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Einführung: Krankenbeobachtung Puls (Teil 2), Techniken und Bewertung
Ziele des Kurses
Puls - Definition
Puls - Messmethoden
Puls - wo wird getastet?
Periphere Taststellen des Pulses
Zentrale Taststellen des Pulses
Wann muss der Puls zentral getastet werden?
Kriterien der Beobachtung, Normwerte
Physiologische Veränderungen des Pulses
Erregungsbildung und Erregungsleitung
Verlangsamter Herzschlag - Bradykardie
Beschleunigter Herzschlag - Tachykardie
Veränderungen der Pulsqualität
Übelste Veränderungen des Pulses - NOTFALL!
Tipps, Tricks, Fehlerquellen und Mythen
Zusammenfassung
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
Kontrollfragen zum Kurs (Im Demo deaktiviert)
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ALLE KURSE

Tipps, Tricks, Fehlerquellen  und Mythen


Bei der Recherche und beim Schreiben dieses Kurses habe ich natürlich auf meine eigene Erfahrung zurückgegriffen, aber auch einschlägige Literatur gelesen. Es sind mir einige Dinge in den entsprechenden Büchern aufgefallen. Doch zuerst ein paar Tipps zum Tasten des Pulses.


Üben


Üben Sie das Tasten des Pulses! Im beruflichen Alltag werden Sie den Puls oft an der Arteria radialis tasten, und Sie sind schnell fit, an dieser Stelle die Pulsfrequenz zu ermitteln. Doch üben Sie ebenso das Pulstasten an der Halsschlagader und in der Leiste, in Notfallsituationen sind Sie auf diesen Puls angewiesen. Es verunsichert Sie dann zusätzlich, in der Technik des Tastens nicht fit zu sein.


15 Sekunden


Normalerweise tasten Sie den Puls 15 Sekunden und zählen. Beim Zählen des Pulses fallen Ihnen wahrscheinlich noch Unregelmäßigkeiten auf, ebenso wenn der Puls sehr schlecht tastbar ist. Doch im Detail beurteilen Sie den Puls sicher nicht. Nehmen Sie sich noch einmal 15 Sekunden Zeit, ohne zu zählen. Ertasten Sie die Pulsqualität und die Füllung des Gefäßes, und ertasten Sie die Unterschiede zwischen den einzelnen Pulsschlägen.


Konzentrieren - Augen zu


Wenn Sie den Puls tasten, ist das nicht der Moment, sich mit dem Patienten zu unterhalten. Sie müssen sich konzentrieren. Ist ein Puls schlecht tastbar, vermeiden Sie jegliche Ablenkung (schalten Sie z.B. den Ton des Fernsehers im Patientenzimmer aus). Ich persönlich schließe dann z.B. die Augen.


Zu leicht oder zu fest tasten


Tasten Sie den Puls zu leicht, entgehen Ihnen Pulsschläge schwacher Qualität. Tasten Sie den Puls zu fest, drücken Sie die Arterie ab. Das Mittelmaß ist gefragt. Es richtig herauszufinden, ist eine Frage der Übung.


Pulsveränderungen, die schon länger bestehen


Pulsveränderungen, mäßige Tachykardie oder Bradykardie sowie gewisse Rhythmusstörungen beeinträchtigen den Patienten oder Bewohner nicht unbedingt stark in seinem Wohlbefinden. So kann es z.B. in einem Alten- und Pflegeheim vorkommen, dass der Arzt zwar benachrichtigt werden sollte, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht geschehen ist. Später, wenn Sie diesen veränderten Puls tasten und es mit Kollegen besprechen, heißt es dann: „Das ist bekannt!“ Aber ist es auch dem behandelnden Hausarzt bekannt?


Berechnung des Herzminutenvolumens


In einigen Büchern findet sich eine Formel zur Berechnung des Herzminutenvolumens:


Schlagvolumen x Herzfrequenz = Herzminutenvolumen


Wir machen einmal die Probe. Die normale Herzfrequenz beträgt 70 Schläge pro Minute, das normale Schlagvolumen beträgt 70 ml pro Herzschlag.


70 ml x 70 = 4900 ml


Toll, das entspricht recht genau dem Herzminutenvolumen von 5 Litern, das normalerweise in Ruhe vom Herzen pro Minute in den Kreislauf gedrückt wird.


Damit hat sich die Anwendung der Formel meiner Meinung nach jedoch erschöpft. Unter Belastung (Sport) verändert sich nicht nur die Pulsfrequenz, sondern auch die Auswurfleistung des Herzen pro Kontraktion. Sie kennen das Schlagvolumen dann nicht. Bei Rhythmusstörungen und Erkrankungen des Herzens oder bei Blutverlust verändert sich ebenfalls das Schlagvolumen. Kennen Sie es in einer solchen Situation?


Kurzum, die Formel ist nicht anwendbar, da das Schlagvolumen variiert und Sie es mit einfachen Mitteln nicht herausfinden können.


Pulstasten, erster Schlag „null”.


Ja, das ist richtig, wenn mit diesem Schlag die 15 Sekunden des Zählens beginnen (und Sie z.B. in diesem Moment die Pulsuhr umdrehen). Arbeiten Sie jedoch mit einer normalen Uhr und beginnen z.B. zu zählen, wenn der Sekundenzeiger auf der 12 (3, 6 oder 9) ist, so ist der erste getastete Schlag 1.


Der Daumen


In so ziemlich allen Büchern finden Sie den Hinweis, dass Sie den Puls nicht mit dem Daumen tasten dürfen, weil sonst die Gefahr bestände, dass Sie nicht den Puls des Patienten, sondern Ihren eigenen Puls tasten. Ehrlich gesagt, ich halte diese Begründung für einen immer wieder gern zitierten Mythos.


Wahrheitsfindung:


Nehmen Sie Ihren Daumen und drücken Sie ihn in der Stärke wie beim Pulstasten auf einer glatten Oberfläche, z.B. auf dem Monitor (HIER). Und - fühlen Sie Ihren Puls?


Ich habe es mehrfach versucht, nicht nur auf dem Monitor. Immer wieder das gleiche Ergebnis - ich konnte meinen Puls nicht tasten.


Wenn Sie jedoch unbedingt mit dem Daumen Ihren Puls spüren wollen, bitteschön, es gibt eine brachiale Methode. Schlagen Sie sich mit einem Hammer auf den Daumennagel, das ergibt einen schönen schmerzhaften Bluterguss. Jetzt spüren Sie Ihren Puls auch ohne zu tasten. Es „pocht“.


Trotzdem empfehle ich die drei Finger zum Tasten des Pulses. Dadurch haben Sie ein sensibles Gefühl und decken einen größeren Bereich ab.


Paradoxer Puls


Bei bestimmten Erkrankungen sinkt der Blutdruck während der Einatmung in der Diastole um bis zu 10 mmHg. Das bedeutet, der diastolische Druck im Gefäß betrüge dann beispielsweise nicht mehr 80 mmHg, sondern nur noch 70 mmHg. Ich möchte stark bezweifeln, dass irgendjemand diesen Unterschied  tasten kann. Im Ergebnis ist deshalb der paradoxe Puls aus meiner Sicht eine rein theoretische Größe. Er ist vielleicht für Wissenschaftler von Interesse, aber nicht wenn es darum geht, einen Puls zu tasten und zu bewerten.


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Identnummer: 20091216

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