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Einführung: Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 3) - Hypotonie: Ursachen, Diagnose, Therapie und Pflege
Ziele des Kurses
Symptom, Diagnostik, Krankheit – Diagnose: Hypotonie
Schellong-Test
Niedriger Blutdruck, Hypotonie - Ursachen
Niedriger Blutdruck, aber keine Hypotonie - Ursachen
Niedrige Blutdruckwerte - Einschätzung des Messergebnisses
Gefährlich niedriger Blutdruck - Schock - Schockformen und Ursachen
Symptome des Schocks
Erstmaßnahmen beim Schock
Schock im Altenheim
Hypotonie - Behandlung
Pflege bei Hypotonie
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Symptom, Diagnostik, Krankheit – Diagnose: Hypotonie


Symptom oder Krankheit oder Folgeerkrankung

Wenn Sie den Blutdruck bei einem Patienten oder Bewohner erstmalig messen, und der Wert beispielsweise bei 90/60 mmHg liegt, dann wissen Sie in diesem Moment im Grunde noch nicht, womit Sie es nun zu tun haben.

Das Einzige, was Sie im Moment festgestellt haben, ist das Symptom des niedrigen Blutdrucks. Doch ob es sich hierbei um eine Hypotonie, also um eine Krankheit handelt, und um welche Form der Hypotonie es sich handelt, ist völlig unklar.

Diagnostik der Hypotonie

Sie messen einen Blutdruck von 85/55 mmHg. Auch hier stellt sich die grundsätzliche Frage: Handelt es sich um ein Symptom, das gerade kurzzeitig auftritt, oder ist der niedrige Blutdruck die Erkrankung selbst?

Bei einem hohen gemessenen Blutdruckwert steht der Verdacht auf Hypertonie im Vordergrund, also die Krankheit selbst. Anders ist es nach meiner Ansicht bei einem niedrigen gemessenen Blutdruckwert. Ein niedriger Blutdruckwert ist, sofern Sie den Patienten nicht kennen und nichts über ihn wissen, eher ein Symptom für eine andere Erkrankung und nicht selten ein erstes Alarmsignal.

Als Symptom, also nicht als die Krankheit Hypotonie, kann er viele, teilweise sehr dramatische Ursachen haben. Denken Sie z.B. an eine innere Blutung – ein blutendes Magengeschwür!

Von einer Hypotonie spricht man, wenn der Blutdruck dauerhaft bei Werten unter 105/60 mmHg liegt.

Deshalb ist eine wiederholte Blutdruckmessung eine erste diagnostische Maßnahme. Hierbei sollten, gerade wenn ein niedriger Blutdruck erstmals gemessen wird, die Kontrollmessung und gleichzeitig der Puls gemessen werden.


Grundsätzlich werden zwei Formen der Hypotonie unterschieden:


Primäre Hypotonie: Sie wird auch als essentielle Hypertonie bezeichnet, es gibt keine erkennbare Ursache. Sie ist häufig bei jungen und schlanken Frauen anzutreffen.


Sekundäre Hypotonie: Hierbei liegt eine andere Erkrankung zugrunde, z.B. eine Herzinsuffizienz.


Eine besondere Bedeutung bei der Diagnose der Hypotonie kommt dem Orthostase-Syndrom (Orthostatische Dysregulation) zu.


Hypotonie Ohnmacht

Abb. 2: Ohnmacht, wwww.istockphoto.com, Businessman defeated, Dateinr.: 8873678 © Helder Almeida


  • Hierbei „versackt“ das Blut beim Lagewechsel vom Liegen zum Stand bzw. bei längerem Stehen.
  • In der Folge wird das Gehirn plötzlich schlechter durchblutet.
  • Der Patient sagt so etwas wie: „Mir wird ganz schummerig … mir wird schwarz vor Augen … gleich kippe ich um“ (wenn er noch dazu kommt, es zu sagen).
  • Dann kippt er um - stürzt also und ist kurz bewusstlos.

Was machen Sie in so einer Situation? Das muss nicht unbedingt ein Patient im Krankenhaus oder Bewohner in einem Pflegeheim sein - das passiert mit Vorliebe in freier Wildbahn, z.B. beim Anstehen an einer langen Schlange an der Konzertkasse.


  • Sie, natürlich Fuchs, haben sich schon in der Schlange der Konzertkasse entschieden, sich direkt hinter einem möglichen Opfer der orthostatischen Dysregulation anzustellen (Auch das ist eine Form der Partnerwahl; bei Gottesdiensten unter freiem Himmel passiert das übrigens gelegentlich auch, ebenso wie in überfüllten Zügen der Bahn). Entsprechend gelingt es Ihnen, den „Patienten“ - jetzt können wir ihn so nennen - aufzufangen.

  • Legen Sie ihn hin. Er soll nicht sitzen, sondern liegen. Halten Sie seine Beine hoch. Hierdurch verbessert sich schlagartig die Durchblutung des Gehirns.

    Wenn Sie bei einem Ohnmächtigen oder bei einem Patienten unter Schock (massive Blutung) „die Beine hochhalten“, dann machen Sie es bitte richtig. Sie wollen ja erreichen, dass das Blut aus den Beinen zum Herzen zurückfließt und so dem (ggf. zentralen) Kreislauf zur Verfügung steht.

    Hypotonie Ohnmacht erste Hilfe und Behandlung Beine hoch

    Abb. 3: Beine hochhalten © Andreas Heimann-Heinevetter


  • Verständigen Sie Hilfe!!! In der Klinik bedeutet das schlicht, zu rufen: „Kann bitte mal jemand ganz schnell kommen!“ (so oft gehört), oder „Ich brauche Hilfe, und zwar JETZT!“ (sehr wirksam) und den Arzt zu verständigen. In freier Wildbahn bedeutet das, einem Umstehenden die Beine in die Hand zu drücken und einen anderen zu beauftragen, den Notarzt 112 zu alarmieren.

    Sind Sie in der Klinik oder in einem Pflegeheim (nachts) völlig allein, dann lagern Sie die Beine auf einen Stuhl, wenn er greifbar ist. Ist kein Stuhl vorhanden (Sie sind mit dem Patienten auf dem Flur, haben ihn natürlich nicht auffangen können, sondern nur gehört, wie es „geknallt“ hat, und der Patient liegt in einer kleinen Blutlache), legen Sie die Beine einfach flach und gerade auf den Boden bzw. lassen Sie sie so, wie sie sind.

  • Kontrollieren Sie die Vitalzeichen:

    Klinik: Puls (Arteria carotis tasten!) und Atmung kontrollieren. Bewusstsein testen- ist der Patient wach? Sind Puls und Atmung vorhanden, wird der Blutdruck kontrolliert. Ist der Patient schon erwacht - gut! Ist das nicht der Fall, halten Sie die Atemwege frei, ggf. stabile Seitenlage. Dann den Blutdruck kontrollieren.

    Haben Sie keinen Puls und keine Atmung, beginnen Sie mit der Wiederbelebung.

    Allein im Nachtdienst: Ebenso wie gerade beschrieben, kontrollieren Sie die Vitalzeichen. Und dann verständigen Sie Hilfe. Es macht einen Unterschied, ob der Patient/ Bewohner „nur“ gestürzt, also ansprechbar ist. Dann ist Ihr erster Ansprechpartner die Kollegin der Nachbarstation. Ist er jedoch ohne Puls und hat einen Atemstillstand, ist Ihr erster Ansprechpartner das Reanimationsteam oder der Diensthabende in der Klinik oder der Rettungsdienst. Sofern Sie in einem Pflegeheim sind, also die 112 wählen.

    In freier Wildbahn: Grundsätzlich stellt sich die Frage, wen Sie da aufgefangen haben. Ist es ein junger Mensch, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Ohnmacht sein, eben eine orthostatische Dysregulation oder vielleicht ein Flüssigkeitsmangel bei heißem Wetter. 
    Ist es ein mittel-alter oder älterer Mensch, kann es alles sein. Angefangen von der orthostatischen Dysregulation bis hin zum Herzinfarkt oder Herzstillstand. Hier kontrollieren Sie dann das Bewusstsein (ist er ansprechbar?), den Puls (Halsschlagader) und die Atmung (Atemstillstand? Atemwege blockiert?).

    Ist kein Puls zu tasten (dann hat die Atmung wahrscheinlich auch schon ausgesetzt), beginnen Sie mit der Wiederbelebung.

    Öffnet der „Patient“ die Augen, lächeln Sie ihn an.

  • In der Klinik (erste Kollegen stehen Ihnen schon zur Seite) führen Sie eine Blutzuckerkontrolle durch. Falls der Patient noch nicht wach ist, bereiten Sie ggf. einen venösen Zugang und eine Infusion vor.

Wenn es wirklich eine orthostatische Dysregulation war, verläuft das alles meistens sehr glimpflich. Kaum liegt der Betroffene (1 - 2 Minuten), öffnet er auch schon die Augen. Er ist noch einige Zeit etwas „benommen“. Trotzdem sollte gerade beim ersten Auftreten eine weitere Diagnostik durchgeführt werden.


Eine orthostatische Dysregulation muss nicht zwangsläufig mit einer bevorstehenden Hypotonie verbunden sein. Auch ausgehend von einem normalen Blutdruck kann das Blut beim Aufstehen „versacken“, jedoch ist die Kombination von orthostatischer Dysregulation und Hypotonie nicht selten.


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Identnummer: 20091216

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