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Einführung: Krankenbeobachtung Puls (Teil 2), Techniken und Bewertung
Ziele des Kurses
Puls - Definition
Puls - Messmethoden
Puls - wo wird getastet?
Periphere Taststellen des Pulses
Zentrale Taststellen des Pulses
Wann muss der Puls zentral getastet werden?
Kriterien der Beobachtung, Normwerte
Physiologische Veränderungen des Pulses
Erregungsbildung und Erregungsleitung
Verlangsamter Herzschlag - Bradykardie
Beschleunigter Herzschlag - Tachykardie
Veränderungen der Pulsqualität
Übelste Veränderungen des Pulses - NOTFALL!
Tipps, Tricks, Fehlerquellen und Mythen
Zusammenfassung
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Kriterien der Beobachtung, Normwerte


Wenn Sie den Puls tasten, können Sie mehr beobachten, als Sie normalerweise in Krankendokumentation vermerken.


Pulsfrequenz


Es ist die Anzahl der Pulsschläge pro Minute. Sie zählen die Pulsschläge über 15 Sekunden (beginnend mit Null) und multiplizieren diesen Wert mit 4. Bei sehr langsamem oder unregelmäßigem Puls zählen Sie eine ganze Minute aus. Beim Erwachsenen beträgt die Pulsfrequenz etwa 70 Schläge pro Minute.

Sinkt die Pulsfrequenz unter 60 Schläge pro Minute ab, spricht man von einer „Bradykardie“.

Steigt die Pulsfrequenz auf mehr als 100 Schläge pro Minute an, so wird dies als „Tachykardie“ bezeichnet.

Es gibt sowohl für eine Bradykardie als auch für eine Tachykardie physiologische Ursachen, also solche ohne Krankheitswert.


Pulsrhythmus



Abb. 23: Pulswellen - Pulsrhythmus regelmäßig (Sinusrhythmus) © Andreas Heimann-Heinevetter



Abb. 24: Pulswellen - Pulsrhythmus unregelmäßig (Sinusarrhythmie) © Andreas Heimann-Heinevetter


Wenn Sie die beiden Bilder betrachten, sehen Sie, dass die eine Pulsfrequenz im ersten Bild regelmäßig und im zweiten Bild unregelmäßig ist. Der Pulsrhythmus spiegelt die Schlagfolge des Herzens wider. Im ersten Bild ist die Schlagfolge regelmäßig, also ein ganz normaler gesunder Rhythmus. Im zweiten Bild sieht es etwas anders aus. Die Pulswellen selbst sind zwar gleich, und das bedeutet, dass es normale Herzaktionen sind (also keine einfallenden Extraschläge - Extrasystolen). Aber die Pulswellen verlaufen in unregelmäßiger Folge. Doch nun kommt das dritte Bild.



Abb. 25: Pulswellen - Pulsrhythmus unregelmäßig (Bigeminus) © Andreas Heimann-Heinevetter


Was denken Sie, was Sie tasten? Sie tasten einen regelmäßigen, sehr langsamen Puls. Die große Pulswelle (die normale Herzaktion) tasten Sie, die flache Welle (es ist der Extraschlag - die Extrasystole) spüren Sie mit Ihren Fingerspitzen nicht.


Schöne Überleitung zum nächsten Punkt, der Pulsqualität, dem dritten Beobachtungskriterium.


Pulsqualität


Vornweg ein Mangel in der normalen pflegerischen Dokumentation. Der Puls wird normalerweise als roter Punkt in die Kurve grafisch eingetragen, ein unregelmäßiger Puls als Sternchen. Nun, da beginnt der Mangel, denn dieses Sternchen sagt ja nichts darüber aus, wie heftig die Unregelmäßigkeit des Pulses ist. Doch die Qualität des Pulses, ob er gut oder schlecht zu tasten ist, ob er sich hart, weich oder gar dünn und fadenförmig anfühlt, das dokumentieren sie in der Regel nicht. Dabei ist das ein wichtiges Kriterium. Zuerst die normale Pulsqualität.



Abb. 26: Pulswellen - normale Pulsqualität © Andreas Heimann-Heinevetter


Schauen Sie sich das Bild einmal an. Die Pulswelle selbst ist hoch genug (also gut zu tasten), steigt kräftig, aber dynamisch an und sinkt ebenso dynamisch ab. Ebenso ist in der Zeit, wenn die Pulswelle flach und die Arterie gefüllt ist. Sie können sie noch spüren bzw. zusammendrücken.


Nun schauen Sie sich das nächste Bild einmal an.



Abb. 27: Pulswellen, flach und fadenförmig © Andreas Heimann-Heinevetter


Was fällt Ihnen auf? Die Pulswelle ist nur sehr flach. Wenn Sie eine solche Pulswelle tasten, ist es eher eine Ahnung als ein Fühlen. Das Zweite, was Ihnen auffällt, ist, dass die Pulswellen in schneller Folge kommen, es handelt sich also um eine Tachykardie. Doch da ist noch ein dritter Punkt. Zwischen den Pulswellen liegt die Linie deutlich tiefer als zuvor, eine gefüllte Arterie ist da kaum noch zu spüren.

Was Sie beim Pulstasten noch bemerken würden: der Arm ist kalt, eventuell kaltschweißig. Der Patient ist wahrscheinlich sehr blass und ebenso wahrscheinlich schon bewusstlos. Sie verstehen jetzt, warum ich das Pulstasten der maschinellen Messung vorziehe.

In so einem Fall würden Sie natürlich den zentralen Puls tasten und bitteschön Alarm schlagen!


Doch wovon hängt die Pulsqualität ab?


  • Von der Füllung der Blutgefäße.
  • Vom Blutvolumen (Bei wenig Blut ist die Pulsqualität entsprechend schlecht, es fehlt halt an Substanz, um die „Welle zu machen“).
  • Vom Schlagvolumen des Herzens. Wirft das Herz in der linken Herzkammer wenig Blut aus, weil sie z.B. schwach ist, dann ist die Pulswelle natürlich weniger ausgeprägt.
  • Von der Elastizität der Gefäße. Wenn Sie ein elastisches (gesundes) Blutgefäß haben, kommt die Pulswelle fluffig an. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, die elastischen Arterien (Kurs Puls 1) sind so richtig verkalkt. Da ist nicht mehr viel mit Windkesselfunktion, sondern die Pulswelle schießt dadurch und kommt dann knallhart an Ihrer Taststelle an.

Na ja, diese Seite hat Sie schon ein wenig  für die pathologischen Veränderungen des Pulses sensibilisiert. Doch zuerst die physiologischen Veränderungen des Pulses, also die guten Veränderungen.


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Identnummer: 20091216

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