Startseite Nachrichten Lesezeichen Kommentare Logout
  Registrieren
Seiten der Lektion
Einführung - Physiologie der Niere (1)
Ziele des Kurses
Funktionsprinzip der Nieren
Transportvorgänge im Nierenkörperchen und im Tubulussystem
Filtration
Niere – Diffusion
Niere – Osmose
Osmolarität, hypertone und hypotone Lösungen
Resorption und Sekretion
Osmolarität im Tubulussystem und dem umgebenden Gewebe
Rückgewinnung von Natrium, Chlor und Wasser im Tubulussystem
Rückgewinnung von Kalium im Tubulussystem der Niere
Rückgewinnung von Kalzium im Tubulussystem der Niere
Rückgewinnung von Magnesium im Tubulussystem der Niere
Rückgewinnung von Phosphat im Tubulussystem der Niere
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
Ausblick
Kontrollfragen zum Kurs (Im Demo deaktiviert)
Anzeigen
ALLE KURSE

Niere – Osmose


In der Niere spielt die Osmose als Transportvorgang eine wesentliche Rolle. Bei dieser Sonderform der Diffusion erfolgt der Konzentrationsausgleich über eine teilweise durchlässige Membran. Denken Sie hierbei z.B. an das Tubulussystem des Nephrons oder an die Kapillaren, die sich um das Tubulussystem schlingen. Doch was ist Osmose?


Osmose


Bei der Osmose sind die Flüssigkeiten unterschiedlicher Konzentration durch eine semipermeable Membran voneinander getrennt. Semipermeabel bedeutet, die Membran ist nicht für alle Moleküle oder Teilchen durchlässig. In der Folge ist die Diffusion gerichtet, d.h. sie findet in einer Richtung statt. Bei der Osmose diffundiert in der Regel das Lösungsmittel (z.B. Wasser) in die Flüssigkeit mit der höheren Teilchenkonzentration.


Auch der Vorgang der Osmose lässt sich anhand eines einfachen Experiments veranschaulichen. Sie benötigen Wasser, den verbliebenen Rest an Himbeersirup, Salz und Cellophanpapier (Zellglas), das ist die semipermeable Membran. Cellophanpapier wird z.B. zum Verpacken von Gebäck verwendet oder zum Verschließen von Marmeladengläsern.


Wasser kann durch das Cellophanpapier in Richtung der höher konzentrierten Flüssigkeit hindurchtreten.


Osmose: Versuch 1


Füllen Sie etwas Himbeersirup in einen kleinen Beutel aus Cellophanpapier. Der Beutel sollte nicht prall gefüllt sein, schließlich soll später noch Wasser in den Beutel diffundieren. Diesen Beutel hängen Sie in ein Gefäß mit Wasser.



Abb. 11: Osmose – Himbeersirup. Cellophanpapier, Wasser – Ausgangssituation © Andreas Heimann-Heinevetter

Jetzt heißt es warten. Während Sie warten, passiert Folgendes. Wasser diffundiert entsprechend des Konzentrationsgefälles von außen durch das Cellophanpapier in den Himbeersirup hinein. Die Teilchen des Himbeersirups können das Cellophanpapier nicht passieren, entsprechend kann der Konzentrationsausgleich nur passieren, indem sich das Wasser auf den Weg macht. Der Konzentrationsausgleich ist also nur in einer Richtung möglich.



Abb.12:  Osmose - Himbeersirup. Celluphanpapier, Wasser - Verlauf (siehe Pfeile) © Andreas Heimann-Heinevetter

Ich betätige nun einmal die Zeitmaschine und lasse uns einen Blick auf das Ergebnis des Experiments werfen.



Abb. 13: Osmose – Himbeersirup. Cellophanpapier, Wasser – Ergebnis, der Beutel ist praller gefüllt © Andreas Heimann-Heinevetter

Der vormals nur schlaff gefüllte Beutel mit Himbeersirup hat sich (nach Stunden) gefüllt. Wasser ist durch das Cellophanpapier in den Himbeersirup diffundiert, doch kein Himbeersirup ist ins Wasser übergetreten. Bei genauem Hinsehen fällt Ihnen auf, dass der Himbeersirup im Beutel nun heller, also wässriger erscheint.


Die Frage ist, ob dies auch in anderer Richtung funktioniert, also ob es möglich ist, einen wässrigen Himbeersaft zu konzentrieren. Schließlich wird der wässrige Primärharn im Tubulussystem der Niere konzentriert. Wir machen einen zweiten Versuch.


Osmose: Versuch 2


Der Versuchsaufbau ist ähnlich, doch diesmal geht es darum, wässrigen Himbeersaft zu konzentrieren, ähnlich wie die Niere den Primärharn konzentriert.


Der wässrige Himbeersaft wandert in den Cellophanbeutel, dieser sollte anschließend prall gefüllt sein. In das Wasser, in das der Beutel hineingehängt wird, kippen Sie ordentlich Kochsalz (ganz normales Speisesalz) und rühren es um, damit sich das Salz löst, also im Wasser in Natrium und Chlor zerfällt. Dadurch steigt die Osmolarität im Wasser rapide an und es entwickelt sich ein Konzentrationsgefälle vom wässrigen Himbeersaft zur konzentrierten Salzlösung.



Abb. 14: Osmose – Konzentration von Himbeersaft – Ausgangssituation © Andreas Heimann-Heinevetter

Theoretisch müsste jetzt das Wasser aus dem Himbeersaft durch die semipermeable Membran (Cellophanpapier) in die konzentrierte Salzlösung diffundieren, um einen Konzentrationsausgleich herbeizuführen.


Gut, wir betreten wieder die Zeitmaschine und schauen uns das Ergebnis an.



Abb. 15: Osmose – Himbeersirup. Cellophanpapier, Wasser – Ergebnis: Der Beutel ist etwas weniger prall gefüllt © Andreas Heimann-Heinevetter

Man muss leider sehr genau hinschauen.


Zu den Rahmenbedingungen des Versuchs. Natürlich ist hier kein Labor. Meine Kinder kommen vorbei und sagen „Papa, was machst du denn da … Ist das Blut in dem Glas?“ Ich rufe nur: „Nein, Himbeersaft … NICHT ANFASSEN!“ Ja, und dann erkläre ich meinen Söhnen, was ich da mache (fertige die eine oder andere Skizze an, schließlich sollen sie es auch verstehen). Sie schauen mich mit großen Augen an … verabschieden sich mit den Worten: „Nicht anfassen … morgen komme ich vorbei und schaue, ob du recht hast.“


Doch was zeigt der Versuch? Im Nierenmark herrscht eine hohe Osmolarität (verursacht durch Natrium und Harnstoff). Im absteigenden Ast der Henle-Schleife ist die Konzentration gelöster Teilchen im Primärharn sehr niedrig, also ist die Osmolarität niedrig. Der absteigende Ast ist für Wasser durchlässig. Hm, es ist also möglich, dem Primärharn auf diesem Wege Wasser zu entziehen. Es herrschen im Prinzip die gleichen Bedingungen wie in meinem Versuch.


Diffusion und Osmose spielen im Körper als Transportvorgang eine ganz wesentliche Rolle. Ohne diese Vorgänge könnte die Niere ihre Aufgaben nicht erfüllen.


Im Zusammenhang mit dem passiven Transport in der Niere stoßen Sie auf einen weiteren Begriff: „Solvent Drag“. Wenn Wasser in einem Bachbett fließt, spült es Staub, Sand und Goldkörnchen mit. Nicht anders ist es, wenn Wasser durch eine Membran tritt. Sofern die Poren groß genug sind, werden gelöste Teilchen wie z.B. Mineralstoffe einfach mit gespült. Diesen Vorgang bezeichnet man als „Solvent Drag“.



Drucken und kopieren der Seite ist nur für registrierte Benutzer möglich!

Sind die Qualitätsmanagementbeauftragter oder verantwortlich für die Personalentwicklung in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung, lohnt sich die Umsetzung eines eigenen Lernmanagementsystems mit E-Learning Kursen


  Zur Anmeldung!


Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie Vollzugang zu allen 51 Kursen und den kommentierten 545 Kontrollfragen.

Für jeden erfolgreich bearbeiteten Kurs werden Fortbildungspunkte der "RbP – Registrierung beruflich Pflegender GmbH" ausgewiesen. Der 6-Monats-Zugang kostet einmalig 24,00 Euro (Pauschalbetrag), also umgerechnet 4,- € pro Monat!

Weitere Informationen zur Anmeldung!


Zurzeit finden Sie hier 51 Kurse zu folgenden Themen:

  • Grundlagen des Pflegeberufs (3 Kurse)
  • Organsysteme des Menschen (2 Kurse)
  • Grundlagen der Anatomie und Physiologie (5 Kurse)
  • Gesundheitspflege und Prävention (3 Kurse)
  • Ethik (1 Kurs)
  • Krankenbeobachtung Körpertemperatur (3 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Puls (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Blutdruck (4 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Atmung (3 Kurse)
  • Pflege bei Störungen der Atmung (1 Kurs)
  • Notfall und Wiederbelebung (7 Kurse)
  • Das Ohr - Hören - Schwerhörigkeit (1 Kurs)
  • Nationale Expertenstandards - Einführung (1 Kurs)
  • Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege (7 Kurse)
  • Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege (1 Kurs)
  • Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege (2 Kurse)
  • Krankenbeobachtung Urinausscheidung (4 Kurse)

Zu allen 51 Kursen gibt es kostenlose Testzugänge

Sie enthalten rund 1/3 der Kursseiten im Volltext. Alle anderen Seiten werden teilweise dargestellt. Hierzu ist keine Anmeldung erforderlich! Testzugänge finden Sie hier.


Identnummer: 20091216

Sie möchten sich jetzt nicht anmelden? Kein Problem! Rufen Sie einfach weitere Testseiten dieses Kurses oder anderer Kurse auf.

Weitere kostenlose Informationen (Anschriften von Ausbildungsstätten, Prüfungsfragen, Facharbeiten sowie Informationen zur pflegerischen Aus- und Weiterbildung) finden Sie auf www.pflege-kurse.de

 

Druckvorschau

Zum Seitenanfang

 

 
Impressum
Copyright 2009 Andreas Heimann-Heinevetter