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Seiten der Lektion
Einführung in die Anatomie und Physiologie
Ziele der Lektion
Anatomie: eine Definition
Physiologie: eine Definition
Es kommt zusammen, was zusammengehört
Anatomie im Altertum: ein „Who’s who“
Galenos von Pergamon schreibt ein Buch
Das Mittelalter und dann die Renaissance
Blut fließt, eine Zeitreise der Physiologie
Die Rolle der Kirche
Bedeutung für die Pflege
Begreifen – „Tipps aus der Praxis“
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
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Das Mittelalter und dann die Renaissance

Im Mittelalter kam die anatomische Forschung weitgehend zum Erliegen. Ein wesentlicher Grund war die Verbreitung des christlichen Glaubens in mehrerlei Hinsicht:

  • Im Christentum herrschte eine ausgeprägte Scheu davor, die Körper von Verstorbenen zu öffnen.
  • Das christliche Weltbild war geradezu entgegengesetzt zu dem der ionischen Philosophen. Nicht die Welt war von Bedeutung, sondern das „Reich Gottes“. Die Bibel, der Glaube und die Kirche als solche zeigten den Weg dorthin.
  • Die Welt unterlag nach diesem Verständnis nicht unveränderlichen Naturgesetzen, sondern dem Lenken Gottes und seiner Heiligen.

Eine besondere Rolle fiel den Arabern zu. Mit der Verbreitung des Islams vergrößerte sich ihr Einflussgebiet erheblich. Südwestasien und Nordafrika wurden von ihnen beherrscht. Im Jahre 730 standen sie vor Konstantinopel im Osten und am Rande Frankreichs im Westen, die iberische Halbinsel war von ihnen erobert worden. Sie waren zwar nicht die großen Erneuerer, doch sie übersetzten z. B. die Werke von Aristoteles und Galenos. Sie studierten und kommentierten das alte Wissen und bewahrten es so davor, in Vergessenheit zu geraten.

Zu Beginn des 2. Jahrtausends begann die Medizin in Europa wieder zu erblühen. In Salerno bildete sich ein europäisches Zentrum der Heilkunst. Salerno war ein Lazaretthafen (Kreuzzüge). Die Forschungen der Antike (Alexandria) fanden wieder Beachtung, ebenso wurden wieder vermehrt Sektionen (in der Regel an Schweinen) durchgeführt. Anatomisches Wissen wurde zur Voraussetzung zur Ausübung des Arztberufs, da die Landesherren Roger II. (1140) und der Staufferkaiser Friedrich II. (1231) entsprechende Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen erließen. Leichenöffnung und Eingeweidebeschau konnte behördlich angeordnet werden, z. B. bei Verdacht auf Vergiftungstod.

Sektionen in dieser Zeit hatten einen anderen Charakter, als es heute der Fall ist. Sie dienten häufig der Illustration eines Textes.

Der Professor oder Lektor saß erhöht auf seinem „Lehrstuhl“ und zitierte Texte, z. B. von Galenos. Die eigentliche Leichenöffnung wurde von einem Handwerker oder Bader vorgenommen. Ein Mitarbeiter des Professors zeigte dann mit einem Stock auf die Stellen des Körpers, die seiner Meinung nach dem vorgelesenen Textteil entsprachen.

Schwierig wurde es, wenn – und das konnte bei Texten von Galenos durchaus der Fall sein – die anatomischen Strukturen anders waren als im vorgelesenen Text beschrieben. Galenos von Pergamon hatte Tiere seziert.

In der Renaissance (1400 bis 1600) änderte sich eine grundlegende Voraussetzung zugunsten der Wissenschaft. Dem zuvor rein auf Gott bezogenen Weltbild wurde ein auf den Menschen bezogenes entgegengestellt. Wissenschaft und Forschung hatten wieder einen Sinn, da nicht mehr alles in den Händen Gottes lag. Die wissenschaftsfeindliche Zeit des („dunklen“) Mittelalters war beendet.

Die anatomische Forschung erhielt einen weiteren Impuls durch die bildende Kunst. Die künstlerischen Darstellungen wurden immer realistischer, es entwickelte sich der Zweig der künstlerischen Anatomie. Bekanntester Vertreter ist hier sicher Leonardo da Vinci (1442 bis 1519) mit seinen anatomischen Zeichnungen. In Bezug auf die Anatomie selbst spielt Leonardo da Vinci jedoch keine bedeutende Rolle.

Menschenbild, Leonardo da Vinci

Abb.4: Photo of the Vitruvian Man by Leonardo Da Vinci
© janaka Dharmasena, fotolia.com


Hingegen wird Andreas Vesalius (1514 bis 1564) als Begründer der modernen wissenschaftlichen Anatomie gesehen. Er vereinte praktischen und theoretischen Unterricht in einer Hand. Vom ehemaligen Lehrer der Anatomie Galenos’ wurde er zu ihrem Kritiker. Er stellte fest, dass die anatomischen Beschreibungen des Galenos von Pergamon auf der Sektion von Schweinen, Affen und Hunden beruhten und deshalb nicht mit seinen Sektionsergebnissen (an Menschen) übereinstimmten. Sein Verdienst ist, die Fehler der Anatomie des Galenos von Pergamon durch eigene Untersuchungen entdeckt und berichtigt zu haben.


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