Startseite Nachrichten Lesezeichen Kommentare Logout
  Registrieren
Seiten der Lektion
Einführung: Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 4) - Hypertonie: Ursachen, Diagnose, Therapie, Prävention und Pflege
Ziele des Kurses
Symptom, Diagnostik, Krankheit - Diagnose Bluthochdruck
Diagnostik der Hypertonie
Sonderdruck - Morgenhochdruck - tageszeitliche Schwankungen
Hoher Blutdruck - Ursachen
Vorbeugen ist besser als Heilen - Risikofaktoren
Gefährlich hoher Blutdruck - Hypertone Krise, hypertensive Krise
Gefährlich hoher Blutdruck - hypertensiver Notfall, Symptome, Komplikationen
Hypertensiver Notfall - Therapie
Spätfolgen der Hypertonie
Behandlungsstrategie der Hypertonie
Nicht-medikamentöse Therapie
Medikamentöse Therapie
Bluthochdrucktherapie mit Diuretika
Bluthochdrucktherapie mit Beta-Blockern
Bluthochdrucktherapie mit ACE-Hemmern, Angiotensin-II-AT1-Rezeptor-Antagonisten
Bluthochdrucktherapie mit Kalziumantagonisten
Bluthochdrucktherapie - Reservemedikamente
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
Kontrollfragen zum Kurs (Im Demo deaktiviert)
Anzeigen
ALLE KURSE

Nicht-medikamentöse Therapie


Als Pflegekraft liegt hier einer Ihrer Schwerpunkte bei der Behandlung der Hypertonie. Nicht dass Sie alles durchführen, aber Sie haben eine wichtige beratende Funktion.


Die nicht-medikamentöse Therapie bezieht sich auf viele Bereiche, im Einzelnen wird Ihnen da vieles bekannt vorkommen, weil fast alle Risikofaktoren betroffen sind.


Noch eine Anmerkung: Diese Seite liest sich ein wenig wie „Der Weg zu einem besseren Leben - auf dem Pfad zur Erleuchtung.“ Es ist nicht so gedacht, es sind einfach Fakten, die sich bei einer Hypertonie positiv auswirken.


Gewichtsreduktion


Bluthochdruck Behandlung Gewichtsreduktion

Abb. 16: Blutdruck - Gewichtsreduktion , www.istockphoto.com, Less weight, Dateinr.: 8601462 © Gustavo Andrade

Sofern Übergewicht besteht, ist dies eine echte Möglichkeit, die Blutdruckwerte zu normalisieren. Pro Kilogramm des abgebauten Übergewichts lassen sich der systolische Blutdruck um ca. 2,5 mmHg und der diastolische Blutdruck um ca. 1,5 mmHg reduzieren.


Im günstigen Fall wird es möglich, Medikamente zu reduzieren bzw. ganz abzusetzen.


Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die meisten Menschen eine Reduzierung des Übergewichts als eine Leistung empfinden, auf die sie stolz sind.


Reduktion des Alkoholkonsums


Bluthochdruck Behandlung weniger Alkohol, Alkoholkonsum senken

Abb. 17: Blutdruck - Alkoholkonsum, www.istockphoto.com, Berry smoothie, Dateinr.: 3450704 © Olga Lyubkina

Trinkt jemand keinen Alkohol oder nur in sehr geringen Mengen (ich hatte dazu schon Hinweise gegeben), so ist dies in Bezug auf den Blutdruck und auch auf andere Körperfunktionen weitgehend unbedenklich. Handelt es sich jedoch um einen verstärkten und regelmäßigen Alkoholkonsum, so führt dies zu einem erhöhten Blutdruck und hat andere negative Auswirkungen auf Körper und Seele. Gelingt es hingegen, den Alkoholkonsum zu senken, so hat dies positive Auswirkungen auf den Blutdruck und gegebenenfalls auf den Körper und die Lebenssituationen.


Reduktion der Kochsalzzufuhr


Bluthochdruck Behandlung weniger Kochsalz, Kochsalzzufuhr einschränken

Abb. 18: Blutdruck - Kochsalzzufuhr, www.istockphoto.com, herbs series, Dateinr.: 7375283 © Robert Pears

Pro Tag wird mit der Nahrung eine Kochsalzmenge von durchschnittlich 15 g aufgenommen. Für Hypertoniker empfiehlt es sich, die tägliche Kochsalzzufuhr auf 4 - 6 g zu reduzieren. Eine Verringerung der Kochsalzzufuhr verbessert auch die Wirkung eventuell verordneter Diuretika.


Doch die Kochsalzzufuhr zu reduzieren ist leichter gesagt als getan. Problematischer als das Salz, das zum Beispiel beim Kochen oder beim Frühstücksei verwendet wird, ist das in Nahrungsmitteln versteckte Salz.


Das Salz für das Frühstücksei können Sie durch Kräuter ersetzen (Dill schmeckt gut), doch das Salz im Schinken, in der Salami oder im Käse sehen Sie nicht. Bei Mineralwasser denken Sie, es wäre „ja so gesund“, doch auch hier gibt es Mineralwässer, die viel Salz enthalten. Fertiggerichte und Konserven enthalten häufig viel Kochsalz. Bei frisch zubereiteten Gerichten bestimmen Sie selbst, wie viel an Salz Sie in die Suppe streuen.


Grundsätzlich kann man dies auch als Chance und nicht als Verzicht begreifen. Wenn Sie sich mit dem Thema befassen und beginnen kreativ, aber salzarm zu kochen, geben Sie dem Grundgeschmack der Nahrungsmittel eine Chance. Denken Sie an Pommes Frites - schmecken die nach Kartoffeln?


Ernährungsumstellung


Bluthochdruck Behandlung gesunde Ernährung

Abb. 19: Blutdruck - Ernährungsumstellung, www.istockphoto.com, Broiled salmon, Dateinr.: 2664912 © Branislav Senic

Der Fettverzehr sollte reduziert werden. Dies gilt nicht nur in Bezug auf den Blutdruck, sondern auf das kardiovaskuläre Risiko allgemein. Tierische Fette wirken sich deutlich schlechter aus als pflanzliche Fette. Der Grund sind die Fettsäuren. Bei pflanzlichen Fetten sind sie mehrfach ungesättigt.


Ein Stichwort, um die Ernährungsumstellung zu beschreiben, ist ein Richtungswechsel von der deutschen Hausmannskost zur „mediterranen Küche“ und dabei zusätzlich auf die Salzzufuhr zu achten.


Fett ist nicht verboten, doch es kommt darauf an, welche Art von Fett und in welchen Mengen Sie es konsumieren. Im Übrigen wirkt sich eine Fettreduktion auch positiv auf die Bemühungen der Gewichtsreduktion aus.


Rauchen


Bluthochdruck Behandlung nicht Rauchen, Nichtraucher

Abb. 20: Blutdruck - Rauchen, www.istockphoto.com, Quit smoking, Dateinr.: 7297781 © Dominik Pabis

Nun ja, ich denke, nicht nur der Hypertoniker, sondern fast jedes Kind weiß, dass Rauchen schädlich ist. Und ganz klar ist das Rauchen für einen Hypertoniker wie für jeden anderen ein Gift, für den Hypertoniker jedoch ein besonders wirksames.


Anderer Ansatz: Die Vorteile, nicht mehr zu rauchen:


  • Die Chance, an Lungenkrebs zu versterben (nicht nur ihn zu bekommen, sondern die meisten, die Lungenkrebs bekommen, sterben auch daran), verringert sich erheblich.
  • Die Chance, einen Herzinfarkt zu erleiden, verringert sich.
  • Die Chance, mit einem Schlaganfall alt zu werden, verringert sich.
  • Die Chance, Blasentumore zu bekommen und jedes Vierteljahr die Blase spiegeln (durch die Harnröhre) zu lassen und gegebenenfalls operiert zu werden, verringert sich.
  • Die Chance, mit einer ausgereizten COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) als heimbeatmeter Patient zu leben, verringert sich, und auch, daran zu versterben.
  • Die Chance, dass die Beine in „Salamitaktik“ (eben verteilt auf mehrere Operationen) amputiert werden, verringert sich.
  • Die Chance, impotent zu werden (Männer), verringert sich.
  • Sie können besser riechen und schmecken (aktiv).
  • Sie riechen und schmecken besser (passiv).
  • Sie genesen von Ihrem Raucherhusten.
  • Ihre Haut altert nicht mehr im Zeitraffer.
  • Sie können den Sport betreiben, der verhindert, dass Sie zunehmen, wenn Sie nicht mehr rauchen.
  • Sie leben länger und besser.
  • Sie …

Ja, und insgesamt verschlechtert das Rauchen Ihr kardiovaskuläres und sonstiges Risiko erheblich! Also, das Rauchen sollte aufgegeben werden.


Kaffee und Tee


Bluthochdruck Behandlung Kaffe und Tee

Abb. 21: Blutdruck - Kaffee und Tee, www.istockphoto.com,  Coffee, Dateinr.: 11079252 © Lise Gagne


Sofern in Maßen genossen – hinsichtlich des Kaffees also nicht als „Hauptnahrungsmittel“ - erlaubt.


Ausdauersport


Bluthochdruck Behandlung Bewegung und Ausdauersport

Abb. 22: Blutdruck - Ausdauersport,  running in the winter stormy weather, Dateinr.: 4819710 © Wojciech Gajda


Für einen Bluthochdruckpatienten ist es sinnvoll, Sport zu treiben. Doch bevor er damit beginnt, sollte er mit dem Arzt sprechen und die Belastbarkeit abklären. Außerdem sollte er sich einem Belastungs-EKG unterziehen.

Nun, Sie können sich sicher gut vorstellen, dass Gewichtheben nicht gerade die Sportart ist, die einem Patienten mit hohem Blutdruck zuträglich ist. Ebenso sind Wettkämpfe nicht sinnvoll, weil hierbei, wie es in der Natur eines Wettkampfes liegt, an die körperlichen Grenzen gegangen wird.

Sinnvoll sind jedoch Ausdauersportarten wie z.B. schnelles Gehen, Radfahren, Jogging und Schwimmen. Dreimal die Woche 30 - 45 Minuten sollte das Ziel sein. Selbstverständlich wird langsam begonnen. Außerdem sollte man (nicht nur als Hochdruckpatient) äußere Bedingungen, wie z.B. die Sommerhitze, berücksichtigen. Ich wundere mich manchmal, wie Leute bei über 30 Grad im Schatten am Spätnachmittag hechelnd durch die Sommerhitze rennen. Diese Art von Ausdauersport sollte man als Hochdruckpatient tunlichst unterlassen.


Ausdauersport wirkt sich insgesamt blutdruckregulierend aus. Außerdem unterstützt er die Bemühungen der Gewichtsreduktion und ist  leistungsfördernd.


In vielen Städten gibt es sogenannte Herzsportgruppen. In einer solchen Gruppe kann - meistens unter fachlicher Anleitung - mit dem Ausdauersport begonnen werden.


Stressbewältigung


Bluthochdruck Behandlung Stressbewältigung und Entspannung

Abb. 23: Blutdruck - Stressbewältigung, www.istockphoto.com,  Take a break!, Dateinr.: 2140952 © nyul

Stress ist, wie Sie wissen, nur ein Faktor, der eine Hypertonie begünstigt und mit unterhält. Unangenehmer Stress schränkt jedoch die Lebensqualität insgesamt deutlich ein.

Es stellt sich die Frage, wie Sie einem Patienten all diese Punkte vermitteln und ihm dahingehend Hilfe anbieten wollen.

Was Sie tun können ist, den Patienten auf diese Punkte hinzuweisen und ihm die Zusammenhänge deutlich zu machen.

Was Sie außerdem tun können ist, in Absprache mit dem Arzt Hilfsangebote, die z.B. in der Klinik vorhanden sind (Ernährungsberatung, Diätassistentin), mit einzubeziehen.

Wichtiger Punkt ist die Vorbereitung einer nachklinischen Unterstützung. Viele Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern Schulungen und Unterstützungsangebote an, z.B. wenn es um die Themen Rauchen oder Stressbewältigung geht.

Ihre Aufgabe ist es, den Patienten zu informieren und nach Möglichkeit zu motivieren. Außerdem sollten Sie ihn auf außerklinische Hilfsangebote hinweisen.


Selbstkontrolle des Blutdrucks


Bluthochdruck Behandlung selbstkontrolle des Blutdrucks

Abb. 24: Blutdruck - Selbstkontrolle © www.fotolia.com/id/376866, blutdruck messen, Sven Weber - Fotolia.com


Hat der Patient die Klinik verlassen, so wird er seinen Blutdruck selbst kontrollieren müssen. Sie müssen ihn schulen. Außerdem sollten Sie ihn auf körperliche Symptome hinweisen, die auftreten können, wenn der Blutdruck nicht in Ordnung ist.


Informieren Sie den Patienten, wie wichtig die regelmäßige Selbstkontrolle des Blutdrucks ist. Mäßige Veränderungen des Blutdrucks wird er nicht spüren, aber auch diese Veränderungen führen auf Dauer zu Langzeitschäden. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass der Patient trotz Beschwerdefreiheit regelmäßig seinen Arzt aufsucht.


Drucken und kopieren der Seite ist nur für registrierte Benutzer möglich!

  Zur Anmeldung!


Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie Vollzugang zu allen 51 Kursen und den kommentierten 545 Kontrollfragen.

Für jeden erfolgreich bearbeiteten Kurs werden Fortbildungspunkte der "RbP – Registrierung beruflich Pflegender GmbH" ausgewiesen. Der 6-Monats-Zugang kostet einmalig 24,00 Euro (Pauschalbetrag), also umgerechnet 4,- € pro Monat!

Weitere Informationen zur Anmeldung!


Zurzeit finden Sie hier 51 Kurse zu folgenden Themen:

  • Grundlagen des Pflegeberufs (3 Kurse)
  • Organsysteme des Menschen (2 Kurse)
  • Grundlagen der Anatomie und Physiologie (5 Kurse)
  • Gesundheitspflege und Prävention (3 Kurse)
  • Ethik (1 Kurs)
  • Krankenbeobachtung Körpertemperatur (3 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Puls (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Blutdruck (4 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Atmung (3 Kurse)
  • Pflege bei Störungen der Atmung (1 Kurs)
  • Notfall und Wiederbelebung (7 Kurse)
  • Das Ohr - Hören - Schwerhörigkeit (1 Kurs)
  • Nationale Expertenstandards - Einführung (1 Kurs)
  • Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege (7 Kurse)
  • Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Urinausscheidung (4 Kurse)

Zu allen 51 Kursen gibt es kostenlose Testzugänge

Sie enthalten rund 1/3 der Kursseiten im Volltext. Alle anderen Seiten werden teilweise dargestellt. Hierzu ist keine Anmeldung erforderlich! Testzugänge finden Sie hier.


Identnummer: 20091216

Sie möchten sich jetzt nicht anmelden? Kein Problem! Rufen Sie einfach weitere Testseiten dieses Kurses oder anderer Kurse auf.

Weitere kostenlose Informationen (Anschriften von Ausbildungsstätten, Prüfungsfragen, Facharbeiten sowie Informationen zur pflegerischen Aus- und Weiterbildung) finden Sie auf www.pflege-kurse.de

 

Druckvorschau

Zum Seitenanfang

 

 
Impressum
Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter