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Einführung in die Anatomie und Physiologie
Ziele der Lektion
Anatomie: eine Definition
Physiologie: eine Definition
Es kommt zusammen, was zusammengehört
Anatomie im Altertum: ein „Who’s who“
Galenos von Pergamon schreibt ein Buch
Das Mittelalter und dann die Renaissance
Blut fließt, eine Zeitreise der Physiologie
Die Rolle der Kirche
Bedeutung für die Pflege
Begreifen – „Tipps aus der Praxis“
Zusammenfassung
Fachbegriffe einfach erklärt
Bildnachweise, Literatur und Links
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Blut fließt, eine Zeitreise der Physiologie

Wie schon zuvor gesagt: Anatomie und Physiologie hängen eng zusammen, denn natürlich befassten sich die antiken Anatomen auch mit der Funktion der Dinge die sie entdeckten und beschrieben. Doch ist es viel schwieriger, die Funktion eines Organs oder Organsystems zu erkennen bzw. zu verstehen als es rein äußerlich zu beschreiben.

Die Geschichte der Entdeckung des Blutkreislaufes!

Die alten Griechen, so offen sie auch dachten, waren, was den Blutkreislauf betrifft, wenig erfolgreich. Was sie zutage brachten:

Das Herz ist eine Pumpe, es verspritzt Blut. Venen (Adern, in denen Blut zum Herzen fließt) sind Blutgefäße, Arterien (Adern, in denen Blut vom Herzen wegfließt) sind „Luftgefäße“. Normalerweise findet sich bei Leichen kein Blut mehr in den Arterien, also ist diese Betrachtungsweise nicht verwunderlich.

Herophilos (3. Jahrhundert v. Chr.) entdeckte jedoch, dass nicht nur die Venen, sondern auch die Arterien Blut transportierten. Und beide Arten von Gefäßen waren mit dem Herzen verbunden.

Doch die Suche nach einem verbindenden Glied war erfolglos, Arterien verzweigten sich immer weiter, bis sie schließlich nicht mehr sichtbar waren. Für Venen galt das Gleiche. Woher kam das Blut, wie bewegte es sich und warum? Die Venenklappen (kleine Ventile in den Venen, die dafür sorgen, dass das Blut nur zum Herzen fließen kann) waren noch nicht entdeckt, ebenso wenig wie die Funktion der Herzklappen (Ventile im Herzen, sie sorgen ebenfalls dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt, und sperren die einzelnen Herzkammern gegeneinander ab).

Galenos von Pergamon (129 bis ca. 201 n. Chr.) formulierte eine Theorie. Die Herzscheidewand (die muskulöse Trennung zwischen rechter und linker Herzkammer) müsse winzige Öffnungen enthalten, und durch diese würde das Blut vom einen Gefäßsystem – den Venen – zum anderen – den Arterien – transportiert. Diese Öffnungen hatte er zwar nie entdeckt und auch niemand nach ihm, aber ER hatte es gesagt, und allein dieser Umstand genügte, dass diese Lehrmeinung länger als ein Jahrtausend Bestand hatte.

Erste Zweifel an dieser Theorie keimten schon früh, aber erst in der Renaissance wurden sie, wenn auch vorsichtig, formuliert. Hieronymus Fabrizzi (1537 bis 1619) entdeckte die Venenklappen und beschrieb ihre Funktionsweise. Klar war, dass die Venen das Blut nur zum Herzen leiteten, nicht anders konnten. Doch damit hätte er Galenos von Pergamon widersprochen (welch Frevel nach fast 1400 Jahren), also formulierte er seine Entdeckung anders: Die Venenklappen unterbänden nicht den Blutfluss vom Herzen in die Venen, sondern würden ihn nur verlangsamen.

Dann trat ein Engländer auf den Plan: William Harvey (1576 bis 1657). Er war weniger diplomatisch. Er untersuchte das Herz und vor allem die Funktion der Herzklappen, und wie schon andere vor ihm erkannte er, dass das Blut bedingt durch die Herzklappen im Herzen nur in eine Richtung fließen konnte. Er zählte 1 und 1 zusammen. Die Venen förderten das Blut nur zum Herzen, das Herz pumpte das Blut nur in die Arterien. Das Blut floss also nur in eine Richtung! Die Frage war: Woher kam das Blut?

Um sich eine Vorstellung zu verschaffen, welche Größenordnung der ganze Vorgang hatte, berechnete er die Blutmenge, die das Herz in einer Stunde beförderte. Im Ergebnis war das etwa das Dreifache des Körpergewichts eines normalen Menschen.

Kurze Frage zwischendurch, wie hätten Sie das damals angestellt, wären Sie William Harvey gewesen? Ich hätte das Volumen der linken Herzkammer gemessen und multipliziert mit der Anzahl der Herzschläge in der Stunde. Ob er es so gemacht hat? Wer weiß?

Doch zurück zur Geschichte: Bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen mussten also 210 Liter Blut irgendwo herkommen. Harvey hatte ein Problem: Wenn schon drei Liter Blutverlust in einer Stunde einen Menschen umbrachten, wie konnte er dann 210 Liter pro Stunde produzieren? Denn da hätten die drei Liter „Undichtigkeit“ auch nichts ausgemacht. Außerdem schien es recht unwahrscheinlich, dass jemand eine so große Blutmenge produzierte, jede Stunde.

Galenos von Pergamon gab die Vorlage (im Sinne eines Passes im Fußball), er hatte von kleinen, nicht sichtbaren Poren gesprochen, die den Herzmuskel durchzogen. Warum sollten diese unsichtbaren Poren (die Kapillaren, feinste Blutgefäße) nicht die gesuchte Verbindung zwischen Arterien und Venen in ihren feinen Verzweigungen sein?

1628 veröffentlichte Harvey seine Überlegungen und die Beweise in einem kleinen Buch, der Blutkreislauf war entdeckt.

Während seines Lebens erlebte Harvey nicht, dass diese Poren von den Anatomen entdeckt wurden, doch er erlebte, dass seine Theorie anerkannte Lehrmeinung wurde.


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