Situation, wenn die Atemwege komplett verlegt sind, haben Sie noch andere Möglichkeiten, doch darauf gehe ich auf der entsprechenden Seite ein.

Normalerweise sind jedoch die Atemwege nicht durch einen Fremdkörper (komplett) verlegt, meistens ist es schlicht die zurückgefallene Zunge. Und es ist ein Kinderspiel, die Atemwege wieder freizumachen (meine Kinder können es!), und Sie gleich auch.


Methode 1 (modern):


Verlegung der Atemwege, Atemwege freimachen, heben des Zungengrundes

Abb. 10: Atemwege freimachen 1 © Andreas Heimann-Heinevetter

Zwei Finger einer Hand werden unter die Kinnspitze des Patienten platziert, die andere auf die Stirn des Patienten. Nun wird das Kinn angehoben, gleichzeitig wird mit der anderen Hand der Kopf des Patienten in den Nacken geschoben. Der Zungengrund hebt sich, und die Atemwege sind frei.


Methode 2 (etwas älter):


Verlegung der Atemwege, Atemwege freimachen, Kopf in den Nacken schieben

Abb. 11: Atemwege freimachen 2 © Andreas Heimann-Heinevetter

Dies ist eine etwas ältere Methode, sie ist in vielen Lehrbüchern abgebildet. Eine Hand wird in den Nacken, die andere auf die Stirn des Patienten gelegt. Dann wird der Hals leicht angehoben und der Kopf des Patienten vorsichtig nach hinten überstreckt, also in den Nacken gelegt. Ich halte die Methode 1 für besser, weil durch das Hochziehen des Kiefers der Zungengrund effektiver angehoben wird.


Methode 3 (einhändig):


Verlegung der Atemwege, freihalten der Atemwege mit einer Hand

Abb. 12: Atemwege freimachen 3 © Andreas Heimann-Heinevetter

Zwei Finger einer Hand liegen unter der Kinnspitze. Der Unterkiefer wird angehoben, und gleichzeitig wird der Kopf des Patienten in den Nacken gedrückt. Dieser Handgriff kann auch eine Fortführung der ersten Methode zum Freihalten der Atemwege sein.


Das ist eine sehr elegante Methode, wenn man sie beherrscht. Gut anzuwenden bei Patienten, die z.B. nach einer Untersuchung stark sediert sind und denen immer die Zunge zurückfällt (extremes Schnarchen).


Video: Freimachen der Atemwege - Handgriffe


Methode 4 – Esmarch-Handgriff


Verlegung der Atemwege, Atemwege freihalten, Esmarch Handgriff

Abb. 13: Esmarch-Handgriff © Andreas Heimann-Heinevetter

Beim Esmarch-Handgriff fassen Sie den Unterkiefer mit beiden Händen am seitlichen Kieferbogen, die Daumen liegen auf der Kinnspitze. Danach ziehen Sie den Unterkiefer nach vorn, ziehen ihn nach oben und drücken den Kopf in den Nacken. Den Mund können Sie nun mit den auf der Kinnspitze liegenden Daumen öffnen. Haben Sie es verstanden? Wahrscheinlich nicht. Deshalb habe ich die Verfahren zum Freimachen der Atemwege einmal als kleinen Film zusammengestellt.


Video: Esmarch-Handgriff


Doch was machen Sie, wenn die Atemwege durch einen Fremdkörper verlegt sind?


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Identnummer: 20091216

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