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Einführung: Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 2), Messtechniken, Hypertonie, Hypotonie, Bewertung der Messergebnisse
Ziele des Kurses
Zu welchen Anlässen wird der Blutdruck gemessen?
Arten der Blutdruckmessung
Blutdruckmessung - Materialien und Gefahren
Vorbereitungen zur Blutdruckmessung
Vorbereitungen - Akute Blutdruckmessung
Vorbereitungen - geplante Blutdruckmessung
Blutdruckmessung - Durchführung
Fehler bei der Blutdruckmessung - viele Möglichkeiten, etwas falsch zu machen!
Tipps und Tricks
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Blutdruckmessung - Durchführung


Auskultatorische Blutdruckmessung - Durchführung


Nach der Vorbereitung - es ist soweit - wird der Blutdruck gemessen.


  • Der Patient sitzt z.B. am Tisch und erwartet Sie schon.

  • Den Oberarm hat er schon freigemacht. Keine beengende Kleidung behindert die Blutdruckmessung.

  • Öffnen Sie das Ventil am Manometer. Sie überprüfen, ob die Manschette luftleer ist und legen diese eng und faltenfrei ca. 2-3 cm oberhalb der Ellenbeuge am Oberarm an. Jedoch nur so eng, dass der Blutfluss behindert wird. Achten Sie darauf, dass vorhandene Schläuche nicht direkt über der Arterie liegen. Das würde Sie beim Auskultieren der Korotkow- Töne behindern.

    Manche Manschetten besitzen eine Markierung, unter der sich nach Anlage der Manschette die Arterie befinden soll.

    Blutdruckmessung Vorgehen Anlegen der Manschette

    Abb. 19: Passende Blutdruckmanschette © Andreas Heimann-Heinevetter


  • Überprüfen Sie, ob der Manschettendruck auf dem Manometer „0“ ist.

  • Der Arm des Patienten ist entspannt und gestreckt. Die Blutdruckmanschette befindet sich auf Herzhöhe.

  • Schließen Sie das Ventil.

  • Stecken Sie nun die „Oliven“ des Stethoskops locker ins Ohr.

  • Tasten Sie den Puls an der Arteria radialis und pumpen Sie die Manschette zügig auf. Sobald der Manschettendruck den Blutdruck übersteigt, ist kein Puls mehr tastbar. Sie sollten den Manschettendruck noch leicht erhöhen (max. 30 mmHg). Eine Blutdruckmanschette mit sehr hohem Druck „tut“ weh.

  • Der Schalempfänger des Stethoskops wird nun in der Ellenbeuge leicht aufgelegt, die Membran soll guten Hautkontakt haben. Fixieren Sie den Schallempfänger mit einem Finger. Der Schallempfänger liegt über der Arteria cubitalis. Manche schieben den Schallempfänger (vor dem Aufblasen der Manschette) teilweise unter die Blutdruckmanschette. Ich persönlich mag das nicht.

    Blutdruckmessung Vorgehen  Auflegen des Stethoskop

    Abb. 20: Korrekt angelegter Schallempfänger © Andreas Heimann-Heinevetter


    Haben Sie bis hierhin alles richtig gemacht, hören Sie fast nichts. Umgebungsgeräusche sind bestenfalls sehr gedämpft zu hören.

  • Öffnen Sie nun vorsichtig das Ventil am Manometer. Der Druck in der Manschette (und damit die Anzeige am Manometer) sollen um 3 mmHg (Maximum 5 mmHg) pro Sekunde fallen. Nur so können Sie genaue Werte ermitteln. Wenn Sie sich die mittlerweile sehr scharfe Einteilung des Blutdrucks in Schweregrade der Hypertonie ins Gedächtnis rufen, so ist das langsame Ablassen des Manschettendrucks durchaus gerechtfertig. In der klinischen Praxis ist das Vorgehen jedoch häufig ein ganz anderes, oder haben Sie schon einmal gesehen, dass jemand 30 Sekunden den Manschettendruck reduziert? Mehr dazu am Ende dieser Seite.

    Blutdruckmessung Vorgehen langsames Reduzieren des Manschettendrucks

    Abb. 21: Manschettendruck reduzieren, Ventil © Andreas Heimann-Heinevetter


  • Behalten Sie das Manometer im Auge und spitzen Sie die Ohren. Der erste hörbare Ton (Korotkow-Geräusch) markiert den oberen, den systolischen Blutdruckwert. Manschettendruck ablesen.

    Blutdruckmessung Vorgehen Ablesen des systonischen Blutdruck

    Abb. 22: Systolischer Blutdruck © Andreas Heimann-Heinevetter

    Übrigens, kurz vor der Systole werden Sie bemerken, dass die Nadel des Manometers bei jeder Pulswelle ein wenig zu „tanzen“ beginnt.

  • Reduzieren Sie den Manschettendruck langsam weiter. Mit jeder Pulswelle hören Sie einen Korotkow-Ton. Irgendwann, der Manschettendruck nähert sich dem diastolischen Blutdruckwert, werden die Korotkow-Töne leiser. Der letzte hörbare Ton entspricht dem diastolischen Blutdruckwert.

    Blutdruckmessung Vorgehen ablesen diastolischer Blutdruck

    Abb. 23: Diastolischer Blutdruck © Andreas Heimann-Heinevetter

    Manchmal hört es gar nicht auf zu pochen. In der Kurve steht dann so etwas wie Blutdruck 145/0 mmHg. Ehrlich gesagt ist das mit dem Leben ja nicht vereinbar (das wäre reines „Stop and Go“, und bei einem Mitteldruck von 48 mmHg steigt jede Niere aus). Also muss es einen anderen Grund für dieses Phänomen geben. Auf Tipps und Tricks gibt es ein paar Gedanken dazu.

  • Nun lassen Sie den Manschettendruck zügig auf Null herab und entfernen die Blutdruckmanschette.

  • Zum guten Schluss desinfizieren Sie die Blutdruckmanschette, die Ohroliven und die Membran.

Ja, das ist richtig! Doch wenn Sie Praxiserfahrung haben, dann zeigen Sie mir gerade einen Vogel!!! Zu Recht!


Ich kenne einige Kollegen, die, sofern es nicht ihr eigenes Stethoskop ist, die Ohroliven vor Gebrauch desinfizieren. Man weiß ja nie, wer zuvor gehorcht hat.


Nach jeder Blutdruckmessung die Manschette zu desinfizieren (Sie messen Blutdruck auf einer Station, es ist Donnerstag, allen Patienten wird der Blutdruck gemessen), klar, das wäre richtig. Doch auf der anderen Seite halte ich es persönlich für realitätsfern, oder wird das bei Ihnen so gemacht???


Rückmeldungen erbeten an webmaster@pflege-kurse.de. Ich kann den Lehrtext ja anpassen.


Also, Sie desinfizieren!


Palpatorische Blutdruckmessung - Durchführung


Palpatorisch bedeutet, Sie tasten den Blutdruck. Sie können nur den oberen, also den systolischen Wert tasten. Das ist übrigens die astreine Blutdruckmessung, wie „Riva-Rocci“ sie durchgeführt hat.


Wann Sie das machen? Entweder wenn nun wirklich kein Stethoskop aufzutreiben ist oder wenn Sie nichts hören können (häufig bei sehr niedrigen Blutdrücken – Schock).


  • Das Vorgehen ist ähnlich. Eigentlich werden alle Schritte einschließlich des Aufpumpens der Blutdruckmanschette - wie schon beschrieben - durchgeführt.

    Also, der Stand der Dinge: Sie haben den Puls getastet, die Blutdruckmanschette aufgepumpt, der Puls ist nicht an der Arteria radialis zu tasten.

  • Sie belassen die Finger an der Taststelle des Pulses und beginnen den Manschettendruck langsam (wie oben beschrieben) zu reduzieren. Sobald Sie einen Puls tasten (zart), ist das der systolische Blutdruckwert. Den diastolischen Wert können Sie auf diese Weise nicht ermitteln.

  • In der Kurve steht dann so etwas wie: Blutdruck 75/? mmHg. Sollte Ihnen eine „erfahrene Pflegekraft“ bei dieser Messmethode (beobachtet) mit getasteten Blutdruckwerten von 75/60 mmHg aufwarten, dann sagen Sie „niedrig!“ (und denken sich Ihren Teil).

  • Desinfizieren!

  • Die palpatorische Blutdruckmessung ist bei Patienten im akuten Schock oder unter Reanimation (Wiederbelebung) gut … In solch einer Situation pumpt man die Manschette auf Drücke bis maximal 120 mmHg auf. Dann lässt man den Manschettendruck ganz langsam ab … und ruft in die Runde: „Bei 65, da habe ich etwas gefühlt“.


Ich hatte Ihnen versprochen, ein paar Worte zur Blutdruckmessung, vor allem zur auskultatorischen zu sagen. Oben auf dieser Seite sehen Sie, wie es „richtig“ sein sollte. Jetzt ein paar Bemerkungen aus der Praxis.


Vor gut 20 Jahren habe ich mein Krankenpflegeexamen gemacht. Ehrlich gesagt habe ich noch nie jemanden beim Aufpumpen der Manschette den Puls tasten sehen (außer bei der palpatorischen Messung, dabei mache ich es auch, weil ich den Puls vorher „gehabt“ haben möchte).


In der Praxis: Bei Patienten, die nicht bekannt sind, wird die Manschette auf 200 mmHg aufgepumpt und dann relativ langsam (5 mmHg pro Sekunde) abgelassen.

Pochen! Systolischer Wert, z.B. 170 mmHg. Dann wird etwas „Gas gegeben“, 15 mmHg pro Minute bis auf  den Wert von 120 mmHg, abbremsen, wieder 5 mmHg pro Sekunde. Der diastolische Wert beträgt 95 mmHg.

Bei bekannten Patienten ist das Verfahren ein wenig anders. 30 mmHg über dem systolischen Wert, den man erwartet, … „pochen“, runterspringen auf 20 mmHg über Diastole. Und dann langsam ablassen.


Bewertung meinerseits?


Die anfangs beschriebene Methode der auskultatorischen Blutdruckmessung ist richtig. Sie ist sauber und korrekt! Ja, auch in Bezug auf die Desinfektion.


Das ist für Sie als Berufsanfänger, der es korrekt macht, vielleicht problematisch. Ältere und erfahren Pflegekräfte schütteln den Kopf („160/90 bei jemandem, der über 80 Jahre alt ist, das ist normal. Hätte der 120/80  mmHg, also den normalen Blutdruck, würde ich mir Sorgen machen.“)


Beides hat seine Berechtigung. Was ich Ihnen empfehlen kann in diesem Konflikt, ist, dass Sie sagen: „Ich habe es so gelernt, ich habe es so gelesen.“ Drucken Sie diese Seite aus und sagen Sie: „Lies mal.“ Nun ja, ich denke, wenn der Kollege oder die Kollegin, die Sie anleitet, dies oder den Kurs liest,  wird sie oder er sagen: „Du hast ja Recht! Aber ich habe einen Trick!“


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Identnummer: 20091216

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