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Einführung: Krankenbeobachtung Blutdruck (Teil 1), die Grundlagen - Blutdruckregulation, Einflussfaktoren
Ziele des Kurses
Geschichte: Scipione Riva-Rocci und Nikolai Sergejewitsch Korotkow
Blutdruck - eine Definition, Einheiten, Messgrößen
Hypertonie und Hypotonie
Blutströmung - Blutdruck und Gefäßwiderstand
Einfacher Regelkreis der Blutdruckregulation
Kurzfristige-, mittelfristige- und langfristige Blutdruckregulation
Veränderungen des Blutdrucks ohne Krankheitswert
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Kurzfristige-, mittelfristige- und langfristige Blutdruckregulation


Die Regulation des Blutdrucks hat verschiedene zeitliche Spannen. Sie kann kurzfristig, mittelfristig oder langfristig ausgerichtet sein.


Kurzfristige Blutdruckregulation.


Die kurzfristige Blutdruckregulation geschieht innerhalb von Sekunden. Reagiert wird hierbei auf plötzliche Änderungen des Blutdrucks, z.B. auf einen Wechsel der Körperlage vom Liegen zum Stehen oder umgekehrt.


Die Hauptrolle spielen hierbei Pressorezeptoren (auch Barorezeptoren genannt), die an einigen Stellen in die Arterien (Aortenbogen, Arteria Carotis communis, Carotissinus) eingelagert sind.


Blutdruckregulation druckrezeptoren in der arteria carottis der Halsschlagader

Abb. 13: Arteria carotis bds. am Hals © Andreas Heimann-Heinevetter


Steigt der Blutdruck über den Normalwert, registrieren die Rezeptoren eine Dehnung der Arterienwand. Die Rezeptoren senden vermehrt Impulse an das Kreislaufregulationszentrum. In der Folge wird die Auswurfleistung des Herzens vermindert, die Herzfrequenz sinkt. Gegebenenfalls werden die Arteriolen weit gestellt.


Im umgekehrten Fall, wenn der Blutdruck sinkt, werden weniger Impulse an das Kreislaufregulationszentrum gesendet. Das sympathische Nervensystem wird stimuliert. Daraufhin wird die Herztätigkeit verstärkt, die Herzfrequenz und das Schlagvolumen nehmen zu. Außerdem kommt es zu einer Engstellung der Widerstandsgefäße, also der Arteriolen. Haut-, Nieren- und die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes nehmen ab.


Mittelfristige Blutdruckregulation


Sinkt die Nierendurchblutung, weil es z.B. durch einen Blutverlust zu einem Blutdruckabfall gekommen ist, wird in der Niere vermehrt Renin ausgeschüttet. Über eine Kaskade von Stoffwechselvorgängen in der Niere (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, in einem Kurs über die Niere wird es ein Thema sein) wird Angiotensin II gebildet.

Angiotensin II hat eine starke vasokonstriktorische (gefäßverengende) Wirkung. In der Folge steigt der Blutdruck an. Außerdem führt Angiotensin II zu einer vermehrten ADH-Ausscheidung (Antidiuretisches Hormon, siehe unten).


Blutdruckregulation ADH Anti diuretisches Hormon

Abb. 14: ADH Ausschüttung - Wirkungen © Andreas Heimann-Heinevetter


Weder die kurz- noch die mittelfristige Blutdruckregulation setzen bei den Regelmechanismen am Blutvolumen an, eine der entscheidenden Größe für den Blutdruck. Kurz- und mittelfristige Regulationsmechanismen beeinflussen den Blutdruck über die Herzleistung und den Strömungswiderstand des Blutes durch Eng- oder Weitstellung der Gefäße. Anders ist es bei der langfristigen Blutdruckregulation. Hier wird die Stellgröße des Blutvolumens zur Regulation des Blutdrucks mit einbezogen.


Langfristige Blutdruckregulation


Wesentliches Merkmal der langfristigen Blutdruckregulation ist eine Veränderung des Blutvolumens durch eine vermehrte oder verminderte Flüssigkeitsausscheidung über die Niere.


Vier Mechanismen kommen hierbei zum Tragen:


Druckdiurese: Steigt der arterielle Mitteldruck über Werte von 95 mmHg, so nimmt die Urin- und damit Flüssigkeitsausscheidung über die Niere erheblich zu. Das Blutvolumen verringert sich, in der Folge sinkt der Blutdruck.


Blutdruckregulation durch Druckdiurese

Abb. 15: Druckdiurese © Andreas Heimann-Heinevetter


Sinkt hingegen der arterielle Mitteldruck unter Werte von 65 mmHg, vermindert sich die Urinausscheidung auf langfristig kritische Werte.


ADH-Ausschüttung: ADH (auch Adiuretin) ist das Antidiuretische Hormon. Es wird vom Hypothalamus ausgeschüttet und verringert die Urinausscheidung. Nimmt das in den Gefäßen befindliche Blutvolumen zu, so wird es vermehrt ausgeschieden, die Urinausscheidung (Diurese) nimmt zu. Nimmt das Blutvolumen ab, wird mehr ADH ausgeschieden, die Urinausscheidung vermindert sich. Ein kompletter Ausfall der ADH-Produktion führt zum Krankheitsbild des Diabetes insipidus. Hierbei beträgt die Urinausscheidung fünf bis 25 Liter pro Tag mit entsprechend gesteigertem Durst.


Ausschüttung von Aldosteron. Oben wurde das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System schon erwähnt. Bei einem Blutdruckabfall wird über dieses System in der Nebennierenrinde vermehrt Aldosteron gebildet. Dieses Hormon führt zu einer verstärkten Rückresorption von Natrium in der Niere. Wasser folgt dem Natrium, entsprechend wird weniger Wasser ausgeschieden. Die Urinausscheidung sinkt, das Blutvolumen wird vergrößert. Bei erhöhten Blutdruckwerten wird entsprechend wenig Aldosteron gebildet und damit weniger Natrium rückresorbiert und mehr Wasser ausgeschieden. Aldosteron verstärkt die Kaliumausscheidung.


Blutdruckregulation Renin Angiotensin Aldosteron Ausschüttung

Abb. 16: Aldosteron - Wirkungen © Andreas Heimann-Heinevetter


Atriales natriuretisches Peptid (ANP). Dieser hormonähnliche Stoff wird in den Muskelzellen der Herzvorhöfe gebildet. Auslösend hierfür ist eine Zunahme des Blutvolumens, und damit verbunden ist ein verstärkter Dehnungsreiz in den Vorhöfen. Es hat mehrere Wirkungen, die alle eine Senkung des Blutdrucks zur Folge haben.

  • In der Niere führt es zu einer vermehrten Natrium- und Chlorausscheidung. Dem Natriumchlorid folgt das Wasser passiv, die Urinausscheidung steigt.
  • Im Hypothalamus hemmt es das Durstgefühl, entsprechend wird dem Körper weniger Wasser zugeführt.
  • Es senkt die Reninkonzentration. Infolgedessen wird weniger Angiotensin II gebildet, was zu einer Erweiterung der Arteriolen führt. Der Blutdruck sinkt.

Blutdruckregulation ANP atriales natriuretisches Peptid

Abb. 17: Atriales natriuretisches Hormon (ANP) - Wirkungen © Andreas Heimann-Heinevetter


Ist das Blutvolumen hingegen niedrig, sinkt die Konzentration von ANP. Entsprechend fallen die blutdrucksenkenden Effekte weg.


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Identnummer: 20091216

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