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Einführung: Notfall – Wiederbelebung, Feststellen eines Herz-Kreislauf-Stillstands
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Situationen


Grundsätzliche Frage: Wie kommen Sie überhaupt darauf, dass jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand haben könnte?


Wenn Sie mir jetzt gegenüber säßen - nun, ich biete nicht den geringsten Anlass, zu vermuten, dass ich einen Herz-Kreislauf-Stillstand hätte.


Reanimation, Feststellen Bewusstlosigkeit, wach und ansprechbar

Abb. 1: Wach, ansprechbar, orientiert © Andreas Heimann-Heinevetter

Ich bin wach, ich bin ansprechbar und orientiert, winke Ihnen gerade zu. Es gibt also keinen Anlass, sich Sorgen zu machen.


Nun lassen Sie uns das Bild - die Situation - ein wenig verändern.


Reanimation, Feststellen Bewusstlosigkeit, nicht wach

Abb. 2: Nicht wach © Andreas Heimann-Heinevetter


Auf diesem Bild bin ich offensichtlich nicht wach (ich stelle mich schlafend), doch wenn Sie sich die Szene anschauen, gibt es keinen Grund zur Sorge -abgesehen davon, dass ich mein Nickerchen mit dem Kopf auf dem Tisch liegend mache.


  • Ich sitze am Tisch.
  • Anscheinend habe ich meine Arbeit bewusst unterbrochen, der Laptop ist zur Seite geschoben und zugeklappt.
  • Ich habe die Arme unter meinen Kopf gelegt, so dass es halbwegs bequem ist.

Das einzig Ungewöhnliche ist, am Tisch zu schlafen. Alles andere spricht dafür, dass mich kein Herz-Kreislauf-Stillstand ereilt hat.


Wir verändern das Bild erneut.


Reanimation, Feststellen Bewusstlosigkeit, wahrscheinlich bewusstlos am Boden liegend

Abb. 3: Kreislaufstillstand? © Andreas Heimann-Heinevetter

Uups, wo bin ich? Ach, dort auf dem Boden! Auf diesem Bild erkennen Sie auf den ersten Blick, hier stimmt etwas nicht.


  • Ich liege auf den Fliesen des Küchenbodens, da habe ich nun wirklich nichts zu suchen.
  • Der Stuhl ist umgekippt.
  • Die Kaffeetasse ist heruntergefallen und zersplittert.
  • Das, was Sie von mir sehen, sieht nicht gesund aus. Keine Haltung, die nach einem Nickerchen aussieht.

Nun, würden Sie mich so hier auffinden, könnte es gut sein, dass ich einen Herz-Kreislauf-Stillstand hätte. Offensichtlich bin ich plötzlich aus dem Nichts heraus zu Boden gestürzt.


Wichtiger Gesichtspunkt, der auf einen Herz-Kreislauf-Stillstand hinweist:


Der Betroffene befindet sich in einer Lage, die nicht gewollt erscheint.


So gesehen könnte jeder am Boden liegende Patient oder Heimbewohner einen Herz-Kreislauf-Stillstand haben.


Doch was ist, wenn ein Bewohner oder Patient von vornherein liegt, und zwar in seinem Bett? Gibt es hier einen Hinweis für den „ersten Blick”?


Ich finde schon.


Normalerweise arbeitet selbst im Schlaf Ihre Muskulatur und besitzt dazu eine gewisse Grundanspannung (Ruhetonus). Ihr Herz schlägt, Ihr Darm bewegt sich, Sie atmen. Außerdem fällt Ihre Zunge nicht nach hinten in den Rachen und verlegt die Atemwege. Liegen Sie auf der Seite, so läuft kein Speichel aus Ihrem Mund, weil Sie regelmäßig schlucken. Ihr Gesicht sieht entspannt, aber ganz normal aus. Liegen Sie mit erhöhtem Oberkörper im Bett, so ist Ihre Haltung ebenfalls entspannt, aber normal.


Anders ist die Situation bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Muskulatur arbeitet nicht mehr, und der Ruhetonus entfällt. Das Herz steht still, die Atmung entfällt, der Darm bewegt sich nicht mehr. In Rückenlage fällt die Zunge nach hinten in den Rachen, eventuell fließt Speichel aus dem Mund (in Seitenlage). Ein Patient oder Bewohner, der mit erhöhtem Oberkörper im Bett liegt, sackt in sich zusammen. Der Mund öffnet sich, weil der Unterkiefer nach unten rutscht. Manchmal kleben die Haare an der Stirn.


Es ist ein - so finde ich - völlig anderes Bild als bei einem schlafenden Patienten (ganz abgesehen von Veränderungen der Hautfarbe).


Der Betroffene liegt „unnatürlich”.


Noch eine Situation: Nachtdienst.


Nun, nicht wenige Pflegekräfte haben große Sorgen, dass sie am Morgen beim letzten Durchgang einen Patienten oder Bewohner tot im Bett liegend auffinden oder dass der nachfolgende Dienst das erlebt.


Können Sie das verhindern?


Um ehrlich zu sein, denke ich, Sie können es nicht verhindern. Selbst wenn Sie die Nacht zum Tag machen und damit die Patienten oder Bewohner um den Schlaf bringen, können Sie es nicht verhindern, dass zwischenzeitlich jemand in einem anderen Zimmer unbemerkt von Ihnen stirbt.


Jedoch werden in der Regel Ihre Patienten einfach schlafen. Dies gilt insbesondere noch für die Bewohner eines Altenheims.


Nichtsdestotrotz gibt es ein paar kleine Tipps, die das Risiko für die Ihnen anvertrauten Menschen und für Sie verringern.


  • Nutzen Sie die Übergabe! Fragen Sie nach bei Unklarheiten - auch wenn die Kollegen vom Spätdienst schnell nach Hause möchten.
  • Erster Rundgang. Gehen Sie durch die Zimmer, möglichst bevor die Patienten oder Bewohner schlafen. So verschaffen Sie sich selbst einen Eindruck, wie es den Leuten geht. Außerdem können Sie die Patienten/Bewohner schlicht informieren, dass Sie in der Nacht (mindestens) noch einmal nach ihnen schauen.
  • Benutzen Sie nachts eine Taschenlampe. Ja, und es dürfte klar sein, dass Sie damit nicht direkt ins Gesicht der Schlafenden leuchten.
  • Schlecht schließende Schlösser oder quietschende Türen. Damit wecken Sie die Patienten/Bewohner, ohne es zu wollen, und zweimal in der Nacht geweckt zu werden wegen „Nichts”, das mag niemand. Lassen Sie am nächsten Tag den Hausmeister verständigen.

Sollte Ihnen beim Rundgang in der Nacht ein Patient komisch vorkommen (Sie sind mit der Taschenlampe im Zimmer), dann


  • horchen Sie, ob Atemgeräusche und Atembewegungen zu erkennen sind oder eine Luftströmung über den Mund/ die Nase des Patienten zu spüren ist.

    Reanimation, Atemstillstand, einfach prüfen der Atmung

    Abb. 4: Atmung prüfen: Mund-Nase? © Andreas Heimann-Heinevetter

  • schauen Sie auf die Lage des Patienten (vgl. oben).

  • tasten Sie gegebenenfalls den Puls.

Stellt sich heraus, dass die Atmung fehlt oder der Puls nicht zu tasten ist, dann machen Sie Licht.


Es ist gut möglich, dass Sie es mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu tun haben.


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