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Medikamentöse Maßnahmen


Es bietet sich an, an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Worte zur Medikamentenvergabe durch Pflegekräfte zu verlieren.


Kurzer Exkurs


Grundsätzlich benötigen Sie als Pflegekraft eine ärztliche Anordnung, um einem Patienten oder einem Bewohner ein Medikament verabreichen zu dürfen. Dies gilt gleichermaßen für verschreibungspflichtige wie nicht verschreibungspflichtige Medikamente.


Fragen Sie also den Arzt, bevor Sie ein Medikament verabreichen. Im Krankenhaus gestaltet sich das einfach, da ist ein Stationsarzt oder ein Dienst habender Arzt, den Sie fragen können. Obwohl Sie sich sicher überlegen werden, fünfmal in der Nacht einen Arzt anzurufen. Doch der Arzt hat Dienst - basta.


Im Bereich der stationären Altenpflege oder auch der ambulanten Pflege ist es nicht immer so leicht, einen Arzt zu erreichen (z.B. in der Mittagszeit, wenn die Praxis geschlossen ist, denn für diese Zeit ist kein ärztlicher Notdienst eingerichtet).


Was Sie jedoch tun können, ist, mit dem entsprechenden Hausarzt eine Bedarfsmedikation abzusprechen. Das ist hilfreich, wenn ein Patient z.B. gelegentlich über Schmerzen klagt.


  • Bedarfsmedikationen bedeutet:
  • Name des Medikaments und Stärke: z.B. Paracetamol-ratiopharmÒ, 500 mg
  • Darreichungsform: z.B. Tablette
  • Bedarf bei: z.B. Schmerzen im rechten Knie
  • Einzeldosis: z.B. eine Tablette
  • Frühestens wiederholen nach: z.B. 6 Stunden
  • Höchstdosis pro Tag: z.B. drei Tabletten
  • Arztinfo: wenn die Schmerzen z. B. länger als 24 Stunden anhalten
  • Angeordnet von: z.B. Dr. med. Oskar Schmerzfrei, telefonisch
  • Datum: Tag, Monat, Jahr
  • Name, Handzeichen: z.B. Andreas Heimann-Heinevetter, AH2

Kurioserweise entscheidet ein Patient oder Bewohner selbst, ein Medikament einzunehmen (aus seinem reichen Fundus im Nachttisch). Sie können es ihm nicht verbieten. Im Klartext: Sie dürfen dem Bewohner oder Patienten ohne Anordnung keine Paracetamol-500-Tablette verabreichen, er jedoch darf in seinen Nachttisch greifen und genau diese Tablette einnehmen. In einem späteren Kurs komme ich auf diese Problematik und Grenzfälle noch einmal zurück. Doch nun zu den Medikamenten bei Fieber.


Medikamente bei Fieber



Abb.5: Medikamente, www.istockphoto.com, "Pills!", Dateinr.: 235253 © pjjones


Medikamente gegen Fieber werden als „Antipyretika" bezeichnet. Sie erinnern sich: Im ersten Kurs über Fieber war von „Pyrogenen" die Rede, den Fieber erzeugenden Substanzen, den „Feuer“- Machern. Antipyretika sind die Feuerlöscher.


Acetylsalicylsäure:


Handelsnamen sind z.B. Aspirin® oder ASS-irgendwas. Die Geschichte davon … nein, ich werde Sie nicht langweilen. Weidenrinde enthält Salicin. Im Körper wird es in Acetylsalicylsäure umgewandelt. Der Wirkmechanismus hemmt „Prostaglandine" -  Stoffe, die bei einer Entzündung entstehen und Fieber erzeugen. Und damit wirkt es fiebersenkend. Es hat auch andere Wirkungen, z.B., dass sich Blutplättchen nicht mehr zusammenballen (Trombozythenaggregationshemmer). Außerdem ist es schmerzlindernd und entzündungshemmend.


Acetylsalicylsäure kann zu Magenschleimhautreizungen, Magengeschwüren und Magenblutungen führen.


Kinder und Jugendliche sollten Aspirin nicht einnehmen! Es kann bei ihnen das lebensgefährliche „Reye-Syndrom" auslösen, eine akute Schädigung des Gehirns, verbunden mit einem fettigen Umbau der Leber. Die Krankheit ist sehr selten, aber wenn sie akut wird, sind 25 % der Krankheitsfälle tödlich, und die Krankheit befällt meistens Kinder oder Jugendliche.


Merke: Sagt Ihnen ein Arzt, „Geben Sie dem Kind mal eine Aspirin!", so weisen Sie ihn auf die Gefahr hin.


Paracetamol:


Es wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd, jedoch nicht entzündungshemmend. Paracetamol wird von Kindern, aber auch von Erwachsenen im Allgemeinen gut vertragen. Paracetamol-Tabletten sind bis zu einer Packungsgröße von 10 Gramm (20 Tbl. à 500 mg) nicht verschreibungspflichtig. Gerade weil Paracetamol freiverkäuflich ist und auch von Kindern gut vertragen wird, entsteht der Eindruck, es sei ungefährlich. Doch dem ist nicht so. Schon ab 10 Gramm (Überdosierung, Suizidversuch) kommt es zu irreversiblen Leberschädigungen. Bei vorbestehender Einschränkung der Leberfunktion ist diese Dosis deutlich geringer. Also Vorsicht!


Ibuprofen:


Ein relativ junges Arzneimittel. Es wirkt in geringeren Dosen (200 - 400 mg) schmerzlindernd und fiebersenkend, in höheren Dosen (bis 800 mg bei Erwachsenen) kommt eine entzündungshemmende Wirkung hinzu. Ebenso wie Acetylsalicylsäure hemmt Ibuprofen die Prostaglandine. Auch bei Ibuprofen wird recht häufig der Magen von Nebenwirkungen betroffen, und zwar von der Magenschleimhautreizung bis zur Blutung.


Metamizol:


Besser bekannt unter dem Namen Novalgin® oder Novaminsulfon. Metamizol hat eine stark schmerzlindernde und eine stark fiebersenkende Wirkung. Außerdem wirkt es krampflösend, so dass es bei Gallen- oder Nierenkoliken eingesetzt werden kann. Metamizol wird vom Magen gut vertragen. Es kann jedoch bei höheren Dosen und bei längerer Anwendung zu Nierenschäden kommen. Und bei einer schneller intravenösen Verabreichung kann es ausgeprägte Blutdruckabfälle auslösen.

Metamizol ist zur Behandlung von Fieber nur zugelassen, wenn andere Medikamente zur Fiebersenkung nicht wirken.


Medikamente zur Behandlung der Ursache von Fieber:


Natürlich muss die zu Fieber führende Grunderkrankung behandelt werden. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei die Antibiotika. Doch Antibiotika werden nicht „blind" als Fiebersenker eingesetzt.


Bei einer Hyperthermie wirken fiebersenkende Medikamente nicht. Ebenso haben sie bei zentralem Fieber keine oder nur eine sehr begrenzte Wirkung.


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